Die Wände sind frisch gestrichen, die Holzvertäfelung des herrschaftlichen Entrées wurde aufpoliert. Parkettleger haben den über die Jahre stark beanspruchten Boden geschliffen und neu versiegelt. Überall im Hause verbreiten geschmackvolle Möbel und Dekorationen Behaglichkeit. "Den Neustart wollen wir ganz bewusst mit einem neuen Namen zum Ausdruck bringen", erklärt Ernst Georg Ewald, studierter Betriebswirt und Geschäftsführer der Schloss Wahlsdorf Betriebsgesellschaft. Historische Einrichtungsgegenstände haben die Hoteliers aus ihrem Landhaus in Berlin-Marienfelde mitgebracht, von dem sie sich trennen, weil der Pachtvertrag ausläuft.

In das Wahlsdorfer Gutshaus hätten sich beide sofort verliebt, erzählt Hotelfachfrau Gabriele Ewald. Den Tipp, dass die Stadt Dahme dafür einen Betreiber sucht, bekamen sie aus dem Nachbarort Niebendorf-Heinsdorf, wo die Berliner im "Kirschgarten" Ferienwohnungen anbieten. Schloss Wahlsdorf soll trotz klangvollen Namens keine Herberge nur für gut Betuchte werden, betonen sie. "Wir sehen uns als sympathisches Gästehaus für Junge und jung Gebliebene mit ansprechender Übernachtung und Verpflegung in einem attraktiven Preissegment", erklärt Gabriele Ewald.

Viele Wahlsdorfer kennen das Haus noch als Schule. Nach der Wende wurde es vom Qualifizierungsverein "Niederer Fläming" betrieben und zuletzt vom Verein "Neue Lebenswelt" aus Ließen. Für Kinder- und Jugendgruppen war es ein beliebtes Reiseziel an der Fläming-Skate. "Das soll auch so bleiben", sagt Gabriele Ewald, selbst vierfache Mutter. Für sie passen ein stilvolles Umfeld und Kinderlachen gut zusammen.

Vieles, was sich in den vergangenen Jahren bewährt habe, bleibe bestehen, werde jedoch noch kinderfreundlicher gestaltet. Neben Ein- und Zweibettappartements gibt es in den oberen Etagen urige Mehrbettzimmer ganz ohne hohe Doppelstockbetten. Je nach Bedarf können Doppel- und Dreibettzimmer durch originelle Galerielösungen um weitere Plätze aufgestockt werden. Hausgäste können Komplettverpflegung buchen, jedoch auch eine Selbstversorgerküche nutzen.

Schloss Wahlsdorf soll künftig ganzjährig geöffnet und auch ein Ort zum Feiern sowie für Seminare sein. Dafür stehen der Festsaal, zwei Salons, die Lounge mit Tresen und der Wintergarten zur Verfügung. "Silvester haben wir ein volles Haus", sagt Gabriele Ewald. Und für 2015 hätten sich bereits drei Paare angemeldet, die ihre Hochzeit feiern wollen, erzählt sie weiter.

Bei ihren Angeboten wollen die Schlossherren eng mit Unternehmen der Region zusammenarbeiten, von der Wahlsdorfer Kreativbude bis zum Dorfladen oder dem Museumsdorf Glashütte.

Einige Mitarbeiter haben sie von den Vorgängern übernommen. Monika Andacht gehört dazu. Die Wahlsdorferin hat in dem Gebäude die Schulbank gedrückt, war beim Qualifizierungsverein und schließlich beim Verein "Neue Lebenswelt". tätig. "Zuletzt haben wir gespürt, wie es immer weiter abwärts ging. Jetzt aber macht es wieder Spaß, hier zu arbeiten", sagt sie.

Für den 10. Januar von 14 bis 17 Uhr laden Ernst Georg und Gabriele Ewald Interessierte ein, sich bei einem Tag der offenen Tür selbst ein Bild von Schloss Wahlsdorf zu machen.