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| 12:06 Uhr

Früh übt sich, wer ein Helfer werden will
Kleine Kameraden ganz groß

 Bei den Betreuern Antje Streich und Max Metzke lernen die Kinder spielerisch alles Wichtige zur Ersten Hilfe, Branderziehung und Teamarbeit.
Bei den Betreuern Antje Streich und Max Metzke lernen die Kinder spielerisch alles Wichtige zur Ersten Hilfe, Branderziehung und Teamarbeit. FOTO: Kidsfeuerwehr Kasel-Golzig
Neue Kidsfeuerwehr in Kasel-Golzig wird gut angenommen. Es gibt sogar Warteplätze. Von Anja Brautschek

Wenn die Sirene in Kasel-Golzig aufheult, dann spitzen auch die jüngsten Dorfbewohner die Ohren. Denn sie wissen: Jetzt wird es ernst für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Seit März 2019 lernen auch die Jüngsten in der Kidsfeuerwehr, worauf es bei dem Ehrenamt ankommt. Das Projekt wird seit der ersten Stunde gut angenommen.

„Eltern haben uns angesprochen, ob wir auch für Kinder etwas anbieten können. Wir haben eigentlich damit gerechnet, dass sich zu Beginn vielleicht fünf Kinder anmelden“, sagt Antje Streich. Sie betreut seit 2008 bereits die Jugendfeuerwehr des Ortes und kümmert sich nun gemeinsam mit Max Metzke auch um den jüngsten Feuerwehrnachwuchs. 15 Kinder zwischen vier und acht Jahren gehören dazu.

Ein- bis zweimal im Monat treffen sie sich im Feuerwehrgerätehaus von Kasel-Golzig und werden spielerisch an die Gemeinschaft der Feuerwehr herangeführt. Dabei setzen die Betreuer auf eine Mischung zwischen Theorie und Praxis. Die Kinder werden in Erste Hilfe und Brandschutzerziehung geschult, lernen die Technik der Einsatzfahrzeuge kennen und bekommen Werte wie Teamgeist und Kameradschaft vermittelt. Kübelspritze, Signalhorn, Notruf – für die Kinder sind das keine Fremdbegriffe mehr. Auch Experimente, welche Stoffe beispielsweise wie brennbar sind, gehören zur Ausbildung.

 Die Kidsfeuerwehr von Kasel-Golzig findet seit ihrerGeburtsstunde im März regen Zuspruch. Schon jetzt gibt es Warteplätze.
Die Kidsfeuerwehr von Kasel-Golzig findet seit ihrerGeburtsstunde im März regen Zuspruch. Schon jetzt gibt es Warteplätze. FOTO: Kidsfeuerwehr Kasel-Golzig
 Die Kidsfeuerwehr von Kasel-Golzig findet seit ihrerGeburtsstunde im März regen Zuspruch. Schon jetzt gibt es Warteplätze.
Die Kidsfeuerwehr von Kasel-Golzig findet seit ihrerGeburtsstunde im März regen Zuspruch. Schon jetzt gibt es Warteplätze. FOTO: Kidsfeuerwehr Kasel-Golzig

Selbst ihre erste Bewährungsprobe haben die Jungen und Mädchen aus fünf verschiedenen Dörfern bereits gemeistert. Schon wenige Wochen nach der Gründung haben die Kinder im Mai beim Zwergenmarsch des Landkreises Dahme-Spreewald teilgenommen. Die vermehrten Trainingseinheiten  haben sich gelohnt. Mit nur etwa zwei Monaten Vorbereitungszeit landet die Kidswehr auf Platz zehn von insgesamt 19 Teilnehmern. „Sie haben sich tapfer geschlagen und konnten bei einigen Stationen mit ihrem neuen Wissen punkten“, sagt Max Metzke.

Der 22-Jährige ist seit der Gründung der Jugendwehr 2008 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kasel-Golzig und bis heute aktives Mitglied und fährt auch zu Einsätzen. „Es ist wichtig, dass auch die Jüngsten an Themen wie Retten und Helfen herangeführt werden“, sagt er. Die beiden ausgebildeten Pädagogen bieten dafür beste Voraussetzungen. Sie hoffen, dass viele der Kinder auch später in die Jugend- und Erwachsenenwehr übergehen. Vor allem in ländlichen Regionen stellt die Absicherung von Einsätzen der freiwilligen Feuerwehren immer häufiger eine große Herausforderung dar. Mit der Nachwuchsarbeit erhoffen sich die Wehren eine stabilere Sicherung der Zukunft. Die Kameraden wollen Kinder daher frühestmöglich an diese Themen heranführen und Hemmschwellen abbauen.

Insgesamt zeichnet sich im Landkreis der Trend zur Kidsfeuerwehr ab, bestätigt Mathias Liebe, Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Dahme-Spreewald. Vor etwa zwölf Jahren haben sich die ersten Kidsfeuerwehren gegründet. Heute gibt es im Landkreis etwa 48, in denen sich mehr als 200 Kinder engagieren. „Der Bedarf ist da. Wir haben vielmehr das Problem, ausreichend Betreuer zu finden. Deswegen müssen einige Wehren einen Stopp einsetzen“, erklärt er. Auch in Kasel-Golzig gibt es bereits eine Warteliste. Voraussetzungen für die Unterstützung als Betreuer gibt es kaum. Spaß im Umgang mit Kindern und Verantwortungsbewusstsein gehören dazu. Über Lehrgänge und Seminare, die der Feuerwehrverband anbietet, werde die Basis für die Jugendarbeit vermittelt. „Wir stecken sehr viel Herzblut rein. Aber den Kindern macht es Spaß, sie freuen sich total auf die Treffen. das ist ein tolles Gefühl“, sagt Antje Streich.

 Bei den Betreuern Antje Streich und Max Metzke lernen die Kinder spielerisch alles Wichtige zur Ersten Hilfe, Branderziehung und Teamarbeit.
Bei den Betreuern Antje Streich und Max Metzke lernen die Kinder spielerisch alles Wichtige zur Ersten Hilfe, Branderziehung und Teamarbeit. FOTO: Kidsfeuerwehr Kasel-Golzig