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| 01:24 Uhr

Neue Fischpässe im Spreewald werden gut genutzt

Spreewald. Der Fischereibiologe Frank Fredrich hat seine Untersuchungsergebnisse zur Funktionsfähigkeit von Fischwanderhilfen an den Wehren der Spreewaldfließe während des fünften Quappentages in Lehde vorgestellt. Die Pässe würden allgemein gut angenommen. Doch die Herausforderung für die kommenden Jahre sei es, die Wanderhilfen so zu gestalten, dass sie sowohl während Winterstaus als auch während des niedrigen Wasserstandes im Sommer optimal genutzt werden können. Von Birgit Keilbach

Ein Teil der anderen Wehre sei mit Beckenpässen ausgestattet, die jedoch für die Fischwanderung wenig hilfreich seien. In den 1990er-Jahren seien viele der Beckenpässe zu Schlitzpässen umgerüstet worden. Untersuchungen am Wehr 55 in der Neuen Spree in den Jahren 1995 und 2006 hätten beispielsweise ergeben, dass der an diesem Wehr eingebaute Schlitzpass zwölf Fischarten den Aufstieg ermöglichte. "Kleinere Fische jedoch, die kürzer als acht bis zehn Zentimeter sind, können diesen Aufstieg nicht überwinden", gab Frank Fredrich zu bedenken. Bei seinen Untersuchungen an der Gewitterschleuse und der Gablerschleuse sei er im Jahr 2008 gleichfalls zu diesem Ergebnis gekommen, fügte er an. Naturnahe Beckenpässe mit technischen Elementen, natürliche Beckenpässe sowie Borstenfischpässe und Fisch-Kanu-Pässe, die in den letzten Jahren errichtet wurden, seien für die Fischwanderung überwiegend voll funktionsfähig, so der Fischereibiologe. Dazu zählten beispielsweise die Pässe am Lehmannstromwehr und im Wallgraben im Unterspreewald sowie die Borstenfisch- und die Fisch-Kanu-Pässe im Stillen Fließ und im Freifließ im Oberspreewald. Einfluss des Kanu-Verkehrs "Ungeklärt ist hier noch, wie sich der Kanu-Verkehr auf die Fischwanderung auswirkt, ob die Fische an diesen Stellen mehr Energie für den Aufstieg aufwenden müssen", nannte Fredrich einen noch zu untersuchenden Aspekt. Neben der zu 90 Prozent auftretenden Ukelei habe er an den untersuchten Wehren Plötze, Döbel, Güster, Barsche, Gründling und Aland registriert. Erfreulich sei zudem, dass die neu in renaturierte Fließe eingesetzten Fischarten Barbe und Bachforelle offenbar gute Lebensbedingungen gefunden hätten. In der Schiwanstromwehr-Umgehungsgerinne im Unterspreewald sei ein Beckenpass mit technischen Elementen neu errichtet worden. Hier hätten die Untersuchungen ergeben, dass der Einstieg zu weit vom Wehr entfernt sei und sich der Schlitz während des Winterstaus als zu schmal erwiesen habe, legte Frank Fredrich dar. Diese Erkenntnisse seien in den Bau der neuen Fischpässe, unter anderem in der Neuen Polenzoa im Oberspreewald eingeflossen, erklärte Christine Kehl, Projektmanagerin des Gewässerrandstreifenprojektes. "Sie sind technisch optimal an die unterschiedlichen Wasserstände angepasst worden", erklärte sie. Neue Herausforderungen Dies sei eine Aufgabe für die kommenden Jahre. Um die ökologische Durchgängigkeit für die Fische optimal zu gestalten, müssten die Fischpässe so errichtet werden, dass sie sowohl unter Winterstau-Bedingungen als auch bei niedrigem Wasserstand im Sommer voll funktionsfähig sind. Zudem könne die volle Funktionsfähigkeit der Fischwanderhilfen nur gewährleistet werden, wenn diese regelmäßig gepflegt werden, ergab die Diskussion im Anschluss an den Vortrag.

Frank Fredrich. Foto: klb
Frank Fredrich. Foto: klb FOTO: klb