ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:34 Uhr

Kontakt zu Schulen, Künstlern und anderen Museen
Netzwerke sollen Gäste einfangen

Eine sehr informative Führung zur Geschichte des Luckauer Gefängnisses bot der Gymnasiast Martin Rossa mehr als 20 interessierten Besuchern am Internationalen Museumstag.
Eine sehr informative Führung zur Geschichte des Luckauer Gefängnisses bot der Gymnasiast Martin Rossa mehr als 20 interessierten Besuchern am Internationalen Museumstag. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Niederlausitz-Museum knüpft engere Kontakte zu Schulen und nutzt social media. Von Birgit Keilbach

„Netzwerk Museum: neue Wege, neue Besucher“ lautete das Motto des Internationalen Museumstages am gestrigen Sonntag. Auch das Niederlausitz-Museum in der Luckauer Kulturkirche lud zu Begegnungen und Führungen ein. In der aktuellen Sonderausstellung „Reisegefährten“ konnten sich die Besucher nicht nur umschauen sondern auch mit den Künstlern Karen Ascher und Sebastian Franzka ins Gespräch kommen.

„Wir sind mit der Resonanz bisher sehr zufrieden, haben interessante Einträge im Gästebuch und konnten auch schon einige Bilder verkaufen“, zog Karen Ascher eine kleine Zwischenbilanz. Für das Lübbener Künstlerpaar zählen Museen zum eigenen Netzwerk. „Sie sind für uns wichtige Schnittstellen zur Öffentlichkeit, deshalb bringen wir uns gern mit Ideen ein.“ In Lübben sind die zwei Künstler Mitglied des Museums-Fördervereins, im Luckauer Niederlausitz-Museum gibt Karen Ascher seit Jahren einen Kurs „Töpfern wie die Lusici“.

Das diesjährige Motto des Internationalen Museumstages zeige, dass es ein Thema für die gesamte Museumslandschaft ist, sagt Marina Gadomski. „Es ist auch unser Ziel, neue Besuchergruppen zu erschließen, denn zurzeit kommt überwiegend das klassische Museumspublikum“, beschreibt sie den aktuellen Stand.

Ein gut funktionierendes Netzwerk mit dem Heimatverein sowie weiteren Nutzern der Kulturkirche wie dem Luckauer Malkreis bestehe bereits. Dieses soll es um neue Partner erweitert werden. Eine engere Zusammenarbeit mit Schulen hat bereits begonnen. „Gemeinsam mit der Luckauer Grundschule haben wir ein den Unterricht ergänzendes Programm erarbeitet“, sagt Marina Gadomski. „Wir haben uns mit den Lehrern zusammengesetzt und museumspädagogische Inhalte geplant, die auf den Lehrplan abgestimmt sind.“ Positiv ausgewirkt habe sich auch die Satzungsänderung 2017, die auch Schulen und Kitas aus der Gemeinde Heideblick kostenfreien Eintritt ermöglicht. Das habe die Grundschule Walddrehna bereits genutzt.

Weitere Netzwerkpartner mit Entwicklungspotenzial sind die Museen in Lübben und Königs Wusterhausen. Marina Gadomski befürwortet die Initiative der Bürgermeister aller drei Städte, im Landkreis Dahme-Spreewald eine gemeinsame museumspädagogische Stelle zu schaffen. Darüber hinaus bestehen über den Brandenburgischen Museumsverband auch Verbindungen zu den Museen in Lübbenau und Calau.

Netzwerken über social media gehöre gleichfalls zu den neuen Wegen. Mit dem facebook-Auftritt der Kulturkirche „erreichen wir auch Besucher über das klassische Publikum hinaus, und das mit wachsenden Zugriffszahlen“, zählt Marina Gadomski einen weiteren Punkt auf.

Außerdem unterstützte das Museum jeden an der Historie der Niederlausitz, der Stadt Luckau oder der eigenen Familie Interessierten mit Auskünften und Einsichtnahme ins Archiv. „Je genauer wir wissen, was jemand sucht, desto gezielter können wir danach suchen“, sagt die Museumsleiterin. Eine vorherige Anmeldung sei sinnvoll.

Genutzt hat diese Möglichkeit auch der Gymnasiast Martin Rossa für seine Facharbeit über das ehemalige Zuchthaus Luckau. Am Sonntag gab er sein Wissen an interessierte Besucher weiter, bei einer Führung unter dem Motto: „Die Stadt in der Stadt“.