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Neptun gibt sich in Gehren die Ehre

Zur Wiedereinweihung des Gehrener Waldbades erschien Neptun. Er taufte Gehrens Orstvorsteherin Kerstin Richter auf den Namen "aufopferungsvolle Auster".
Zur Wiedereinweihung des Gehrener Waldbades erschien Neptun. Er taufte Gehrens Orstvorsteherin Kerstin Richter auf den Namen "aufopferungsvolle Auster". FOTO: B. Keilbach/bkh1
Gehren. Bestes Badewetter bescherte Petrus den Gehrenern zu ihrem Einweihungsfest des Waldbades nach der Umgestaltung. "Wir danken heute allen, die mitgeholfen haben, das Bad wiederzubeleben", sagte Ortsvorsteherin Kerstin Richter. bkh1

Zahlreiche Unterstützer aus dem Dorf sowie den umliegenden Orten hätten mit finanziellen, materiellen sowie durch freiwillige Arbeitsleistungen dazu beigetragen, dass das ehrgeizige Projekt realisiert werden konnte. Viele trugen auch zum Gelingen des Festes bei. Die Frauen hatten Kuchen gebacken und schenkten Kaffee aus. Marlies Raunigk war mit ihrem mobilen Gastronomiebetrieb vor Ort. Andreas Müller hatte ein Floß gebaut, auf dem sich die Kinder vergnügten.

Frank Mittag besuchte als Neptun sein "Reich", dass doch eigentlich so ein stiller, beschaulicher Naturteich werden sollte. Doch dieser Plan ging nicht auf. "Das hat gezeigt, die Dorfgemeinschaft hält zusammen", erklärte der Gehrener. Eine zünftige Neptuntaufe gehörte natürlich zur Zeremonie. So musste als erster Naturteich-Verfechter und Bürgermeister der Gemeinde Heideblick, Frank Deutschmann, vor ihm niederknien, sich von den Meerjungfrauen einseifen lassen und ein komisches Gebräu trinken. Dafür darf er künftig im Gehrener Gewässer baden und sich "trotziger Tentakel" nennen. Auch Ortsvorsteherin Kerstin Richter und Landschaftsgärtner Steffen Klauck mussten bei Neptun vorstellig werden. Letzterer hatte den Plan zur Umgestaltung ausgearbeitet und auch einen großen Anteil an der Realisierung. "Ich war als Kind hier schon baden und fand es schade, dass das Bad immer mehr verfällt", nennt er den Beweggrund für sein Engagement. Das Schwimmerbecken sei nun 35 Meter lang, sechs Meter breit und rund drei Meter tief. "Mit dem Aushub haben wir einen Teil des Flachwasserbereiches verkleinert." Dieser ist nun 20 mal 15 Meter groß, mit Teichfolie abgedeckt und mit Beton und Holz befestigt worden, damit kein Sumpfschachtelhalm mehr durchkommt. Etwa ein Drittel des Bades bleibe naturbelassen. "Sechs Seerosen haben wir schon gepflanzt, auch Wasserlilien kommen noch hinein", erläutert Steffen Klauck. Besonders freue er sich darauf, auf dem zugefrorenen Gewässer im Winter wieder Eishockey spielen zu können.

Am Sonntag standen erst einmal sommerliche Sportarten auf dem Programm. Floßwettbewerb, Beachvolleyball-Turnier und Tauziehen sorgten für beste Unterhaltung der Badegäste. "Ich freue mich, dass wir im Urlaub morgens wieder zum Schwimmen hierher fahren können, ohne mit den Beinen Schlingpflanzen herauszuholen", sagte Sabine Vieres, die aus Bochum gekommen war. Mitte der 1960er Jahre habe sie hier schwimmen gelernt, während ihrer Besuche bei der Großmutter. Jedes Jahr komme sie nach Gehren.

"Das Bad ist meine Welt. Ich bin auch schwimmen gegangen, als die Pflanzen im Wasser wuchsen", erzählt Astrid Nerlich.

Sie freut sich über die gelungene Sanierung. "Ich denke, wir haben gute Chancen, den Baderhalt auch künftig finanzieren zu können, denn die Resonanz auf die Spendenaktion war sehr gut", ergänzte sie, während sie Kaffee und Kuchen ausschenkte. Die Einnahmen davon fließen natürlich auch in die Kasse fürs Bad. 2018 steht das nächste große Ereignis an: "Dann besteht das Bad seit 60 Jahren. Und wir beginnen jetzt mit den Planungen fürs Jubiläum", blickt Kerstin Richter auf die nächste Herausforderung für die Gehrener.