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| 18:06 Uhr

Viele zufriedene Besucher
Natur und Brauchtum erleben

 Den Höhepunkt des Maifestes auf dem Höllberghof bildet alljährlich das Aufstellen des Maibaums mit dem traditionellen Bändertanz im Anschluss. Hunderte Zuschauer verfolgten diesen schönen Brauch auch gestern wieder.
Den Höhepunkt des Maifestes auf dem Höllberghof bildet alljährlich das Aufstellen des Maibaums mit dem traditionellen Bändertanz im Anschluss. Hunderte Zuschauer verfolgten diesen schönen Brauch auch gestern wieder. FOTO: Birgit Keilbach
Abwechslungsreiches Maifest im Grünen im Freilichtmuseum Höllberghof. Von Birgit Keilbach

Hunderte Besucher sind am gestrigen Feiertag wieder auf den Höllberghof zum traditionellen Maifest gekommen. Nach einem leicht regnerischen Auftakt ließ sich dann doch die Sonne blicken. So haben die Gäste einen entspannten Tag in der frühlingshaften Natur erlebt. Sportlich starteten die Teilnehmer des 27. Höllberglaufes auf die unterschiedlich langen Strecken durch das anspruchsvolle Gelände. „Das Maifest ist nach dem Sport immer sehr schön zum Entspannen. Für jeden ist etwas dabei – für Kinder und Eltern. Wir fahren immer mit Freunden hierher, es ist eine schöne Atmosphäre“, sagte Läuferin Danielle Kriehn aus Calau.

Wer es ruhiger angehen ließ, konnte sich auf dem weitläufigen Areal umschauen. Hobbygärtner entdeckten an den Ständen manch interessante Pflanze für die heimische Oase. Pflänzchen fürs Gemüsebeet konnten mitgenommen werden, ebenso frisches Gemüse aus der Region. Der Landfrauenverband Niederlausitz hatte wieder seine traditionelle Pflanzentauschbörse geöffnet. Rosi Hofer und Gisela Dorn nahmen junge Pflänzchen entgegen und gaben dafür andere aus. „Viele Gartenkräuter, Dahlien, Maiglöckchen, Studenten, Glockenblumen, Akelei und weitere Pflanzen haben wir heute zum Tauschen und Kaufen“, zählte Rosi Hofer auf. Angela Seifert kommt jedes Jahr zum Maifest auf den Höllberghof. „Seit der Hof eröffnet wurde, nutze ich die Pflanzentauschbörse und finde jedes Jahr neue Pflanzen für meinen Garten“, erzählte die Vetschauerin. Diesmal nahm sie Echte Kamille, Schiefteller und weiße Veilchen mit.

Im und um den Dreiseitenhof wurden Freunde handwerklich gefertigter Unikate fündig. Dekoratives für Haus und Garten konnte mitgenommen werden, auch schöne Patchwork-, Strick- und Näharbeiten für kleine und große Leute.

Der Förderverein Naturpark Niederlausitzer Landrücken, Träger des Freilichtmuseums, hielt ein Naturquiz bereit. „Wir wollen damit die Arten des Jahres 2019 nahebringen“, sagte die stellvertretende Geschäftsführerin des Vereins, Jana Zurakowski. So erfuhren die Gäste beim Lösen der Quizfragen unter anderem, dass die Flatterulme der Baum des Jahres, die Feldlerche der Vogel und das Reh das Wildtier des Jahres sind. Weniger bekannt war den naturkundigen Gästen, dass die Gurke das Gemüse des Jahres und der giftige Grüne Knollenblätterpilz der Pilz des Jahres ist. Mimoé Verona aus Berlin machte es Freude, die Quizfragen zu beantworten. „Es sind gute Fragen, und die Karten mit den Tieren und Pflanzen sind eine gute Hilfe“, sagte die 13-Jährige. Sie hatte alle Antworten richtig und bekam dafür den Hauptpreis, eine CD mit einem Märchen, in dem es um die Natur geht. Ihre Mutter Elba Verona übte sich inzwischen im Bogenschießen. „Wir sind zum ersten Mal hier, und es ist sehr abwechslungsreich. Auch die Märchenerzählerin ist toll“, schwärmte die Berlinerin. In der Scheune führte die Theaterloge Luckau den zweiten Teil von Luckaus Historie auf. Viele Zuschauer verfolgten den unterhaltsamen Blick in die Zeit Luthers.

Am frühen Nachmittag begann der Wehnsdorfer Heimatverein mit den Vorbereitungen für das Maibaumaufstellen. Es ist der jährliche Höhepunkt des Maifestes. Hunderte Zuschauer verfolgten, wie der Baum in die Senkrechte befördert, befestigt und schließlich mit dem Bändertanz zur passenden Musik vom Akkordeon eingeweiht wurde. „Ich habe so etwas zum ersten Mal gesehen. Der Tanz zur Musik und das Flechten in der Gruppe, das hat etwas Harmonisches“, war Elba Verona sehr angetan.

Der Berliner Benjamin Rosenthal und einige Freunde halfen beim Aufstellen mit. „Ich kenne das aus meiner Heimat in Kolkwitz bei Cottbus, dort wurde der Maibaum gestern Abend aufgestellt“, erzählte er. Gemeinsam mit Freunden aus Cottbus, Brandenburg/Havel und Berlin war er auf den Höllberghof gekommen. „Der Ausflug ins Grüne gehört schon zur Tradition“, erzählte Victoria Kerber aus Brandenburg/Havel. Weil es mit der Kahnfahrt im Spreewald nichts wurde, wählten die zehn Freundinnen und Freunde den Höllberghof als Ziel und bereuten dies nicht. „Es ist idyllisch, im Grünen die Sonne genießen, so wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Victoria Kerber. Auch sie habe die Tradition des Maibaumstellens zuvor noch nie live gesehen. „Und wir haben dabei gelernt, wie man Annemarie-Polka tanzt“, fügte sie ein weiteres Erlebnis an, während die anderen Freunde bereits Wikinger-Schach auf der Wiese spielten.