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| 17:32 Uhr

Erlebnisbesuch
Natur und Brauchtum erleben

Das Aufstellen des Maibaums mit dem anschließenden Bändertanz gehört zur festen Tradition beim Maifest im Freilichtmuseum Höllberghof. Seit nun schon mehr als 20 Jahren führt der Wehnsdorfer Heimatverein diese schöne Tradition dort vor.
Das Aufstellen des Maibaums mit dem anschließenden Bändertanz gehört zur festen Tradition beim Maifest im Freilichtmuseum Höllberghof. Seit nun schon mehr als 20 Jahren führt der Wehnsdorfer Heimatverein diese schöne Tradition dort vor. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. Maibaumstellen, Sport, Handwerk – erlebnisreiches Maifest im Freilichtmuseum Höllberghof. Von Birgit Keilbach

. Hunderte Besucher sind am Mai-Feiertag wieder auf den Höllberghof zum traditionellen Maifest ins Freilichtmuseum Höllberghof gekommen. Auf dem weitläufigen Areal erfuhren sie unter anderem Wissenswertes über die Arten des Jahres, konnten traditionelles Handwerk erleben und in der Scheune Theaterszenen verfolgen. Die sportlichen Gäste starteten zum 26. Mal mit dem Höllberglauf in den Tag.

„Es ist immer eine sehr schöne Strecke und die Atmosphäre sehr familiär und wir können dann das Maifest miterleben“, schwärmte die Rosenthalerin Heike Maixner nach ihren 7,5 Kilometern durch den Wald. Auch der Potsdamerin Jana Heinrich gefiel die Strecke, „die sehr hügelig ist, aber im Wald war dann der Wind auch weg.“

Den Höhepunkt bildete wiederum das traditionelle Aufstellen des Maibaums mit anschließendem Bändertanz, vorgeführt vom Wehnsdorfer Heimatverein. In diesem Jahr war die Birke besonders stark und dazu blies der Wind kräftig. Deshalb bekamen die Wehnsdorfer Verstärkung durch einige Besucher, die dabei halfen, den Baum in die Senkrechte zu befördern und dann auch ordentlich zu befestigen. „Der Wind ist nicht ohne, da mussten wir uns vereint schon ordentlich anstrengen“, berichtete Hartmut Huschka aus Berlin nach seinem Einsatz am Maibaum. Jedes Jahr kommen er und seine Frau Erika zum Maifest, „denn es ist immer wieder schön, diese Tradition zu erleben. Der Tanz mit den Bändern gefällt uns total gut.“

Stammgäste auf dem Höllberghof sind auch Heidi Fröbel und ihr Mann aus Bestensee. „Wir haben ihn einmal für uns entdeckt und kommen fast regelmäßig am 1. Mai und 3. Oktober, denn es sind immer sehr interessante Dinge zu erleben.“ Beim Quiz der Naturwacht des Naturparks Niederlausitzer Landrücken habe sie „heute wieder etwas dazugelernt“, erzählte Heidi Fröbel. Ihnen gefiel die Möglichkeit, sich bei den Naturwächtern Ratschläge zu holen. „Wir versuchen, in unserem Garten viel für die Natur zu tun, haben Vogelhäuser, Nistkästen, Fledermaus-Quartier und Hummelburg.“

An der Tastbox erfühlte Milan Richter gerade, was sich hinter den kleinen Stoffläppchen verbirgt. „Ein Horn und ein Kienappel“, nennt der Vierjährige zwei Dinge, die er mit seinen Fingern ertastete. Zum zweiten Mal ist er mit seiner Mutter Cindy beim Maifest. „Hier gibt es viel Handgemachtes und die Leute an den Ständen geben sich viel Mühe mit ihren Sachen“, schätzte die Heinsdorferin ein.

Die Familie mache am 1. Mai immer einen Familientag mit Kindern, Eltern und Geschwistern, ergänzte ihre Schwester Anne. „Diesmal machen wir alle zusammen Picknick auf dem Höllberghof. Hier ist für die Kinder etwas zu erleben und außerdem ist viel Neues über die Natur zu erfahren“, erläuterte Anne Richter.

Das konnten die Besucher auch im Waldmuseum bei Revierförster Olrik Pörtner. Er erklärte seinen neugierigen Zuhörern zum Beispiel, wie der Ziegenmelker zu seinem Namen kam und konnte zu jedem in der Vitrine ausgestellten Tier eine Geschichte erzählen. Auch ein Blick in ein Buntspecht-Nest war möglich. Anhand der ausgestellten Werkzeuge unter anderem zur Bodenbearbeitung, Schädlingsbekämpfung, fürs Pflanzen, Zapfen ernten, für die Baumschule erhielten die Besucher einen guten Einblick in das Aufgaben-Spektrum der Forstleute.

Eine Vielfalt an Pflanzen für Balkon, Terrasse und Beet hielten die Gärtner an ihren Ständen bereit. Die Niederlausitzer Landfrauen hatten wieder viele verschiedene Pflänzchen aus den eigenen Gärten zum Tauschen eingetopft. „Wir machen das jedes Jahr, wer eine Pflanze mitbringt, kann eine von uns mitnehmen“, erläuterte Gisela Dorn das Prinzip.

Kulinarisch kamen die Maifest-Gäste gleichfalls auf ihre Kosten. Honig, Wein, frisch geräucherter Fisch, Eintopf, Bratwurst und Hefekuchen aus dem Reisigbackofen boten Vielfalt. Für Stimmung sorgten die Musiker „Die Bertianer“ mit Akkordeon und Gitarre an verschiedenen Stellen des Höllberghofes.