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| 17:13 Uhr

Tierheim Langengrassau
Tierschutz beginnt bei den Kleinen

Susann Viol, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Luckau und Umgebung, setzt sie für das Wohl der Vierbeiner ein.
Susann Viol, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Luckau und Umgebung, setzt sie für das Wohl der Vierbeiner ein. FOTO: Anja Brautschek / LR
Langengrassau. Tierheim Langengrassau bietet neue Aktionen für den tierinteressierten Nachwuchs an. Von Anja Brautschek

Ob als Haustier, auf dem Bauernhof oder in der freien Natur – Tiere sind in der Region allgegenwärtig. Mit dem kuscheligen Fell und den großen Knopfaugen sind vor allem Kinder schnell von den Vier- oder auch Zweibeinern fasziniert. Doch der Umgang mit Tieren will gelernt sein. „Vielen Kindern fehlt es heutzutage schon an wichtigen Grundkenntnissen, um das Verhalten der Tiere zu verstehen“, sagt Susann Viol. Sie ist die Vorsitzende des Tierschutzvereins Luckau und Umgebung. Aus diesem Grund will sie Tierbegeisterte so früh wie möglich an das Thema Tierschutz heranführen. „Um ein Umdenken zu bewegen, müssen wir schon frühzeitig damit anfangen“, erklärt sie. So verankern sich die richtige Pflege und Fütterung.

Im Tierheim in Langengrassau können Kinder und Jugendliche daher spielerisch den richtigen Umgang mit Hund, Katze, Kaninchen oder Vogel lernen. Denn seit Kurzem bieten die Mitarbeiter mehrere Aktionen für den Nachwuchs an. Wer Spaß am Umgang mit Tieren hat, kann sich in der Tierschutz-Jugendgruppe engagieren. Interessierte Mädchen und Jungen zwischen zwölf und 16 Jahren haben so die Möglichkeit, den Vierbeinern ganz nah zu kommen und ihnen etwas Gutes zu tun. Sie können Schlafhütten oder Versteckmöglichkeiten für die Tiere basteln und lernen gleichzeitig die Verantwortungen der Tierhaltung. „Wer möchte, kann die Tiere natürlich auch kuscheln und mit ihnen spazieren gehen“, sagt Susann Viol. Bislang helfen drei Mädchen einmal im Monat in der Jugendgruppe mit. Sie haben auch bei den Vorbereitungen zur Demo „Wir haben es satt“ in Berlin tatkräftig mit angepackt. „Wir wollen damit schon frühzeitig das Interesse am Tierschutz wecken“, sagt die Tierschutz.Chefin.

Sie bietet daher auch für die Kleinsten eine ganz besondere Aktion: Katzen-Vorlese-Stunden. Die Kinder kuscheln sich mit ihren Lieblingsbuch zu den Katzen und lesen laut vor. „Das fördert das Selbstbewusstsein der Kinder“, beschreibt Susann Viol die Idee. Gleichzeitig werde so die Bindung zwischen Mensch und Tier verstärkt. Ein ähnliches Konzept sei in einem Bremer Tierheim bereits erfolgreich etabliert. „Jetzt fehlen nur noch die Kinder“, sagt sie.

Doch nicht nur im Tierheim selbst will die Tierschutz-Chefin aktiv werden. Großes Potenzial sieht sie in den Grundschulen der Region. Gemeinsam mit dem Landestierschutzverband Brandenburg setzt sie sich für eine Verankerung der Thematik in dem Lehrplan ein. „Tierschutz muss in den Schulen präsenter sein. Das ist ganz wichtig“, sagt sie.

Sie ist daher besonders froh, dass Tochter Lisa ab April eine Ausbildung zum Tierschutzlehrer beginnt. Die Weiterbildung des deutschen Tierschutzbundes vermittelt fachliche und didaktische Kenntnisse. „Lisa wäre damit die erste Tierschutzlehrerin in Brandenburg“, sagt Susann Viol. Ziel sei, in den Schulen damit den Tierschutz praxisnah zu vermitteln. Rollenspiele oder Spiele helfen, das Verhalten und die Bedürfnisse von Tieren zu verstehen. Dabei geht es nicht nur um die artgerechte Haltung von Haus- und Nutztieren. Auch der Umgang und Schutz von Wildtieren sind Thema. In anderen Bundesländern sind Tierschutzlehrer regelmäßig in Arbeitsgruppen oder Projektwochen aktiv oder besuchen die Einrichtungen in einzelnen Unterrichtsstunden. Voraussichtlich Ende des Jahres kann das Konzept den Grundschule vorgestellt werden.