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Nachfolgerin für Straupitzer Leinölfee gesucht

Leinölfee Gabriele Kliemke vor der Straupitzer Holländerwindmühle.
Leinölfee Gabriele Kliemke vor der Straupitzer Holländerwindmühle. FOTO: Frank Rösner
Straupitz. Fünf Jahre lang hat Gabriele Kliemke als Straupitzer Leinölfee ihren Heimatort und die Holländerwindmühle über die Region hinaus bekannt gemacht. Nun wird eine Nachfolgerin gesucht, die sich die Flachskrone aufsetzt. Ingrid Hoberg

Wenn in einer Woche der Spreewaldmarathon auch in Straupitz eine Station hat, dann wird die Leinölfee den Freizeitsportlern am Start alle guten Wünsche mit auf den Weg geben. Es dürft eine der letzten Veranstaltungen sein, die Gabriele Kliemke in dieser offizielle Funktion für die Gemeinde und den Heimat- und Fremdenverkehrsverein wahrnimmt. Fünf Jahre hat sie das Ehrenamt mit Leib und Seele zu ihrer Sache gemacht. Pfingsten zum Johannismarkt will die 2. Straupitzer Leinölfee ihre Krone an eine Nachfolgerin weitergeben. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagt sie lächelnd - und es schwingt schon eine Portion Wehmut mit.

"Ich hatte 40 bis 50 Auftritte in der Saison. Zur Grünen Woche in Berlin ging es los - bis zum Erntedankfest in Straupitz", erzählt sie. Sie war in Forst, Guben, Peitz unterwegs - überall dort, wo es auch gekrönte Häupter gibt, die für ihre Region werben. Apfel- oder Rosenkönigin, Lindenprinzessin oder Teichnixe, Erntekönige oder Gurkenkönigspaar - alle hat die Leinölfee im Laufe ihrer mehr als zweifachen Amtszeit kennengelernt. In der Lausitz werden viele Feste gefeiert, zu denen die gekrönten Häupter aus der Nachbarschaft zusammenkommen. "Es sind auch Freundschaften entstanden", ergänzt sie. So sei sie privat zur Hochzeit einer Blütenkönigin eingeladen worden. Das 1. Europäische Königinnentreffen führte sie nach Glücksburg. Auch ins Erzgebirge und nach Thüringen ist sie gereist - als Gegenbesuch für die Aufwartung von Königen und Prinzessinnen, die Brandenburg ihre Aufwartung gemacht haben. "Das ist der Reiz - man lernt Menschen kennen, zu denen man sonst keinen Kontakt hätte", sagt sie. Denn nicht nur die gekrönten Häupter sind in ihrer Chronik zu finden. Sie war dabei, als Bundespräsident Joachim Gauck zum Erntedankgottesdienst kam, sie begrüßte als Brandenburger Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) und Dietmar Woidke (SPD) wie auch den sächsischen Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU).

Alles unter einen Hut zu bringen und liebenswürdig, schlagfertig wie humorvoll Straupitz und sein Leinöl in der Öffentlichkeit zu vertreten, ist Gabriele Kliemke gelungen, weil sie familiäre Unterstützung hat. "Mein Mann ist zu den Treffen immer mitgefahren. Man braucht bei den Veranstaltungen jemand, der sich im Hintergrund kümmert", sagt die Leinölfee.

Gerd Nowak von der Holländerwindmühle weiß, dass Gabriele Kliemke die Leinölfee zu einem Straupitzer Markenzeichen gemacht hat. Diese hoch gelegte Latte muss die neue Leinölfee nicht reißen - jede Bewerberin bringt sich anders ein - hauptsächlich in der Region. Dabei wird sie von der Mühle sowie vom Heimat- und Fremdenverkehrsverein unterstützt.

Zum Thema:
Die Gemeinde Straupitz sowie der Heimat- und Fremdenverkehrsverein schreiben die ehrenamtliche Funktion der Leinölfee für 2015 bis 2017 aus. Die Bewerberinnen sollten zwischen 25 und 45 Jahre alt sein, über Leinen (Flachs) und insbesondere über das Straupitzer Leinöl Bescheid wissen. Bewerbungen können bis 30. April eingereicht werden. Weitere Infos unter Tel. 035475 16997 oder 386.

Die Leinölfee im Kreise anderer gekrönter Häupter vor der Schinkelkirche: Zum Erntedankfest im Oktober 2014 waren andere Repräsentanten ihrer Region der Einladung nach Straupitz gefolgt.
Die Leinölfee im Kreise anderer gekrönter Häupter vor der Schinkelkirche: Zum Erntedankfest im Oktober 2014 waren andere Repräsentanten ihrer Region der Einladung nach Straupitz gefolgt. FOTO: Manfred Kliemke