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| 16:19 Uhr

Untreue-Urteil gegen Baudezernent Chris Halecker
FDP und CDU-Nachwuchs fordern Konsequenzen für Vize-Landrat

Chris Halecker wurde wegen Untreue verurteilt. Loge äußert sich bislang nicht, ob das berufliche Konsequenzen haben wird, wie es FDP und Junge Union fordern.    
Chris Halecker wurde wegen Untreue verurteilt. Loge äußert sich bislang nicht, ob das berufliche Konsequenzen haben wird, wie es FDP und Junge Union fordern.   FOTO: Ingvil Schirling
Lübben/Luckau. Chris Halecker (Linke), Vize-Landrat von Dahme-Spreewald, ist verurteilt worden: Er hat laut Gericht 6700 Euro aus einer Vereinskasse abgezweigt. Junge Union und FDP fordern Konsequenzen – und sehen auch Landrat Stephan Loge (SPD) in der Pflicht. Von Anja Brautschek und Ingvil Schirling

Die Nachricht von der Verurteilung des Vize-Landrates des Landkreises Dahme-Spreewald schlug ein wie eine Bombe. Am Montag verurteilte das Amtsgericht Fürstenwalde Chris Halecker (Die Linke) wegen Untreue zu einer Geldstrafe von insgesamt 34 500 Euro. Der Vorwurf: Er soll als Vorsitzender der Landesrettungsschule Brandenburg in Bad Saarow zwischen 2015 und 2016 insgesamt 6700 Euro aus der Vereinskasse für private Zwecke abgezweigt haben.

Noch im selben Jahr wurde Halecker vom Kreistag Dahme-Spreewald zum ersten Beigeordneten und Vize-Landrat gewählt und ist außerdem für das Dezernat Verkehr, Bauwesen und Umwelt zuständig. Die Vorfälle sollen demnach vor seiner Wahl stattgefunden und in der Verwaltung nicht bekannt gewesen sein.

Untreue-Vorwurf: Warum Chris Halecker schweigt

Halecker selbst wollte sich zu dieser Sachlage auf Nachfrage der RUNDSCHAU nicht äußern. Er verweist auf das noch laufende Verfahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob für den Vize-Landrat darüber hinaus Konsequenzen zu erwarten sind, bleibt abzuwarten.

„Da ich bislang keine Kenntnis über die der Gerichtsentscheidung zugrunde liegenden Tatsachen hatte, kann ich diese Angelegenheit zum jetzigen Zeitpunkt weder bewerten noch ein Urteil zum Verhalten des ersten Beigeordneten treffen“, erklärt Landrat Stephan Loge (SPD).

Loge selbst hat nach eigener Darstellung aus der Presse von den Vorwürfen erfahren. In einem anschließenden Gespräch habe Halecker sich ihm erstmals offenbart. Nun lässt Loge prüfen, ob gegen Halecker ein Disziplinarverfahren einzuleiten ist.

Junge Union: Halecker muss als Vize-Landrat zurücktreten

Deutliche Worte finden die FDP und Junge Union. Beide fordern ein unverzügliches Handeln. Der Kreisvorstand der Jungen Union fordert Chris Halecker zum Rücktritt auf. „Seine persönliche Integrität ist durch die Verurteilung derart geschädigt, dass ein Agieren für den Landkreis nicht mehr gegeben ist. Ein weiteres Handeln als Vize-Landrat und Dezernent schadet dem Ansehen unseres Landkreises“, begründet der Vorstand seine Forderung.

Obwohl Chris Halecker ein Geständnis abgelegt und das veruntreute Geld bereits an den Verein zurückgezahlt haben soll, hält die Junge Union an den Rücktrittsforderungen fest. „Gerade in der heutigen Zeit, wo Politiker mehr denn je im Fokus der Medien und Öffentlichkeit stehen, als Vorbild dienen sollten und mit ihrem Handeln hohen Maßstäben gerecht werden müssen, hat Chris Halecker versagt“, kritisiert der Kreisvorstand scharf.

FDP: Landrat muss seinen Vize Halecker suspendieren

Die Freien Demokraten des Landkreises hingegen sehen den Landrat in der Pflicht und fordern die Suspendierung seines Stellvertreters. „Es ist unzumutbar, dass Chris Halecker weiterhin als erster Beigeordneter tätig ist. Wir erwarten eine zügige Entscheidung des Landrates und eine unverzügliche Erklärung von Halecker und seiner ihn tragenden Partei Die Linke“, erklärt Kreisvorsitzender Rico Kerstan.

Er erinnert daran, dass die Liberalen schon der Wahl Haleckers zum ersten Beigeordneten kritisch gegenübergestanden hätten. Es sei aus ihrer Sicht ein wenig überzeugender und öffentlich umstrittener Personalvorschlag gewesen. „Nun scheint, dass unsere Bedenken berechtigt waren.“