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Nach dem Leistungsprinzip

In dieser Woche gibt es Zeugnisse in den Schulen. Ich bin ja schon gespannt, wie die Giftblätter meiner beiden Kinder Paula und Johann aussehen werden. Als Belohnung für ein gutes Zeugnis habe ich den beiden schon einen Ausflug am kommenden Wochenende versprochen. Paul Johann


Mein Bengel war gar nicht so begeistert, wie ich hoffte. Er meinte nur: „Na ja, zu Hause kann es auch schön sein.“ Ich kann mich sehr gut an meine eigenen Zeugnisse erinnern. Aus Gründen des Datenschutzes halte ich diese Dokumente allerdings vor meinen Kindern versteckt. Zu meiner Schulzeit wurde ja noch der Sozialismus in unserem Land ausprobiert.
Bei uns zu Hause ging es allerdings schon sehr marktwirtschaftlich zu. Das hieß beim Taschengeld zum Beispiel: „Nicht jeder nach seinen Bedürfnissen, sondern jeder nach seinen Leistungen.“ Konkret bedeutete das, für jede Eins auf dem Zeugnis sollte ich fünf Mark bekommen, für jede Vier oder Fünf die gleiche Summe vom Taschengeld abgeben. Ich bin dann immer in den Ferien ein paar Wochen arbeiten gegangen. Schließlich wollte ich ja nicht mit Schulden das nächste Schuljahr beginnen.
Meine Kinder haben es da viel besser. Sie können in den Ferien ausspannen. Natürlich nicht faulenzen. Erst wird selbstverständlich der Rasen gemäht, Unkraut gezupft und der Mutti geholfen.
Auch der Hund braucht schließlich täglich seinen Auslauf.
Aktive Erholung ist gesund und außerdem freuen sich die Kinder so schon bald wieder auf den Schulbeginn!
Schöne Ferien in diesem Sommer wünscht