Von Andreas Staindl

Mit einem musikalischen Genuss der Extraklasse wurde das alte Jahr in Luckau verabschiedet. Die Freunde der Residenzstadt Königs Wusterhausen e.V. hatten im Rahmen der Kulturfestspiele „Schlösser und Gärten der Mark“ zum Silvesterkonzert unter dem Motto „Sambias – kleine Werke großer Meister“ eingeladen.

Die Idee, mit brasilianischen Klängen ins neue Jahr zu gehen, hat gezündet. Rappelvoll war es am Montagabend in der Kulturkirche. Die restlichen Karten an der Abendkasse wurden verkauft, zusätzliche Stühle aufgestellt. Cord Schwartau, Geschäftsführer der Festspiele, war schon vor Konzertbeginn zufrieden. Zum einen, weil er in Luckau mit der Kulturkirche „eine hervorragende Spielstätte“ zur Verfügung hatte, und „wir uns hier sehr wohl fühlen“, aber auch, weil das Silvesterkonzert erneut ausverkauft war.

Die Besucher kamen nicht nur aus Luckau und der Region. Hilmar Stolpe wohnt in Schwerin im Norden des Landkreises Dahme-Spreewald. „Ein Konzert gehört für mich Silvester dazu“, sagt er. „Ich verabschiede traditionell das alte Jahr mit schöner Musik und einem kulturellen Erlebnis.“ Den besonderen Jahresabschluss bekamen er und die anderen Gäste auch geboten. Mit Eva Jagun (Gesang/Deutschland), Björn Bergek (Gitarre/Schweden) ), Hortense Rigot (Querflöte/Frankreich) und Zito Ferreira (Percussion/Angola) haben erstklassige Künstler in der Kulturkirche musiziert. Sie verbindet die Liebe zur brasilianischen Musik. Ihre Spielfreude ist ansteckend, das Programm sehr abwechslungsreich.

„Es macht großen Spaß, zuzuhören“, sagt Thomas Worms aus Luckau. „Ich genieße es, gemeinsam mit Freunden Silvester etwas Schönes zu erleben.“ Am Montagabend waren das brasilianische Volkslieder. Verspielte Melodien und bewegende Texte entführten in die einzigartige Klangwelt Brasiliens zwischen Samba, Jazz und Bossa Nova – gekonnt gewürzt mit afrikanischen Einflüssen.

Die Musiker präsentierten Werke großer brasilianischer Meister wie etwa Joao Bosco, Djavan und Elton Medeiras. Sie arrangierten und interpretierten die Stücke auf ganz eigene Weise. Dank ihrer Leidenschaft und Spielfreude entsteht eine ganz spezielle Form von Weltmusik. „Ein wirklich sehr schönes Silvesterkonzert“, sagt der Lübbener Andreas Rieger. „Für mich gehört anspruchsvolle Kultur unbedingt zu einem Jahresabschluss dazu. Schön, dass das in Luckau möglich ist.“ Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) wiederum war „froh, erstklassige Musiker bei uns zu Gast zu haben“. Für ihn hatte das Silvesterkonzert auch symbolischen Charakter: „Das Kapitel 2018 wird jetzt zugeschlagen.“ Die Fortsetzung ist längst geschrieben. Silvester 2019 gestaltet das Residenzorchester Mark Brandenburg ein Gala-Programm in der Kulturkirche in Luckau, wie Cord Schwartau ankündigt. Ihm zufolge ist eine spanische Nacht geplant. Zufall ist das nicht, dass die Festspiele Mark Brandenburg auch in diesem Jahr in der Berstestadt gastieren. „Luckau ist für uns ein ganz wichtiger Standort“, sagt der Geschäftsführer. „Wir werden unser Engagement hier noch ausweiten.“ Fest steht schon, dass das Residenzorchester während seiner musikalischen Klangreise durch Brandenburg am 25. August und am 14. September dieses Jahres in der Nikolaikirche in Luckau Station macht. Mit der Silvester-Gala wird das Kapitel 2019 erneut in der Kulturkirche zugeschlagen. „Ich freue mich schon darauf“, sagt Gerald Lehmann. „Das Silvesterkonzert 2018 hat Appetit darauf gemacht.“