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Museumsbesucher verzieren Eier und flechten Körbe

In der Ostereier-Werkstatt zeigte Barbara Fix (2.v.l.), wie die Eier mit Wachsbatik-Technik verziert werden.
In der Ostereier-Werkstatt zeigte Barbara Fix (2.v.l.), wie die Eier mit Wachsbatik-Technik verziert werden. FOTO: Keilbach/bkh1
Uckro. Zahlreich sind die Besucher am Ostersonntag in das Land- und Erlebnismuseum an der Uckroer Dorfstraße geströmt. Reinhard Gerwien aus Kaden hat sich auf dem historischen Vierseitenhof zum ersten Mal umgeschaut. B. Keilbach/bkh1

"Der Besuch weckt Erinnerungen an die eigene Kindheit. Hinter der Kartoffelschleuder sind wir als Kinder hergelaufen und haben die Kartoffeln aufgelesen. Fürs Kilo gab's damals zehn Pfennig", erinnert er sich. So hätten sie sich damals ihr Taschengeld verdient.

Dann entdeckt er Sigrid Konzack am Spinnrad. "Woran hat sich Dornröschen denn gestochen?", fragt er spontan. "Vielleicht an der Spitze der Spule", vermutet die Leiperin, hebt die Spule heraus und zeigt auf das metallene Endstück, mit dem diese über dem Rad eingehangen ist. Ganz so nadelspitz, wie das Märchen vermuten lässt, ist es allerdings nicht.

Ihr Spinnrad stamme aus dem 19. Jahrhundert, "aber davor sahen sie vielleicht noch anders aus", erklärt Sigrid Konzack und setzt das Spinnrad wieder in Bewegung.

Nebenan leitet ihr Bruder Berthold Lehnigk aus Groß Lübbenau zwei Korbflechter-Lehrlinge an. Es sei gar nicht so schwer, "doch man muss sich gut konzentrieren und darf sich nicht ablenken lassen", teilt Arnim Pundrich seine ersten Erfahrungen mit. Damit der Wechsel des Geflechts gelinge, müsse er schon gut aufpassen, fügt sein Bruder Toni an. "Wenn sie 100 Körbe geflochten haben, geht das dann auch schneller", macht Berthold Lehnigk den zwei jungen Männern Mut.

Im Raum mit den historischen Kücheneinrichtungen verzieren Besucher ausgeblasene Eier mit Wachsbatik-Technik. Celina Holtzsch hat ihr erstes Ei fertig gestaltet. "So wird das Wachs zum Schluss vorsichtig entfernt und das Ei bekommt einen schönen Glanz", erklärt die Lübbenauerin Barbara Fix, während sie das Ei über die Kerzenflamme hält und das geschmolzene Wachs immer wieder mit einem Lappen abwischt.

Celinas Mutter Christin Holtzsch gefällt das Angebot auf dem historischen Bauernhof. "Er ist überschaubar und gemütlich. Und das Ostereiergestalten ist eine gute Ergänzung, das gab es hier im letzten Jahr noch nicht", sagt die Vogtländerin, die mit ihrer Tochter das Osterfest bei den Eltern in Luckau verbringt.