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| 17:18 Uhr

Tourismus
Eine Museumsbahn für Luckau

Ralf Wulf und Holm Hasenbein (v.l.) wollen mit Vereinskollegen die alte Regionalstrecke in Uckro reaktivieren.
Ralf Wulf und Holm Hasenbein (v.l.) wollen mit Vereinskollegen die alte Regionalstrecke in Uckro reaktivieren. FOTO: LR / Carmen Berg
Uckro. Eisenbahn-Enthusiasten wollen die stillgelegte Regionalstrecke und alten Bahnhof in Uckro reaktivieren.

Vor einem Jahr hat sich der Verein der „Uckro-Luckauer Eisenbahnfreunde in der Niederlausitz“ am Uckroer Bahnhof angesiedelt. Seither arbeiten die 14 Enthusiasten hart an der Erfüllung ihres Traums: Ein Museumszug soll auf den stillgelegten Gleisen der Deutschen Regionaleisenbahn wieder Fahrgäste von Uckro nach Luckau befördern. Später sei eine Weiterführung bis zum Campingplatz Groß Leuthen angedacht, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Ralf Wulf.

Einst verkehrte die eingleisige Nebenbahn zwischen Falkenberg/Elster und Beeskow. Die letzten Waggons, im Volksmund „Ferkeltaxi“ genannt, ratterten in den 2000er Jahren nur noch zu besonderen Anlässen über die Gleise. Dann überwucherte Gras und Gestrüpp die Schienen. Sie wieder freizuschneiden, ist eine schweißtreibende Aufgabe, bei der die Vereinsfreunde gut vorankommen. Sie haben auch begonnen, den alten Lokschuppen instand zu setzen und nehmen sich als Nächstes die Sanierung des alten Bahnhofs, eines Denkmalhauses gegenüber dem Hauptgebäude, vor. Es gehört der Stadt Luckau, die mit dem Verein einen Erbbaupachtvertrag über 50 Jahre abgeschlossen hat.

Im Erdgeschoss sind ein Museum sowie ein touristischer Info-Punkt geplant, im Obergeschoss Vereinsräume. Gespräche mit der Denkmalbehörde habe es bereits gegeben, sagt Ralf Wulf. „Die Pläne klingen kühn“, räumt Vereinskollege Holm Hasenbein ein. „Doch auch die bekannte Ilztalbahn in Passau hat mal mit einer Handvoll Leuten angefangen.“

Holm Hasenbein kommt aus München, andere aus Randberlin, aber auch aus dem Luckauer Umland. Viele sind aktive oder ehemalige Eisenbahner - alle brennen dafür, Bahnstrecken vor dem Untergang zu retten. Sie nennen gute Gründe, warum das für die 50 Kilometer zwischen Uckro und Lübben klappen kann. Da  sei die günstige Lage als Bindeglied zwischen den Hauptstrecken Cottbus-Berlin und Dresden-Berlin. Die Gleise seien noch gut erhalten, müssten nur partiell erneuert werden, erklärt Holm Hasenbein.  „Und wir haben in Luckau die Stadt auf unserer Seite, das ist nicht überall so“, sagt Ralf Wulf. Anfangs soll der Museumszug zu besonderen Höhepunkten in Luckau und dem Spreewald über Land tuckern. Hochzeiten, Firmenfeiern seien in den nostalgischen Wagen ebenfalls denkbar, blickt er voraus.

Neben der Strecke kümmern sich die Eisenbahnfreunde um den „Fuhrpark“. Auf dem Gelände stehen eine Kleinlok und zwei Personenwagen aus den Jahren 1928/29 - einer schon restauriert. Bei den Instandsetzungen arbeite der Verein mit dem Unternehmen L&W zusammen, das am Luckauer Bahnhof ansässig ist. Auch zum Eigentümer der Gleise, der Deutschen Regionaeisenbahn, bestünden enge Kontakte, sagt Ralf Wulf.

Wann der erste Musuemszug rollen kann, ist offen. „Wir sind auf Fördergelder angewiesen, auf Spenden und auf Muskelkraft“, so der Vize-Chef. Deshalb sind weitere Mitstreiter mit Sachverstand und Herzblut willkommen. Einen Tag der offenen Tür am Pfingstsonntag, 20. Mai, wollen die Eisenbahnfreunde nutzen, um für ihre Pläne zu werben, die dem Tourismus in Luckau Aufwind bringen sollen. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zollt dem Mut des Vereins Respekt. „Die Stadt wird weiter untertsützen“, sichert er zu.

Hier sind die alten Gleise bereits vom Bewuchs beräumt.
Hier sind die alten Gleise bereits vom Bewuchs beräumt. FOTO: LR / Carmen Berg