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| 17:32 Uhr

Mühlentag in der Region
Mühlenerlebnis trotz Flaute

 Zahlreiche Fragen der interessierten Mühlenbesucher hatte Peter Fischer (l.) vom Mühlenaktiv des Heimatvereins zu beantworten. Wie wird gemahlen, was leistet die Mühle, und was kommt am Ende dabei heraus?
Zahlreiche Fragen der interessierten Mühlenbesucher hatte Peter Fischer (l.) vom Mühlenaktiv des Heimatvereins zu beantworten. Wie wird gemahlen, was leistet die Mühle, und was kommt am Ende dabei heraus? FOTO: Birgit Keilbach
Fürstlich-Drehna. In Fürstlich Drehna erfahren Besucher die Geschichte der historischen Bockwindmühle. Von Birgit Keilbach

Zwar reichte das leichte Lüftchen am Pfingstmontag nicht für das Erlebnis Mühlenbetrieb mit Windkraft – dem Interesse der Besucher tat das keinen Abbruch. Zahlreich stiegen kleine und große Mühlenentdecker die steilen Holztreppen hinauf, bestaunten das Mühlrad mit den großen Holzzähnen, das Stockgetriebe, die Mühlsteine und genossen die Aussicht aus den Fenstern. Mit zahlreichen Fragen löcherten sie die Mitglieder des Mühlenaktivs im Heimat- und Kulturverein von Fürstlich Drehna.

Nein, Mehl sei in der Mühle nicht gemahlen worden, antwortete Peter Fischer auf die wohl häufigste Frage. „Sie hat nur einen Mahlgang und es wurde nur Schrot produziert.“ Etwas Besonderes habe die Mühle allerdings aufzuweisen: „Sie hat eine Hirsestampfe. Es ist die einzige noch funktionstüchtige Maschine dieser Art im Land Brandenburg“, so Fischer. Hirse habe eine harte Schale und sehr kleine Körner, die mit den hölzernen Stampfern zerquetscht werden. Aus rund einem Meter Höhe fallen diese auf die Hirse. „Das braucht viel Kraft und der Wind muss ordentlich wehen. Dann ist das Stampfen aber auch kilometerweit zu hören“, ergänzte er.

Eine Etage tiefer konnten sich die Besucher die besondere Maschine mit den drei massiven Stampfern von seiner Frau Alkmene erläutern lassen. Hier erfuhren die Besucher zudem die interessante Geschichte der historischen Bockwindmühle. Die ältesten Teile sind mehr als 230 Jahre alt, erkennbar an der deutlich dunkleren Färbung des Holzes. 1788 war sie in Schiebsdorf errichtet worden. Ein Balken mit der Jahreszahl ist noch erhalten. 1993 habe sie Vereinsgeschäftsführer Wilfried Pilz in dem zur Gemeinde Kasel-Golzig zählenden Dorf entdeckt.

„Sie stand nur noch in Fragmenten“, erläuterte Alkmene Fischer. Doch die Drehnaer konnten die Verwaltung des damaligen Amtes Luckau überzeugen. Die Mühle wurde gekauft, abgebaut und eingelagert. Der Wiederaufbau erfolgte auf rekultiviertem Gelände am Rande des Dorfes. Zum Mühlentag im Jahr 2001wurde sie feierlich eingeweiht. Zehn Jahre später wurde dieser Standort wegen Rutschungsgefahr gesperrt. Nochmals wechselte die Mühle ihren Platz.

„Wir hatten Glück. Zum Dorf- und Erntefest 2014 nahmen Stadt und LMBV Geld in die Hand und die Mühle wurde hier auf dem historischen Standort Mühlenberg wieder aufgebaut. Hier standen vor 100 Jahren noch zwei Windmühlen“, blickte Peter Fischer in die Geschichte. Der Vorteil von Bockwindmühlen sei, dass sie komplett ab- und wieder aufgebaut werden können, anders als bei Mühlengebäuden aus Stein. Auch in früheren Zeiten seien die Müller mit ihren Bockwindmühlen umgezogen.

Hänschen Krüger war aus Tauche bei Beeskow gekommen, um sich die Mühle in Fürstlich Drehna anzuschauen. Er sei von Kindheit an mit Mühlen verbunden. „Mein Großvater hatte auch eine Mühle gebaut, konnte sie aber nicht vollenden. Mich fasziniert bis heute, wie sie das alles mit Flaschenzug und Muskelkraft zusammenbauen können.“

Mildrit Berki aus Cottbus wählte Fürstlich Drehna zum wiederholten Male als Ausflugsziel für den Mühlentag. „Ich finde es gut, dass sich die Dorfgemeinschaft so für die Mühle engagiert. Es ist immer wieder spannend, die Technik zu erleben“, sagte die Cottbuserin. Nach der Mühle wolle sie mit ihrem Mann noch das Schloss und das Café sowie den „Trödelhof“ besuchen.

Auf dem Mühlengelände gab es für die Besucher noch viele weitere Erlebnisse. Besonders beliebt bei den Kindern war die Kartoffelklapper. Auch eine Windfege, eine Butterstampfe und weitere historische Gerätschaften waren zu entdecken. Naturwacht-Rangerin Monika Gierach vermittelte Wissenswertes aus Fauna und Flora. Mumifizierte Eidechse, Frosch und Blindschleiche boten nicht alltägliche Einblicke. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Scheunenmusikanten aus Lindena.

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Zahlreiche Fragen der interessierten Mühlenbesucher hatte Peter Fischer (l.) vom Mühlenaktiv des Heimatvereins zu beantworten. Wie wird gemahlen, was leistet die Mühle, und was kommt am Ende dabei heraus? FOTO: Birgit Keilbach