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Mit über 200 km/h durch Bornsdorf

Einen Blitzer in ihrem Ort wünschen sich die Bornsdorfer schon länger. Die neuen Messungen zeigen, dass dieser Wunsch berechtigt ist.
Einen Blitzer in ihrem Ort wünschen sich die Bornsdorfer schon länger. Die neuen Messungen zeigen, dass dieser Wunsch berechtigt ist. FOTO: dpa
Heideblick. In den zurückliegenden Wochen installierte das Ordnungsamt der Gemeinde Heideblick ein Radarmessgerät, den sogenannten "Smiley", an zwei Straßen. Dieser zeigt mit seinem Gesichtsausdruck den Fahrern nicht nur symbolisch an, ob sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Daniel Friedrich

Er speichert auch das gemessene Tempo und wertet alle Messungen aus.

In Langengrassau stand der "Smiley" für drei Wochen an der Bundesstraße 87 in Fahrtrichtung Herzberg, mitten im Ort. Über 4000 Fahrzeuge waren pro Tag im Durchschnitt unterwegs. Für Ordnungsamtsleiter Stephan Weide ein Hinweis darauf, "dass die Ampel bei dieser Verkehrsstärke für den Schülerverkehr bleiben sollte." 45,4 Prozent der Verkehrsteilnehmer überschritten die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 km/h. Das schnellste Fahrzeug war mit 135 Stundenkilometern unterwegs.

In Bornsdorf war das Messgerät am Ortseingang der B 96 Richtung Finsterwalde aufgestellt. In dem zweiwöchigen Untersuchungszeitraum fuhren täglich rund 2800 Fahrzeuge durch den Ort. Allerdings waren sie deutlich schneller als in Langengrassau unterwegs: Fast 65 Prozent der Fahrer überschritten das innerörtliche Tempolimit. Am Abend des 22. Aprils wurde gar eine Höchstgeschwindigkeit von 221 km/h gemessen. Stephan Weide geht davon aus, dass es sich dabei um einen Motorradfahrer handelt: "Die Auswertung zeigt mehrere solche Höchstwerte täglich ungefähr zur gleichen Zeit an. Deshalb denken wir, dass es ein ‚Wiederholungstäter' aus der Umgebung ist."

Mit den Zahlen möchte die Gemeinde Polizei und Landkreis dazu bringen, häufiger die Geschwindigkeit auf beiden Strecken zu kontrollieren. Außerdem bieten die Daten Argumente zum Ausbau der B 87. Zu prüfen sei laut Ordnungsamtsleiter Weide auch, ob sich die Gemeinde dauerhaft ein solches Radarmessgerät anschafft. Immerhin sei in den ersten Tagen nach dessen Aufbau eine angepasstere Fahrweise erkennbar gewesen.