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Mit Tulpenfest startet die Parksaison

Svenja Rosemann, Hardy Schulze und Alina Zujkova sind in Holländertrachten geschlüpft und boten den Gästen Käsehäppchen an. Holland stand im Mittelpunkt des Tulpenfests am gestrigen Sonntag in Luckau.
Svenja Rosemann, Hardy Schulze und Alina Zujkova sind in Holländertrachten geschlüpft und boten den Gästen Käsehäppchen an. Holland stand im Mittelpunkt des Tulpenfests am gestrigen Sonntag in Luckau. FOTO: A. Staindl/asd1
Luckau. Die Parksaison in Luckau ist eröffnet. Das Tulpenfest am gestrigen Sonntag war der Auftakt. Hunderte Gäste sind durch den Park gewandert und haben sich an der erwachenden Natur erfreut. Auch kulturell und kulinarisch wurde ihnen bei diesem Fest so einiges geboten. Andreas Staindl / asd1

Käse zur Begrüßung. Gereicht von Frauen in Holländertracht. Wer am gestrigen Sonntag den Stadtpark in Luckau betrat, wurde gleich am Einlass mit dem Motto der Veranstaltung konfrontiert. "Tulpen aus Amsterdam" war das diesjährige Thema des Fests. Damit folgten die Organisatoren der Tradition, jedes Jahr ein anderes Land in den Mittelpunkt zu stellen. Tulpen und Holland - das passt, gehört irgendwie zusammen. Tulpen und Luckau passen auch, nur war von deren großer Liebe gestern noch wenig zu spüren.

"Wo sind denn die Tulpen?" Erich Böhme schaute seine Frau fragend an. Sie zuckte mit den Schultern. Als Ingeborg Neumann das Gespräch der beiden Senioren aus Cottbus mitbekam, blieb sie stehen. "Ich habe mich auch schon gewundert", sagte die Jüterbogerin. "Bei mir zu Hause im Garten blühen ja mehr Tulpen als hier."

Viele Tulpenköpfe waren es wirklich nicht, die aus der Erde herausblickten. "Gegen die Natur können wir halt nichts machen", sagte Angelika Malarczuk. Die Leiterin der Laga GmbH in Luckau verwies darauf, dass es bisher zu kalt gewesen sei, und auf das offene Parkgelände, das den Frühblühern wenig Schutz bietet. 10 000 Tulpen hatten Gärtner in die Erde des Stadtparks gebracht. "In einer Woche blühen die alle", versprach Angelika Malarczuk.

Aber auch ohne viele Blumen gab es gestern reichlich zu sehen. Kleinkünstler, Händler, Musik und Tanz inmitten der erwachenden Natur. Ein Festival der Sinne auf der einen Seite, ein kulturelles Erlebnis mit dem Bühnenprogramm auf der anderen Seite. Gerald Lehmann (parteilos) hatte schon während der Eröffnung Lust auf einen Spaziergang im Park gemacht. Der Luckauer Bürgermeister verwies etwa auf die Idylle des Weihers, auf die Historie der Bockwindmühle und auf den Wasserspielplatz. Mancherorts erklang Musik - von der Klassik bis zur Moderne.

Besucher begaben sich auf einen Streifzug durch die Parklandschaft. Dabei stießen sie auch auf Leute in Holländertracht. Mitglieder der TheaterLoge in Luckau sind in die Kostüme geschlüpft. "Es war anfangs schon komisch, so durch den Park zu laufen", sagte Svenja Rosemann. "Wir haben uns jedoch schnell daran gewöhnt", ergänzte Alina Zujkova. Klar, die jungen Laienkünstler schlüpfen oft in andere Rollen. Deshalb fiel es ihnen auch nicht schwer, in ihren Holländertrachten Besuchern Käsehäppchen anzubieten. "Möchten Sie mal probieren?" Hardy Schulze sprach Gäste freundlich an. Die haben gern zugegriffen, probierten vom Gouda und Emmentaler. "Ist der aus Holland?", wollte eine Besucherin wissen. Martina Werner von der TheaterLoge sagte augenzwinkernd: "Der Käse wurde früh über den Stadtgraben gerollt."

Holländisches Flair gepaart mit deutschem Humor. Das Tulpenfest hatte noch mehr zu bieten. Am Fuße der Bockwindmühle erklang Musik. Holger Miertsch von der Musikschule Miertsch musizierte dort mit Musikschülern. Ruhiger ging es auf einer Wiese zu. Reinhardt Semmler von der Schachschule Semmler in Luckau hatte dort Schachbretter aufgebaut. In der Nachbarschaft wurde Gottesdienst mit dem Posaunenchor aus Gießmannsdorf gefeiert. "Eine angenehme Atmosphäre hier mitten in der Natur", sagte Elke Döring aus dem benachbarten Elbe-Elster-Kreis. "Ich kann mal so richtig abschalten."

Das Tulpenfest ist das erste Fest nach dem Winter, wie Luckaus Bürgermeister sagte. "Man spürt, wie die Lebensgeister geweckt werden."