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| 01:05 Uhr

Mit Tauben und Hühnern durchs Leben

Der Dahmer Heinz Hegeholz (li.) wurde jetzt als Meister der Rassegeflügelzucht des Landes Berlin-Brandenburg geehrt. Hier fachsimpelt er mit Vereinschef Norbert Nowak über eine seiner King-Tauben.
Der Dahmer Heinz Hegeholz (li.) wurde jetzt als Meister der Rassegeflügelzucht des Landes Berlin-Brandenburg geehrt. Hier fachsimpelt er mit Vereinschef Norbert Nowak über eine seiner King-Tauben. FOTO: Foto: Andreas Staindl
Dahme.. Tauben und Hühner sichern bei Hegeholzes in Dahme den Familienfrieden Und das schon mehr als 50 Jahren. Seit 1951 ist Heinz Hegeholz Mitglied im Geflügelliebhaberverein 1898 zu Dahme und Umgebung. Jetzt wurde er mit einer nicht alltäglichen Auszeichnung geehrt. Von Andreas Staindl

Der Rentner ist nun Meister der Rassegeflügelzucht des Landes Berlin-Brandenburg. „Eine Ehrung, die er sich lange verdient hat“ , sagt Vereinschef Norbert Nowak und ergänzt: „Er ist immer da, wenn man ihn braucht, hilfsbereit und fachlich äußerst versiert. Von ihm können sich viele Jüngere eine Scheibe abschneiden.“
Für Heinz Hegeholz sind seine Tiere wichtiger Teil seines Lebens. Vom Schwiegervater übernahm er Anfang der 50er Jahre die Begeisterung für Rassegeflügel. „Der war nicht nur mein Lehrmeister, sondern hatte auch wunderschöne Schautauben. Diese Tiere faszinieren mich bis heute“ , schwärmt Hegeholz und kündigt an: „Tauben halte ich solange, wie ich sie selbst füttern kann.“ 1954 begann er auch mit der Zucht von weißen Zwerg-Wyandotten. „Mit denen bin ich manchmal fast ins Bett gegangen“ , gesteht er schmunzelnd.

Immer für die Tiere da gewesen
Mehr als 30 Jahre züchtet er diese Hühnerrasse. Ganz einfach war eine erfolgreiche Zucht während seines Berufslebens nicht. Heinz Hegeholz war Bäckermeister, hatte sein Geschäft in der Jüterboger Straße. „Von früh um zwei bis Nachmittag 16 Uhr in der Backstube. Das schlaucht ganz schön. Und dennoch: Wenn ich danach in den Taubenschlag rein bin, war das für mich Erholung pur“ , erzählt der Rentner. Norbert Nowak bestätigt: „Bei den Tieren sein, mit ihnen reden, ist tatsächlich wie Kurzurlaub.“
1987 war für Heinz Hegeholz Schluss mit der Bäckerei. „Ich bin richtig froh, dass mein Mann sein Hobby hat. Ohne die Tiere würde ihm etwas fehlen. Die Tauben und Hühner verhindern, dass wir uns gegenseitig auf die Nerven gehen“ , sagt Ursula Hegeholz. Bei der Vorbereitung des Futters hilft sie, „der Rest ist Sache meines Mannes“ . Der rettete Dahme vermutlich Anfang der 60er Jahre den Geflügelliebhaberverein. „Niemand wollte den Vorsitz machen. Als Konsequenz drohte ein kommissarischer Leiter aus Luckau oder gänzlich ein Wechsel des Vereins in die Nachbarstadt. Das jedoch wollte ich nicht zulassen und habe für vier Jahre das Ruder in Dahme übernommen“ , erinnert sich Hegeholz.

Engagiertes Ehrenmitglied im Verein
Auch später in der zweiten Reihe engagierte er sich, war viele Jahre Zuchtwart - „meine große Liebe“ - Kassierer, Ringwart und Schriftführer im Kreisverband. 2001 wurde er das erste Ehrenmitglied im Dahmer Geflügelliebhaberverein. Auch nach mehr als 50 Jahren ist seine Liebe zu den Tieren geblieben: „Sie wirken auf mich beruhigend, man kann prima Stress abbauen. Auch der Kontakt zu anderen Zuchtfreunden ist mir wichtig.“ Zahlreiche Auszeichnungen hat Heinz Hegeholz für sein Rassegeflügel erhalten. „Pokale waren mir aber nie wichtig, vielmehr die Anerkennung der züchterischen Arbeit“ , bemerkt er.
Was wird eigentlich aus den Tauben beispielsweise„ Sterben die an Altersschwäche“ „Natürlich nicht. Ich schlachte schon welche, wenn es mir auch nicht leicht fällt. Doch vor dem Verspeisen bleiben sie einige Tage liegen. Dann ist die Erinnerung an Aussehen und Farbe verblasst“ , erzählt der Züchter seine Taktik. Große Pläne hat er noch immer, hält jetzt gold-braune Zwerg-Dresdener, „aber nur zur Eierproduktion“ . Für das nächste Jahr seien aber schon wieder Zuchthühner bestellt.

Von den Erfahrungen profitieren
Neben Schautauben züchtet der Rentner seit zwei Jahren auch King-Tauben. Im Februar will er im Verein über Taubenzucht sprechen. „Von seiner Erfahrung profitiere auch ich. Er hat mir schon oft wertvolle Tipps gegeben“ , würdigt Norbert Nowak. Der Vereinschef ist stolz, einen solch erfahrenen Züchter in seinen Reihen zu haben. Am 19. Januar 2005 feiert Heinz Hegeholz seinen 75. Geburtstag.