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Mit Mut und Freude das tun, was zu tun ist

Volkmar HomaPfarrer inSchönewalde
Volkmar HomaPfarrer inSchönewalde FOTO: gzn
Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden."M.

Rinckart EG 321Sonntag - 13. August - an diesem Datum kann man wohl nicht einfach vorbei gehen. Zu gravierend ist dieser Tag in unsere Geschichte eingegangen. Der Bau der Berliner Mauer vor 56 Jahren machte die Trennung unseres Landes in Ost und West (scheinbar) endgültig.Viele Menschen waren zuvor über Westberlin geflohen, weil sie dem staatlichen Druck und der Bevormundung entkommen wollten. Viele haben ihre Heimat, Haus und Hof, Freunde und Familie schweren Herzens verlassen. Dem wurde am 13. August 1961 der Weg verbaut. Versuche, diese Mauer zu überwinden endeten oft tödlich. Ich muss gestehen, dass mir in meiner Kindheit und Jugendzeit und noch bis 1989 diese Grenze als unveränderlich erschienen ist. Niemals hätte ich mir vorstellen können, was am 9. November 1989 in Berlin geschehen ist. Ohne Gewalt, ohne einen Schuss ist dieses Bauwerk, in sich zusammengefallen. 25 Jahre später, am 9. November 2014, wurde das auf wunderbare Weise eindrücklich nachgestaltet mit den Tausenden beleuchteten Luftballons, die in Berlin vom ehemaligen Mauerverlauf in den Himmel gestiegen sind.

Die Zeit ist weiter gegangen. Viele werden es gar nicht glauben können, dass das alles schon so lange her ist. Es gab Höhen und Tiefen, Erfolge und Niederlagen und Verletzungen. Als Christen haben wir, wenn wir an diese Ereignisse in Andachten und Gottesdiensten zurückdachten, oft den Choral "Nun danket alle Gott" angestimmt. Wir können und wollen unsere Geschichte nicht unabhängig von Gott denken und betrachten. Auch wenn wir niemals alles Geschehen in unserem privaten Leben wie im großen Weltmaßstab verstehen und erklären können, dürfen wir doch unser Vertrauen auf Ihn setzen, der zu uns gekommen ist in Jesus Christus. Er hat unser Leben, das Schöne und das Schwere, mit uns geteilt, und er hat am Kreuz den Weg für uns frei gemacht zum Frieden mit Gott. So dürfen wir dankbar sein für die Führung Gottes. Wir können mit Zuversicht in die Zukunft gehen, auch wenn wir nicht wissen, was morgen sein wird. Und wir können mit Mut und Freude das tun, was heute zu tun ist - mit Herzen, Mund und Händen.