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Mit ganzem Herzen für Tiere im Einsatz

Helga Druschke setzt sich für alle Tiere ein. Ihre Favoriten sind jedoch die Katzen. Auch diese hier warten noch auf ein liebevolles, neues Zuhause.
Helga Druschke setzt sich für alle Tiere ein. Ihre Favoriten sind jedoch die Katzen. Auch diese hier warten noch auf ein liebevolles, neues Zuhause. FOTO: B. Keilbach/bkh1
Langengrassau. 22 Jahre lang hat Helga Druschke den Tierschutzverein Luckau und Umgebung geleitet, den sie 1993 mitgegründete. Ungezählte ausgesetzte, misshandelte oder verletzte Tiere wurden dank des Engagements der Langengrassauerin und ihrer Mitstreiter gerettet. Dafür wurde Helga Druschke jetzt mit der Goldenen Ehrennadel für Verdienste im Tierschutz geehrt. Birgit Keilbach / bkh1

Ein Leben ohne Tiere kann sich Helga Druschke nicht vorstellen. "Ich bin mit Tieren aufgewachsen und für mich und meinen Mann Gerhard gehören sie schon immer dazu", sagt die 71-Jährige. Zur großen Familie mit den vier Kindern gehörten immer auch Tiere auf dem Grundstück. Katzen sind Helga Druschkes Favoriten, ihr Mann liebt Hunde.

Nach 1990 kamen viele weitere dazu - als zeitweilige Gäste, denn das Ehepaar baute ein Tierheim auf. "Wir haben nach der Wende unser Leben noch einmal neu geordnet und unser Hobby zum Beruf gemacht", erzählt Helga Druschke, die in den Jahrzehnten davor als Friseurin den Langengrassauern die Haare schnitt.

Parallel dazu begann ihr Engagement im Tierschutz. 15 Mitglieder zählte der Verein bei seiner Gründung vor 23 Jahren. 18 zählt er aktuell. Vorsitzende ist Susann Viol, Helga Druschkes Tochter. Die Anfangzeit sei schwer gewesen. "Tierschutz war im ländlichen Raum zu dieser Zeit etwas ganz Neues", erinnert sich Helga Druschke. Und dieses Neue sei oft auf wenig Verständnis gestoßen. Zwar habe sich die Einstellung inzwischen gewandelt. Dennoch sei es auch heute noch ein oftmals undankbarer Job. "Tierschutz ist das, wo du den Finger in die Wunde legst und sagst: So geht das nicht!" Die Betroffenen würden das oft nicht verstehen. Doch der Mensch sei der entscheidende Faktor und die Gründe dafür, dass eine Tierhaltung aus dem Ruder läuft, seien vielschichtig. Insofern erfordere Tierschutz viel Augenmaß und Menschenkenntnis, ist Helga Druschkes Erfahrung.

Einerseits würden viele nicht bedenken, dass ein Tier Zeit erfordere, Geld koste und einen viele Jahre des Lebens begleite. Jedes Jahr nehmen dann die Tierschützer ausgesetzte Katzen und Hunde in Obhut, die als Haustiere nicht mehr willkommen waren.

Das ist jedoch nur eine Seite. Die andere Seite sind Großtiere, die nicht artgerecht gehalten werden. Schlimme Fälle hat Helga Druschke schon miterlebt. Beispielsweise eine Schafherde beim Lammen im bitterkalten Februar, wo die Tiere angefroren waren. Oder einen Fall, wo die Tierschützer rund 20 tote Rinder fanden. Gegenwärtig häuften sich Fälle bei Hobbyzüchtern von Ponys. "Die Tiere kosten eben doch mehr Pflege, Geld und Zeit, als die Halter vorher gedacht haben."

Gerade bei Großtieren bedeute Tierschutz auch, die Halter regelmäßig zu kontrollieren - stets in Zusammenarbeit mit den zuständigen Veterinärämtern. "Wir arbeiten sehr gut mit dem Veterinäramt des Landkreises Dahme-Spreewald zusammen, viele Jahre mit Dr. Clemens Müller und jetzt mit seiner Nachfolgerin, Dr. Jana Guth."

Manche Fälle machen Helga Druschke besonders betroffen. Oft seien die Menschen dann in schwierige persönliche Situationen gekommen und können die Tierhaltung nicht mehr bewältigen. "Hier sind wir als Tierschützer auf aufmerksame Nachbarn oder andere Menschen angewiesen, denen Veränderungen auffallen. Dann können wir helfen", sagt die Langengrassauerin. So wie bei einem jüngeren Fall, wo ein älterer Mann, der in seiner Wohnung elf Katzen hielt und damit völlig überfordert war. "Er war uns regelrecht dankbar dafür, denn aus eigener Kraft hätte er die Situation nicht in den Griff bekommen", erzählt sie. Fünf der zwischen einem Jahr und fünf Jahre alten Katzen warten im Langengrasauer Tierheim noch auf ein neues Zuhause.