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| 02:41 Uhr

Mit Eigeninitiative attraktiver werden

Die Öffnungszeiten Luckauer Gaststätten aus touristischem Blickwinkel: Eine Anregung während des Stammtisches waren gegenseitige Hinweise der Gastronomen, wo Besucher an Ruhetagen ihrer Häuser stattdessen einkehren können.
Die Öffnungszeiten Luckauer Gaststätten aus touristischem Blickwinkel: Eine Anregung während des Stammtisches waren gegenseitige Hinweise der Gastronomen, wo Besucher an Ruhetagen ihrer Häuser stattdessen einkehren können. FOTO: Keilbach
Luckau. Erstmals haben sich in Luckau Touristiker und Gewerbetreibende gemeinsam am Stammtisch getroffen. Wie dringend die Kommunikation untereinander verbessert werden muss, damit die Gartenstadt für Touristen attraktiver wird, zeigte die Diskussion auf. Birgit Keilbach / bkh1

"Wir müssen in Luckau alle Ideen gemeinsam sammeln, um Touristen stärker ins Städtchen zu locken", umriss die Vorsitzende des Tourismusverbandes Niederlausitzer Land, Carola Pfirschke, das Anliegen. Ein Tourismuskonzept wird derzeit erarbeitet, Eckpunkte erläuterte der Vorsitzende des Ausschusses für Gewerbe, Tourismus und Stadtmarketing, Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne). Denn mit der Erweiterung von Tropical Islands zum Urlaubsresort werden künftig deutlich mehr Gäste länger in der Region verweilen. "700 bis 1000 Besucher werden sich von dort aus zur Erkundung aufmachen", blickte er voraus.

Die Touristen sollten eine lebendige und empfangsbereite Stadt finden, die ihre Potenziale ausschöpft. Doch wie gut ist Luckau bisher darauf eingestellt? In der Diskussion wurde deutlich, dass es etliche Punkte gibt, an denen Händler, Gastronomen und Touristiker gemeinsam arbeiten müssen, damit Besucher der Stadt nicht nur eine kurze Visite abstatten, sondern die Vielfaltentdecken können.

Einen wunden Punkt sprach der Leiter des Brandenburger Cartoonmuseums an: "Viele Berliner kommen in unser Museum, schauen sich um und fragen mich dann: Wo kann ich noch etwas machen?" Die Auswahl sei gering, Geschäfte seien samstags ab zwölf Uhr geschlossen. In der Woche gebe es nur wenige Gaststätten, wo auch nach 14 Uhr noch ein Mittagessen zu haben sei. Dass der Wochenmarkt immer weniger attraktiv ist, sei kein Wunder, sprach Andreas Nicolai einen weiteren Aspekt an: "Es ist ein Markt für Rentner und Arbeitslose. Wer kann dort sonst dienstags und donnerstags einkaufen?" Samstags hätte ein Wochenmarkt viel mehr Resonanz, weil dann auch die Berufstätigen Zeit zum Einkaufen haben, regte er zum Nachdenken an. Die Innenstadt wäre belebter und für Touristen wäre er gleichfalls ein Anlaufpunkt.

Ähnliche Erfahrungen hat auch die Leiterin des Niederlausitz-Museums, Helga Tucek gemacht. "Jeder Tourist hat andere Vorstellungen von der Stadt", sagte sie. "Sie besuchen das Museum, weil sie darüber etwas im rbb gesehen haben und stellen fest, dass gar nicht verstaubt ist. Dann fragen sie: Und wo können wir den Klinkmüller-Kuchen jetzt essen?", nennt sie ein Beispiel, worauf auch sie keine Antwort hat. Luckau sei keine traditionelle Touristenstadt, doch um sich dahin zu entwickeln, müsse jeder ein offenes Ohr für die Wünsche der Besucher haben. Deshalb sei das gemeinsame Gespräch mit den Gewerbetreibenden wichtig.

Die Eigeninitiative müsse angekurbelt werden, nannte Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Luchmann den entscheidenden Punkt. "Bei der Laga war die Stadtverwaltung der Macher. Wir brauchen die Bürger und die Gewerbetreibenden, die Mut haben, etwas selbst in die Hand zu nehmen und zu organisieren." Beispielsweise einen "Iron-Man-Wettbewerb", den Jeannette Fitzner vorschlug, "damit auch junge Leute herkommen und nicht nur auf Rentner geguckt wird."

Allerdings gehört dazu auch die Bereitschaft, sich selbst zu informieren, wie Bürgeramtsleiterin Andrea Schulz gegenüber dem Vorsitzenden des Gewerbevereins "Wir sind Luckau", Karsten Köhler, verdeutlichte. Den aktuellen Stand des künftigen Tourismuskonzeptes könne jeder Gewerbetreibende auf den Sitzungen des Stadtverordneten-Ausschusses aus erster Hand erhalten, wies sie hin.

Der nächste Stammtisch von Touristikern und Gewerbetreibenden soll in drei Monaten stattfinden, kündigte Carola Pfirschke an.