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Mit der Heizung Stromkosten sparen

Uwe Vogt verbraucht und produziert Strom. Foto: bg
Uwe Vogt verbraucht und produziert Strom. Foto: bg FOTO: bg
Gießmannsdorf. Strom ist die teuerste Energieart. Etwa 24 Cent kostet die Kilowattstunde, Gas hingegen bekommt der Kunde schon für etwa sechs Cent. Strom selbst herzustellen, ist für Familie Vogt aus Gießmannsdorf eine Alternative, die Kosten zu senken. Von Gabriele Bernhardt

Seit zehn Jahren haben die Vogts eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und speisen bei Sonnenschein Strom ins Netz. "Damals gab's bei dem 100 000-Dächerprogramm ein zinsgünstiges Darlehn", erklärt Uwe Vogt die Anschaffung der 5-KW-Anlage. Bei ihm bullert seit einigen Wochen auch ein Mikro-Block-Heizkraftwerk im Keller und löste die Gasheizung ab. "Das ist eine ganz normale Heizung mit moderner Brennwerttechnik und einem integrierten Motor, die Wärme ins Haus bringt. Wenn sie arbeitet, produziert sie auch noch Strom, den wir selbst verbrauchen oder ins Netz einspeisen", erklärt der 47-Jährige. Er ist Techniker bei der Bundeswehr und im privaten Leben. Die Eingangstür ist mit einer Tastenkombination versehen, im Keller sind zwei Stromzähler, einer für verbrauchten Strom, der andere für den eingespeisten. Und per Computer kann er in jedem Teil der Welt seiner Heizung mitteilen, ob sie laufen oder abgeschaltet werden kann.

"Mit den Ereignissen im japanischen Fokushima habe ich begonnen, mir über unseren Stromverbrauch weitere Gedanken zu machen", sagt Vogt. Weil die Regierung sich auf eine Kehrtwende bei der Energierzeugung einschwor, schrieb er Briefe an die einzelnen Fraktionen im Bundestag. Er wollte den Versprechen, dass Strom dadurch nur geringfügig teurer werden sollte, nicht glauben. "Die Opposition schickte mir ihre Programme", sagt er. Die Regierungsparteien schwiegen. Echt hilfreich sei dies nicht gewesen.

Deshalb recherchierte Vogt im Internet und stieß auf die Mikro-Block-Heizkraftwerke verschiedenster Art und wagte die Neuanschaffung. "Komplett unabhängig bin ich von der Stromversorgung damit noch nicht. Die Einsparung liegt aber laut einer Wirtschaftlichkeitsrechnung im Anfangsjahr bei etwa 1100, im dritten Jahr bei 1500 Euro an Strom- und Gaskosten", so der Gießmannsdorfer.

In der Hoffnung, für seine moderne Heizung eine Förderung zu erhalten, recherchierte er weiter. Vogt stieß auf die ILB als Ansprechpartner für Gewerbetreibende. Seitdem konferierte er mehrfach mit der Bank. Denn laut ihrer Richtlinie werde einerseits Strom sparende Energieerzeugung gefördert, andererseits darf diese nicht wirtschaftlich sein, sonst gibt es keinen Cent. "Offenbar sind die Mitarbeiter jetzt hellhörig geworden, und wollen durch einen Fachmann ihre Bedingungen noch einmal genau unter die Lupe nehmen", sagt Vogt und wartet ab.

Den Energieverbrauch in ihrem Haus haben die Vogts komplett umgestaltet. Moderne, energiesparende Haushaltsgeräte seien das eine. "Es gibt Zeiten, wo die Grundlast sehr hoch ist", sagt Vogt. Beispielsweise wenn früh die Familie duscht, Kaffee kocht, das Radio läuft oder der Computer das erste Mal im Netz ist. "Da unsere Heizung nur Strom produziert, wenn sie arbeitet, wird nach diesem Prinzip die Waschmaschine und der Geschirrspüler angeschaltet." Denn wenn Vogts den selbst produzierten Strom auch selbst nutzen, gibt es noch einmal einen Obolus.