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| 02:58 Uhr

Mit dem König der Lüfte auf der Hand

Tracie Braschoß präsentiert bei den rund einstündigen Flugshows unter anderem "Erna" – einen Uhu. Foto: Hoberg
Tracie Braschoß präsentiert bei den rund einstündigen Flugshows unter anderem "Erna" – einen Uhu. Foto: Hoberg FOTO: Hoberg
Calau/Werchow. Adler, Falken und Eulen sind Himmelsstürmer, Navigationskünstler und Luftakrobaten in einem. Ihre Künste bringt Falkner Dirk von Bargen einem interessierten Publikum in seinen Flugshows nahe, die er bei Veranstaltungen und auch auf dem Freigelände des Adler- und Jagdfalkenhofs "Zur Calauer Schweiz" präsentiert. Ingrid Hoberg

"Da kommt ja unser ,freier Mitarbeiter'", sagt Dirk von Bargen und schaut in den Himmel. Dort zieht gerade ein Schwarzer Milan seine Kreise. Er fliegt oft über den Jagdhof - in der Hoffnung, vom Futter der anderen Raubvögel etwas abzubekommen. Und wenn gerade eine Flugshow läuft, dann weist der Falkner gern das Publikum auf den Milan hin.

Doch einen Mangel an Mitwirkenden hat er nicht. Rund 30 Adler, Falken und Eulen hält er inzwischen - mit fünf Pärchen hatte er vor Jahren begonnen. Aktuell hat er ein neues Adler-Zuchtpaar und ein Schneeeulen-Paar zusammengestellt. Auch "Kimberly", der Steppenadler, ist neu in der Show. Alle Tiere, die Dirk von Bargen hält, stammen aus seiner Zucht oder sind von anderen Züchtern dazugekauft, versichert er. Bei den Veranstaltungen in der Außenanlage beeindrucken er und seine Partnerin Tracie Barschoß die Zuschauer immer wieder mit den Flugaktionen der Greife - wenn sie sich in den Himmel schrauben und dann doch pfeilschnell wieder herunterkommen, knapp über die Köpfe der Zuschauer rauschen und auf dem Handschuh des Falkners landen. Ein Jahr lang hatte Dirk von Bargen in Templin im "Eldorado" als Falkner gearbeitet, ehe er sich in der Calauer Schweiz mit seinem Jagdhof selbstständig und aus dem Hobby einen Beruf machte. Denn schon als Junge hielt er Tauben. "Bis die Habichte die Besten holten", erzählt er. Später machte er den Jagd- und den Falknerschein.

Doch nicht nur Flugvorführungen auf dem Adler- und Jagdfalkenhof können Besucher während eines Tags in der Falknerei erleben. Dirk von Bargen gibt Einweisungen in das Falknern. Die verschiedenen Greife wie Harris Hawks, Falken, Eulen und auch Adler können aus nächster Nähe beobachtet und gefüttert werden. Wer den Falkner schon einmal mit den Greifvögeln erlebt hat - beispielsweise wenn ihn einer der Könige der Lüfte "ruft" - wird schnell beeindruckt sein. Unter Anleitung des Falkners dürfen die Teilnehmer auch mit den Greifen trainieren. Doch die Königsdisziplin der Falknerei ist die Beizjagd: Gemeinsam mit dem Falkner und seinem Adler geht es im Revier auf die Suche nach Raub- oder Rehwild. Rund 3500 Hektar gehören zu seinem Jagdrevier. Zum Ausklang des Tages erzählt Dirk von Bargen dann gern auch Geschichten aus seinem Falkner-Leben - beispielsweise wie er schon kilometerweit fahren musste, um einen seiner Greife wiederzufinden. "Die Falknerei ist eine der ältesten Jagdarten", sagte er. Und er verweist darauf, wie wichtig es ist, in der Familie Verständnis zu finden. "Beim Falkner-Tag habe ich erst vor Kurzem den Falkner-Frauen für ihre Unterstützung gedankt."

Die Flugshows auf dem Adler- und Jagdfalkenhof "Zur Calauer Schweiz" in Werchow, Bahnhofstraße 23, finden jeweils am ersten Wochenende im Monat statt. Am heutigen Samstag und am Sonntag, 3. Juni, ist ab 14 Uhr Einlass. Die Flugvorführungen beginnen um 15 Uhr. Weitere Infos gibt es im Internet: www.adlerundjagdfalkenhof.de .