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Mit dem Kescher in den Höllenbergen

Grundschüler aus Schönwalde keschern Lebewesen aus dem Bach. Zahlreiche Mädchen und Jungen haben sich am Umweltbildungsprojekt "Natur zum Anfassen" auf dem Höllberghof und in den Höllenbergen bei Langengrassau beteiligt.
Grundschüler aus Schönwalde keschern Lebewesen aus dem Bach. Zahlreiche Mädchen und Jungen haben sich am Umweltbildungsprojekt "Natur zum Anfassen" auf dem Höllberghof und in den Höllenbergen bei Langengrassau beteiligt. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Langengrassau. Natur zum Anfassen – dafür haben sich Grundschüler aus Schönwalde auf einen vier Kilometer langen Erlebnis-Fußweg gemacht. Andreas Staindl / asd1

Wandertage sind spannend. Erst recht, wenn es raus in die Natur geht. Das haben Zweit- und Drittklässler der Grundschule in Schönwalde (Unterspreewald) jetzt erlebt. Sie waren im Rahmen des Umweltbildungsprojekts "Natur zum Anfassen" im Freilichtmuseum Höllberghof bei Langengrassau (Heideblick). Die Energieversorger EnviaM und Mitgas hatten zur achten Auflage der Veranstaltung eingeladen. Ziel war es, den Kindern Wissenswertes aus den Bereichen Umwelt, Sozialkompetenz und Ressourcennutzung zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler sollten praktische Erfahrungen sammeln. Einrichtungen wie der Höllberghof sind dafür ideal. "Die Umweltbildung liegt uns am Herzen", sagt die Leiterin Martina Werner. "Wir bieten regelmäßig Projekte auch für Schulklassen." Experten unterstützen die Mitarbeiter des Höllberghofs. Jörg Nevoigt ist einer dieser Fachleute. Der Mitarbeiter der Naturwacht Brandenburg führte auch die Grundschüler aus Schönwalde durch die Höllenberge. Vier Kilometer Fußweg lagen vor der Gruppe.

Bergauf, begab, mitten durch die Natur. Warum ist es dort eigentlich so hügelig, ja fast schon bergig? Lena Hannuschke wusste, dass das ein Ergebnis der Eiszeit ist. "Ich lese viel." Die Drittklässlerin aus Waldow interessiert sich für Pflanzen und Tiere, kann Zusammenhänge in der Natur gut herstellen. Sie und die anderen Kinder wanderten sehr aufmerksam auf dem Käuzchensteig durch die Höllenberge. An der Beke - einer Wasserquelle - stoppte die Gruppe. Dort lagen Kescher bereit. Damit konnten die Mädchen und Jungen auch kleinste Lebewesen aus dem Wasser holen. "Hier, ein Wasserkäfer." Pauline Plinsch aus Krausnick hat gemeinsam mit Lena Hannuschke sehr intensiv den Kescher nach kleinen Lebewesen abgesucht. "Ich bin gern in der Natur und interessiere mich für sie", sagt das Mädchen. Der Käfer war nicht das einzige Tier, das von den Kindern aus dem Wasser geholt wurde. Bachflohkrebse, Wasserskorpion, Libellen-Larven und andere Lebewesen wanderten in die Wassergläser mit einer Lupe obendrauf.

Schwerpunkt diesmal war ohnehin: "Das Leben am und im Teich- dem Froschkönig auf der Spur." Frösche haben die Kinder keine im Bach gefunden. Ihre Neugier allerdings wurde geweckt. Und ihr Bewegungsdrang. Jungs nutzten die Gelegenheit, um über den Wasserlauf zu springen und auf den starken Ast eines knorrigen Baums zu klettern. Mädchen sammelten unterwegs Pflanzen, um sie später zu trocknen und für ein Bild zu verwenden. Die Wanderung durch die Höllenberge war eine von drei Stationen, an denen die Schülerinnen und Schüler für Vorgänge und Zusammenhänge in der Natur sensibilisiert wurden. Der Nachwuchs hat etwa gelernt, dass Müll nicht in Gewässer gehört, dafür aber zahlreiche Lebewesen im Wasser zu Hause sind. Sie haben Gewässer als Lebensraum entdeckt, Tiere im Wasser beobachtet und bestimmt, experimentiert und geforscht. "Der Projekttag ergänzt wunderbar unseren Unterricht", sagt Lehrerin Susann Herrmann. "Die praktischen Erfahrungen fördern das Verständnis der Kinder für die Natur und den Umweltschutz." Elf Grundschulen aus Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster haben sich am diesjährigen Umweltbildungsprojekt "Natur zum Anfassen" auf dem Höllberghof beteiligt. Auch auf anderen Naturhöfen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden Exkursionstage im Rahmen des Projekts durchgeführt.