| 02:53 Uhr

Mit dem GPS-Gerät auf zur digitalen Schatzsuche

Um Geocaching zu betreiben, braucht es nicht viel: Ein GPS-Gerät und zwei gesunde Beine reichen bereits aus.
Um Geocaching zu betreiben, braucht es nicht viel: Ein GPS-Gerät und zwei gesunde Beine reichen bereits aus. FOTO: Sophie Bartholome
Luckau. Geocaching ist eine moderne Schnitzeljagd und im Spreewald seit drei Jahren auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es zahlreiche Verstecke, sogenannte Caches, in Luckau, Lübben und Lübbenau. Die RUNDSCHAU hat eine Route am Goßmarer Fließ in Luckau getestet. Sophie Bartholome

Es braucht nicht viel, um auf die Jagd nach geheimen Verstecken in der Region zu gehen. Allein ein GPS-Gerät oder Smartphone reicht aus, und schon kann die digitale Schnitzeljagd beginnen. Nutzt man Letzteres, ist es ratsam, sich im Vorfeld eine Geocaching-App herunterzuladen und im Internet für das jeweilige Gebiet Verstecke herauszusuchen.

Beim Geocaching schwingt immer etwas Geheimnisvolles mit. Ein Cacher mittleren Alters, der mich auf meiner ersten Route ans Goßmarer Fließ in Luckau begleitet, will lieber unerkannt bleiben.

Kommen Passanten vorbei, wird das Gespräch schlagartig eingestellt. Die wichtigste Regel, die ich gleich zu Beginn lerne, ist: Bei der Schatzsuche darf sich der Cacher nicht von sogenannten Muggles - also Nicht-Cacher - erwischen lassen. Eine gute Tarnung ist also Pflicht. Spaziergänger könnten per Zufall die Verstecke ausfindig machen und die Kleinigkeiten in den Müll werfen. Bei den Schätzen handelt es sich nicht etwa um Gold oder Silber, sondern um Filmdosen, Plastikfiguren oder Sticker. Sie sollen Anreiz zum Tauschen geben. Auch auf der Internetplattform www.geocaching.com kennen sich die Cacher untereinander nur durch ihre selbst erwählten Benutzernamen.

Meine Begleitung hat bereits selbst Verstecke in der Region gelegt und etwa 900 bereits gefunden. "In Luckau und Umgebung gibt es allein über 300 Caches", sagt er, und ergänzt: "Die Luckauer Szene ist in den vergangenen Jahren unheimlich gewachsen."

"Entfernung: 200 Meter" steht auf dem Display des GPS-Gerätes. Mit langsamen Schritten nähern wir uns dem ersten Traditional Cache. Jene Versteck-Art wird in Deutschland am häufigsten genutzt. Dabei kennt der Cacher bereits die Koordinaten des Schatzes. Dennoch kann das Auffinden schwierig sein, weil der Cache entweder gut getarnt, schwer erreichbar, Geschicklichkeit für die Bergung notwendig ist oder dem Ort schlichtweg viele Muggles unterwegs sind. Möglich sind aber auch Rätsel-Caches: Hier muss, wie der Name schon sagt, zunächst ein Rätsel (Literatur- und Mathematikaufgaben, Fragen zur Stadtgeschichte, Sodoku) gelöst werden, bevor mit der Suche und den Zielkoordinaten begonnen werden kann.

Der erste Schatz ist für mich einfach zu gut versteckt. Während der erfahrene Cacher ihn sofort erblickt hat, dauert es bei mir einige Zeit, bis auch ich das unechte Plastik-Grün in der Landschaft erkenne. Ich versuche mein Glück beim nächsten Cache. Dieser ist innerhalb von etwa 300 Metern zu erreichen. Jetzt fällt mir der sogenannte Hasengrill sofort auf. Dies ist eine Tarnung des Schatzes durch parallel darüber gelegte Äste. Stolz schreibe ich meinen Benutzernamen und das Datum ins Logbuch, das jedem Cache beiliegt. Dort wird die erfolgreiche Suche, die sofort weitergeht, dokumentiert.

Unzählige Meter werden innerhalb kürzester Zeit zurückgelegt. "Beim Geocaching ist man viel in der Natur unterwegs und tut zudem noch etwas für seine Gesundheit", erklärt der Luckauer Cacher seinen Ansporn. Technik und Natur werden zusammengebracht. Vor allem lauffaulen Kindern und Jugendlichen kann dadurch eine echte Alternative aufgezeigt werden. "Die einzelnen Etappen motivieren die meisten Kinder dazu, immer weiter zu suchen", hat der Cacher festgestellt.

Aus Gründen des Naturschutzes kann Geocaching aber auch in einigen Situationen problematisch werden. Beispielsweise wenn Routen in Gebiete führen, die weitgehend unberührt oder geschützt sind und dabei Tiere sowie Pflanzen gestört werden. Mein Fazit aber ist: Geht man umsichtig mit der Natur um, kann einem dieses bewegungsfreudige Hobby an der frischen Luft - egal welchen Alters - richtig viel Spaß machen!

Zum Thema:
Das Wort Geocaching setzt sich aus dem griechischen Begriff "geo" (Erde) und dem englischen Wort "Cache" (geheimes Lager) zusammen. Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Der Trend des Geocachings kommt aus Amerika.