ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:29 Uhr

Kleinstadt-Experiment
Mit Carsharing betritt Dahme Neuland

Ein Angebot, das es bald auch in Dahme geben soll.
Ein Angebot, das es bald auch in Dahme geben soll.
Dahme. Örtliches Autohaus ist Betreiber. Das Mietauto soll in Rathaus-Nähe postiert werden.

Bislang kennt man das Carsharing aus der Großstadt. Jetzt will es das ortsansässige Autohaus Hoffmann & Söhne in Dahme etablieren. Das Prinzip ist einfach. Wer zwar einen Führerschein, selbst aber kein Auto hat, kann sich online für eine befristete Zeit einen Pkw buchen. Gestartet wird mit einem Fahrzeug. Die Stadtverordneten haben bei ihrer vergangenen Sitzung mehrheitlich bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen, einen kostenlosen Stellplatz bereitzustellen, wo der Wagen postiert wird, abgeholt und nach Gebrauch wieder abgestellt werden kann. Er soll zentral an der Rudolf-Breitscheid-Straße gegenüber dem Rathaus hinter dem Behindertenparkplatz eingerichtet werden. Dafür schließen Autohaus und Stadt einen Vertrag, befristet auf zwei Jahre.

Die Beschlussvorlage war nicht unumstritten. Für Hans-Gerorg Nerlich (Landleben) war der kostenlose Stellplatz für ein gewerbliches Projekt angesichts klammer Stadtkassen nicht nachvollziehbar. Er sah darin vielmehr den Versuch von kostenloser Firmenwerbung in der historischen Altstadt. Auch das Angebot des Unternehmens, dass die erste Registrierung für das Amt Dahme kostenlos ist, hatte für ihn „ein Geschmäckle“. Dieser passus wurde daraufhin aus der Beschlussvorlage gestrichen.

Kämmerin Bärbel Schmidt sagte, das Carsharing sei für die Region ein Versuch. Ob sich daraus ein größerer Ertrag ergeben werde, sei derzeit nicht abschätzbar. „Vielleicht ist nach wenigen Monaten mangels Nachfrage wieder Schluss.“ Bau- und Ordnungsamts-Leiterin Christina Denkel ergänzte, dass in der Stadt alle anderen Parkplätze ebenfalls kostenlos seien.

Auf Hans-Georg Nerlichs Bedenken, dass es für Touristen im gesamten Umland keine weitere Möglichkeit gibt, den Wagen abzugeben, und ein Carsharing deshalb wenig Sinn mache, entgegnete Matthias Ochs (SPD). „Es geht nicht nur um Touristen, das Carsharing ist auch für Dahmenser ohne eigenes Auto ein zusätzliches Verkehrsmittel, wenn sie beispielsweise mal zum Arzt müssen.“ Dahmes Ortsvorsteher Jürgen Reder (SPD) sah das genau so. Er sagte: „Das Modell ist etwas Neues, und wir sollten es einfach probieren.“ Dem schloss sich die Mehrheit an.

Los geht es, wenn das entsprechende Verkehrsschild aufgestellt ist. Laut Christina Denkel ist es bei der Straßenverkehrsbehörde von Teltow-Fläming beantragt.