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| 12:19 Uhr

Ein Lied in Luckaus Straßen
Mit anderen teilen – wie Martin

Luckau . Martinsumzug in Luckau erinnert an die Botschaft vom mitfühlenden Handeln.

„Sankt Martin, Sankt Martin…“, singen Kinder und Eltern der evangelischen und katholischen Gemeinde Luckaus gemeinsam in der katholischen Kirche Christus König.

Das Lied erzählt vom Heiligen Martin von Tours, der als junger römischer Soldat vor den Toren der Stadt Amiens seinen Mantel mit einem Bettler teilte. In der folgenden Nacht erschien ihm der Überlieferung zufolge Jesus Christus im Traum und gab sich als der frierende Bettler zu erkennen, dem er die Hälfte seines Mantels geschenkt hatte. Darüber berichten die Christenlehre-Kinder. Die weiteren vier Strophen des Liedes handeln vom bescheidenen Leben Martins, das er auch als Bischof führte. Zeitlebens half er vielen Menschen durch seine Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Dafür wurde er nach seinem Tod und der Beisetzung am 11. November 397 in Tours heilig gesprochen. Die ökumenische Andacht, gemeinsam von den Pfarrern  Bronislaw Marecik und Martin Meyer gehalten, hat in Luckau eine lange Tradition.

Danach beginnt der Martinsumzug durch die Straßen der Stadt. Bläser des Gießmannsdorfer Posaunenchores spielen passende Lieder. Ziel ist der Pfarrgarten der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai, den unzählige Kerzen in romantisches Licht tauchen. Auch ein Martinsfeuer lodert bereits. In den Bäumen hängen beleuchtete Gänse, die als Symbol für den schnatternden „Verrat“ des Verstecks von Martin gelten, der nicht Bischof werden wollte. „Wir haben sie mit den Christenlehre-Kindern in Vorbereitung auf den Martinstag gebastelt“, sagt Katechetin Carola Graßmann, die mit weiteren Helfern warme Getränke und Martinshörnchen ausgibt. Letztere werden an diesem Abend mit anderen geteilt.

„Martin hat seinen Mantel geteilt ich teile auch – mit meiner Schwester“, sagt der achtjährige Armin Zierenberg. Für die Kinder sei es schön, die Geschichte des Heiligen Martin so zu erleben, „ mit den Liedern und dem Rundgang mit der Laterne. Das ist für sie ein besonderes Erlebnis. Und sie teilen ihr Martinshörnchen“, sagt Gabriela Küster von der katholischen Gemeinde.

Auch für Gabi Tulke ist es wichtig, die Botschaft vom Teilen zu vermitteln. „So lernen sie, an andere zu denken, die viel weniger haben. Wir packen zu Hause gerade Päckchen für die Aktion Weihnachten im Schuhkarton“, ergänzt die evangelische Christin.