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| 17:27 Uhr

Sanierung des Schenkendorfer Guthauses geht weiter voran
Altes Gutshaus mit Leben erfüllt

Innen steht die Sanierung des Schenkendorfer Gutshauses bereits vor dem Abschluss. Nun soll die Fassade folgen. Ist diese Maßnahmen umgesetzt, ist die Umgestaltung des Areals so gut wie fertig.
Innen steht die Sanierung des Schenkendorfer Gutshauses bereits vor dem Abschluss. Nun soll die Fassade folgen. Ist diese Maßnahmen umgesetzt, ist die Umgestaltung des Areals so gut wie fertig. FOTO: LR / Anja Brautschek
Schenkendorf. Ministerin Martina Münch übergibt in Schenkendorf Bescheid für Fassadensaierung. Von Anja Brautschek

Noch sieht die Außenhülle des Schenkendorfer Guthauses wenig einladend aus. Doch das wird sich in den kommenden Monaten ändern: Die Fassade wird demnächst saniert. Unterstützung für das Vorhaben erhält die Gemeinde vom Land. Kulturministerin Martina Münch (SPD) hat am Montag einen Zuwendungsbescheid im Rahmen der Denkmalhilfe über 50 000 Euro übergeben.

Mit der Sanierung soll die Außenansicht wieder dem ursprünglichen Erscheinungsbild um 1750 angepasst werden. Entsprechende Holzfenster wurden bereits eingebaut. Barocke Zierelemente und eine Putzstruktur sollen folgen, auch der Natursteinsockel wird freigelegt. Mit diesem Bauabschnitt steht die Umgestaltung des historischen Dorfangers vor dem Abschluss. „Wir hoffen, dass wir Ende des Jahres dieses Riesenprojekt abschließen können“, sagt Katja Maraszek vom Bauamt des Amtes Unterspreewald. Mehr als sieben Jahre haben die Gemeinde Steinreich und das Amt Unterspreewald daran gearbeitet. „Das Gutshaus ist ein Denkmal von besonderer Bedeutung. Es ist toll, dass so etwas erhalten bleibt. Wir geben den Input über die Fördermittel. Doch es liegt an der Gemeinde, etwas daraus wird“, sagt Kulturministerin Martina Münch.

Das Außengelände wurde bereits neu gestaltet und ein Stallgebäude abgerissen. An dessen Stelle entstand als Ersatzbau das neue Dorfgemeinschaftshaus der Gemeinde. „Es ist das kulturelle und geistige Zentrum des Ortes“, sagt Bauamtsleiterin Michaela Schudek. Ob Dorffeste, private Veranstaltungen oder Ortsbeiratssitzungen – der Dorfanger sei erfüllt von Leben.

Bürgermeister Wolfgang Luplow (v.l.n.r.) zeigt Ministerin Martina Münch und Amtsleiter Henri Urchs eine Besonderheit des Gutshauses: die so genannte schwarze Küche.
Bürgermeister Wolfgang Luplow (v.l.n.r.) zeigt Ministerin Martina Münch und Amtsleiter Henri Urchs eine Besonderheit des Gutshauses: die so genannte schwarze Küche. FOTO: LR / Anja Brautschek

Auch das historische Gutshaus nebenan ist bereits mit Leben erfüllt. Zwei Wohnungen sind bereits fertiggestellt und von jungen Familien bezogen. Zwei weitere sollen noch im Juni bezugsfertig werden. „Der Bedarf an Mietwohnungen steigt. Gerade junge Leute wollen flexibler sein“, sagt Michaela Schudek.

Seit Jahrzehnten wurde das Gutshaus als Wohnhaus genutzt. Doch der Zustand der Wohnungen war stark in die Jahre gekommen und die Wände gesättigt mit Wasser. „Aufgrund der schlechten Haushalts-Lage ist die Sanierung ein Riesen-Projekt. Doch wir wollten dieses Stück Geschichte nicht verfallen lassen“, sagt Steinreichs Bürgermeister Wolfgang Luplow. Insgesamt rund 1,4 Millionen Euro wurden bereits für mehrere Bauphasen investiert. Unterstützung dafür gab es von zahlreichen Fördermittelgebern. Für die anstehende Sanierung der Fassade werden rund 160 000 Euro vom Bauamt kalkuliert.

Im Inneren mischt sich moderne Technik wie Fußbodenheizung mit historischen Elementen. Sie geben einen Einblick in die bewegte Geschichte des denkmalgeschützen Gebäudes. Einflüsse verschiedenster Epochen sind erkennbar. Die schwarze Küche im Erdgeschoss ist ein besonderes Merkmal. Dort wurde früher auf einer großen Feuerstelle mitten im Raum gekocht. Der Rauch zog über einen großen Schornstein ab, der noch heute erkennbar ist. Geht es nach Wolfgang Luplow, soll auch hier künftig Leben eingehaucht werden. Ein Herd könnte für gemeinschaftliche Aktionen wie Pflaumenmuskochen genutzt werden, so seine Vision. „Ich möchte den Gedanken, der im Großen verfolgt wird, auch in solchen kleinen Dingen wieder zum Ausdruck bringen“, sagt er.