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Mendelssohns "Lobgesang" zum Reformationsjubiläum

Einen großen Chor bilden 120 Sänger beim Festkonzert. Im Juni probten sie im großen Saal auf dem Luckauer Schlossberg unter anderem mit Kantorin Katharina Schröder, am Klavier begleitet von Claudia Jaeger (v.l.).
Einen großen Chor bilden 120 Sänger beim Festkonzert. Im Juni probten sie im großen Saal auf dem Luckauer Schlossberg unter anderem mit Kantorin Katharina Schröder, am Klavier begleitet von Claudia Jaeger (v.l.). FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. Einmaliges Festkonzert wird im Juli die Luckauer Nikolaikirche zum Klingen bringen. Eingebettet ist die Uraufführung eines neuen Werkes. Birgit Keilbach / bkh1

Die fünf Kantoren des Kirchenkreises Niederlausitz haben aus Anlass des Reformationsjubiläums ein einmaliges Projekt realisiert. Gemeinsam werden rund 120 Sängerinnen und Sänger der Kantoreien Finsterwalde und Luckau, des Ökumenischen Chores Lübben und des Kantatenchores Lübbenau sowie die Solisten Gesine Forberger (Sopran), Carola Fischer (Mezzosopran) und Dirk Kleinke (Tenor) vom Staatstheater Cottbus und das Preußische Kammerorchester Prenzlau ein Konzert gestalten.

Seit Januar proben Kreiskantor Andreas Jaeger (Finsterwalde) und seine Kolleginnen und Kollegen Katharina Schröder (Lübbenau), Sung-Rim Park (Vetschau/Calau), Johannes Leonardy (Lübben) und Focko Hinken (Luckau) mit den Chören individuell für dieses besondere Konzertereignis.

Das Programm ist auch für die bereits in Oratorienaufführungen geübten Sänger eine Herausforderung. Drei Gesamtproben haben die Chöre inzwischen auf dem Luckauer Schlossberg absolviert. "Wir sind dankbar dafür, dass wir diese Möglichkeit haben. Der Saal hat eine gute Akustik. Hier lässt es sich gut singen", sagt Johannes Leonardy. Zudem habe die Betreuung durch das Schlossberg-Team bei allen drei Ganztags-Proben mit Technik und Verpflegung "hervorragend geklappt."

Den Auftakt bildet die kirchliche Festouvertüre über den Luther-Choral "Ein feste Burg ist unser Gott" von Otto Nicolai (1810 bis 1849). Herzstück ist die Sinfonie-Kantate "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847) unter der Leitung von Katharina Schröder. "Er schrieb sie zum 400-jährigen Jubiläum der Erfindung des Buchdrucks und interpretierte es so, dass damals die Lutherbibel unter die Menschen kam und damit das Licht, denn so wurde das Wort Gottes für alle zugänglich", erläutert die Kantorin. Das spiegle der musikalische Aufbau der Sinfonie-Kantate wider. Mendelssohn habe eine Tonartenspirale komponiert. Zunächst werde die Musik immer dunkler in der Tonart. "Mit ‚Die Nacht ist vergangen‘ kehre sich das um. "Die Musik wird wieder heller bis zum strahlenden Schlusschor ‚Alles was Odem hat lobe den Herrn‘", umreißt sie das Werk.

Die gesamte Kantate ist äußerst anspruchsvoll. "Es ist eine unheimlich starke Leistung der Laienchöre, dass sie das ganze Stück so gut singen", schätzt die Kantorin nach der dritten Gesamtprobe ein. Die Arbeit mit den Sängerinnen und Sängern mache große Freude, alle seien unheimlich stark engagiert. "Sie machen das alle freiwillig in ihrer Freizeit, und man merkt, es ist ihnen bewusst, dass sie an etwas Besonderem teilhaben. Das macht uns sehr glücklich", sagt Katharina Schröder.

Ein Konzert in dieser Größenordnung veranstaltet der Kirchenkreis zum ersten Mal. "Es macht Spaß, in einer so großen Gemeinschaft zu singen und es klingt schon gewaltig", beschreibt Renate Strohfeld von der Luckauer Kantorei ihren Eindruck. "Katharina Schröder ist eine tolle Kantorin, sie reißt uns alle mit. Wir freuen uns schon sehr auf die Aufführung", ergänzt die Luckauerin Uta Rohde.

Bis dahin wird in weiteren Proben noch an den verschiedensten Details gefeilt. Anfang Juli steht die Generalprobe mit dem Orchester in der Nikolaikirche auf dem Programm. Dann wird auch das neue, zeitgenössische Werk für Vokal- und Instrumentalensemble geprobt. Der in Lübbenau lebende portugiesische Komponist und Organist João Segurado (Jahrgang 1984) hat es speziell für diesem Anlass im Auftrag des Kirchenkreises komponiert.

Zum Festkonzert, das nur ein einziges Mal dargeboten wird, erlebt es seine Uraufführung. "Wir hoffen, dass viele Menschen in unser Konzert kommen", sagt Kreiskantor Andreas Jaeger. Dank der Unterstützung des Kirchenkreises Niederlausitz, der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz könne das Kantorenteam die Eintrittspreise erschwinglich halten.

Zum Thema:
Das Festkonzert zum Reformationsjubiläum beginnt am Sonntag, 9. Juli um 17 Uhr in der Luckauer Nikolaikirche. Karten zum Preis von 15 Euro, ermäßigt 10 Euro, (Abendkassenzuschlag 3 Euro) sind in den Tourist-Informationen der Region und bei den Kirchengemeinden erhältlich.