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| 12:53 Uhr

Geplante Sanierung ist zu teuer
Luckauer Marktplatz in der Warteschleife

 Die Sanierung des Marktplatzes ist vorerst auf Eis gelegt. Die Planungen müssen neu geprüft werden, da Ausschreibungen einen erheblichen finanziellen Mehraufwand aufzeigten.
Die Sanierung des Marktplatzes ist vorerst auf Eis gelegt. Die Planungen müssen neu geprüft werden, da Ausschreibungen einen erheblichen finanziellen Mehraufwand aufzeigten. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. Die ersten Ausschreibungen haben gezeigt, dass die Marktplatzsanierung in Luckau deutlich teurer werden könnte, als ursprünglich geplant. Aus diesem Grund soll das Vorhaben zunächst verschoben werden. Von Anja Brautschek

Die geplante Sanierung des Luckauer Marktplatzes ist ins Stocken geraten. Der Baustart soll bis auf weiteres verschoben werden, die Ausschreibungen werden aufgehoben. Das teilte Bürgermeister Gerald Lehmann mit. Zwei wesentliche Faktoren veranlassten die Stadt für diese Entscheidung.

Zum einen gibt es derzeit eine zu erwartende Kostenexplosion. Die eingereichten Angebote zu den Ausschreibungen haben laut Bürgermeister die Kostenschätzungen des Bauamtes deutlich überstiegen. Die Gesamtkosten für den grundhaften Ausbau und die Neugestaltung des Platzes wurden mit rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt. Rund ein Drittel an Mehrkosten stehen in Raum. „So etwas kann ich nicht verantworten. Wir müssen die Situation neu prüfen“, erklärt Gerald Lehmann. Untersucht werden soll, wie die hohe Differenz zwischen Kostenschätzung und Ausschreibungsergebnisse zustande kommt. Der Bauboom führt einerseits zu gesteigerten Preisen in der Branche. Hiesige Handwerksbetriebe haben andererseits zudem volle Auftragsbücher. Der Bausektor hat aktuell Hochkonjunktur.

Abwarten will der Bürgermeister aber gleichzeitig auch das Ergebnis im Streit um die Abschaffung der Anliegerbeiträge. Wie bei sollen Baumaßnahmen üblich, sollten Grundstückseigentümer an einen Teil der Kosten beteiligt werden. Beitragsfähig ist der Ausbau der Straßen und Gehwege, sofern die Regelungen zu den Straßenausbaubeiträgen vom Land nicht gekippt werden. Das ist jedoch fraglich. Die Auswirkungen auf die Kommune seien derzeit nicht absehbar. Offen ist unter anderen, wie die Ausfälle kompensiert werden und inwiefern das Land den Kommunen den Ersatzbedarf erstattet, wenn die Straßenausbaubeiträge wegfallen.

Bis die offenen Fragen geklärt sind, soll der Baustart daher bis auf weiteres verschoben werden. Wann die ersten Baufahrzeuge anrollen werden, ist derzeit völlig unklar. „In Anbetracht der Situation kann ich diese Entscheidung nur befürworten“, sagt Olaf Schulze (CDU). Denn die finanziellen Mittel für die zu erwartenden Mehrkosten seien im Haushalt bislang nicht dargestellt. „Es ist aber ein normales Verhalten der Verwaltung, in so einem Fall die Ausschreibung aufzuheben. Da ist der Markt kein Einzelfall.“

Für einige der Gewerbetreibende am Markt bedeutet der Aufschub des Ausbaus gleichzeitig auch eine Erleichterung, wie Jutta Dzielak, Vorstandsmitglied des Gewerbevereins „Wir sind Luckau“, erklärt.

Für Einzelhändler sei so eine Baumaßnahme direkt vor der Ladentür ein Kraftakt, zu der so mancher mit Sorge blickte. Nichtsdestotrotz sind sich alle einig, dass Handlungsbedarf am Markt besteht, damit dieser wieder in altem Glanz erstrahlt. „Einige haben daher für eine abgespecktere Variante votiert. Die Reparatur beispielsweise von maroden Bürgersteigen sollte auf gar keinen Fall aus den Augen verloren werden“, sagt Jutta Dzielak.

Ursprünglich sollten die Arbeiten im April dieses Jahres beginnen. Über insgesamt acht Bauabschnitten soll das Vorhaben umgesetzt werden. geplant ist, sowohl den historischen Marktplatz, als auch die angrenzenden Straßen, Gehwege und die Parkplatzfläche saniert werden. Das historische Ambiente wird dabei erhalten. Vorhandene Pflastersteine sollen soweit möglich wiederverwendet werden. Die Mauer im Kurvenbereich wird verschwinden und durch Sitzmöglichkeiten und Pflanztröge ersetzt. Der Gehweg wird im Rahmen der Baumaßnahme verbreitert und barrierefrei ausgebaut. Um ein einheitliches Bild in der Stadt zu schaffen, soll – wie schon in der Hauptstraße realisiert – dafür ein Band aus Granitplatten eingesetzt werden. Die Fertigstellung aller Maßnahmen war bislang für Herbst 2020 geplant.