Zuerst waren es vor allem Mitglieder der PDS, die sich am Montagnachmittag zur Mahnwache gegen den drohenden Irak-Krieg auf dem Lübbener Marktplatz versammelten. Nach und nach kamen auch andere hinzu. Ein Transparent hatte die PDS mitgebracht, auf dem „No Mr. President! - Kein Krieg gegen den Irak!“ stand.
Später gesellten sich - zur Überraschung von Polizei und der PDS-Kreisvorsitzenden Karin Weber - auch einige Jugendliche mit eigenen Plakaten hinzu, die eher der rechten Szene zuzurechnen sind. Sie fragten höflich an, ob sie mitmachen dürften. Nachdem schon die Polizei und dann auch Karin Weber die Aufschriften auf den Plakaten inhaltlich kontrolliert hatten, gab es „grünes Licht“ . So stand das Spektrum von Links- bis Rechtsaußen beieinander, vereint im Protest gegen amerikanische Kriegsgelüste. Die Jugendlichen drückten das auf ihren Plakaten mit „Kein Blut für Öl“ und „Keine amerikanische Weltherrschaft!“ aus.
Überhaupt war die Beteiligung jugendlicher Demonstranten recht groß. Von den etwa 80 Teilnehmern an der Mahnwache waren mehr als die Hälfte Jugendliche.
In einer ganz kurzen Ansprache an die Demonstrationsteilnehmer sagte Karin Weber, dass die Mahnwache zu einer festen Einrichtung werden solle. An jedem Montag um 16 Uhr wolle man sich in den nächsten Wochen auf dem Lübbener Marktplatz treffen. Jeder, sagte sie, solle künftig noch drei oder vier Bekannte „über parteiliche und weltanschauliche Einstellungen hinweg“ mitbringen, um das gemeinsame Anliegen deutlich zu machen.
In einem Handzettel der PDS werden fünf Argumente gegen den Krieg aufgelistet und die Bürger aufgefordert, Druck auf den Bundeskanzler auszuüben, damit das deutsche Nein zu einem Irak-Krieg nicht aufgeweicht werde. (km)