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Märkische Heide prüft Dorfladen-Idee

Groß Leuthen. (asd1) Eine Grundversorgung mit Lebensmittel gibt es nicht mehr in der Gemeinde Märkische Heide. Der bisherige Lebensmittelmarkt in Groß Leuthen ist seit Dezember des vergangenen Jahres geschlossen.

Die Betreiber haben einen Schlussstrich gezogen. "Der Markt hatte keine Zukunft mehr", erklärte die Bürgermeisterin Annett Lehmann (Pro Märkische Heide) kürzlich in der Gemeindevertretersitzung.

"Die Lage war schlecht. Angebot und Ausstattung waren nicht mehr zeitgemäß", so die Ortschefin weiter. Ein Interessent für die Weiterbetreibung des Lebensmittelmarkts habe abgelehnt. Derzeit einzige Alternative für die Bürger: Einkauf bei mobilen Verkaufswagen oder in Märkten, etwa in Lübben, Beeskow oder Neu Lübbenau (Unterspreewald). Auch haben Fleischer und Campingplatz im Ort ihr Angebot erweitert. Hilfreich, aber keine zufriedenstellende Lösung wie die Bürgermeisterin sagt. Sieht sich doch die Gemeinde in der Pflicht, die Daseinsvorsorge der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu gewährleisten.

Die Gemeindevertretung hat deshalb mehrheitlich beschlossen, eine Standortanalyse für einen Lebensmittelmarkt erstellen zu lassen. Das gesamte Gemeindegebiet soll betrachtet werden. 5000 Euro stehen vorerst dafür zur Verfügung, wie Annett Lehmann sagt. Ihr zufolge ist das Geld aus einem anderen Vorhaben frei geworden. Zudem soll eine Förderung der Standortanalyse über das LEADER-Programm geprüft werden. Die Verwaltung der Gemeinde sieht bei einer positiven Analyse die Chance, Investoren für die Finanzierung und Betreibung eines Lebensmittelmarkts im Gemeindegebiet zu gewinnen.

Das Jobcenter des Landkreises Dahme-Spreewald und die Zukunftsagentur haben Annett Lehmann zufolge schon signalisiert, bei der Gewinnung von Partnern zu helfen. Die Kommune will die Voraussetzungen schaffen, den Einkaufsmarkt aber nicht betreiben, wie die Verwaltungschefin sagt. Ihr zufolge werde der Markt kein niedriges Preisniveau haben. "Deshalb ist es wichtig, dass die Bürger mitziehen." Sie setzt auf Regionalität und Qualität der Waren. Und auf Personal aus der Gemeinde, um einen guten Kundenkontakt zu gewährleisten.

In anderen ländlichen Regionen etwa in Niedersachen und Bayern werde das schon erfolgreich praktiziert: "Dort sichern Dorfläden die Versorgung der Bevölkerung." So etwas schwebt Annett Lehmann auch für die Märkische Heide vor. Der Markt soll maximal 800 Quadratmeter Verkaufsfläche bieten und mehrere Dienstleister unter einem Dach vereinen. Denkbar sind der Bürgermeisterin zufolge etwa ein Paketdienst, ein Kopierservice oder Ähnliches. Auch Bäcker und Fleischer - inklusive Imbiss - könnten dort mit einziehen. "Interesse gibt es", sagt Annett Lehmann, "aber nicht unter eigener Führung des Markts."

Die Gemeinde will jetzt ihre Anschubfunktion wahrnehmen. "Wir brauchen aussagekräftige Daten und Fakten", sagt die Bürgermeisterin. Die Standortanalyse soll diese liefern. Ziel ist es, den optimalen Standort für einen Lebensmittelmarkt zu finden sowie Entscheidungshilfen für Sortimentsfragen und Marketingaktivitäten zu leisten. Die Verwaltung der Gemeinde sieht die Standortanalyse als Wirtschaftsförderung. Über das Ergebnis der Analyse soll während Bürgerversammlungen in möglichen Ortsteilen informiert werden.