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| 14:54 Uhr

Es weihnachtet im Fläming
Märchenhafte Kulisse lädt zu Bummel

Was ist denn alles drin im Sack? Das Mädchen wirft einen Blick hinein. Der Weihnachtsmann stand auch während des Weihnachtsmarkts am Samstag in Dahme im Mittelpunkt.
Was ist denn alles drin im Sack? Das Mädchen wirft einen Blick hinein. Der Weihnachtsmann stand auch während des Weihnachtsmarkts am Samstag in Dahme im Mittelpunkt. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Weihnachtsmarkt in Dahme zeigt attraktive Angebote von Vereinen und Kirchengemeinde. Von Andreas Staindl

Ja, der Weihnachtsmarkt am Samstag in Dahme hatte wie versprochen tatsächlich etwas Romantisches. Es war zwar nicht unbedingt auf den ersten Blick zu entdecken, doch wer sich auf Entdeckungsreise begab, der wurde nicht enttäuscht. Den Besuchern bot sich so manches Überraschende. Nicht nur auf den Straßen und Plätzen, sondern vor allem in Innenhöfen, quasi hinter den Kulissen.

Der Museumshof war ein solcher Wohlfühlort. Märchenhafte Kulissen, Stände, an denen Märchenfiguren die Besucher empfingen. Dazu wärmende Feuerschalen, offenes Feuer für Stockbrot. Und Bastelangebote für die ganze Familie. Wer wollte, konnte eine Sternschablone mit Draht umwickeln, das Ganze dann in offenes Feuer halten. Die Pappe verbrannte, der Stern aus Draht blieb zurück. Ein kleines, aber feines Geschenk. „Es macht mir großen Spaß, Leute zu begeistern“, sagt Benita Bothe, die sich nicht nur verkleidet, sondern sich auch mit Ideen im Museumshof eingebracht hatte und vor Ort aktiv war. „Wer wirklich will und ein Herz für andere Menschen hat, der engagiert sich auch. Für mich jedenfalls ist das selbstverständlich.“ Für die „Zempermiezen“ auch. Die temperamentvolle Frauengruppe aus Dahme hatte in die Märchenwelt im Museumshof eingeladen. „Ein herrlicher Ort, um zur Ruhe zu kommen und abzuschalten“, sagt Silke Schulze aus dem benachbarten Elbe-Elster-Kreis.

Das war auch auf dem Rathaushof möglich. Der Verein „Ardanwen-Theater zu Pferde“ aus Paserin (Stadt Luckau) hatte dort sein mittelalterliches Lager aufgeschlagen. So richtig voll wurde der Hof immer dann, wenn die Akteure ihr Märchen „Das goldene Band“ aufführten. Es stammt aus der Feder von Brigitte Neumann und wird von Vereinsmitgliedern spannend umgesetzt. Dem Publikum gefiel es.

Die Entdeckungsreise war auf dem Rathaushof längst nicht zu Ende. In der Galerie „Kunstpause“ konnte die Ausstellung „Mein schönstes Bild“ besucht werden. In der Marienkirche sang am späten Nachmittag der Männerchor. Offiziell eröffnet wurde der Weihnachtmarkt am frühen Nachmittag mit dem Stollenanschnitt durch den Bürgermeister Thomas Willweber (Freie Wähler). Er hatte kaum das erste Stück vom Stollen abgeschnitten, da waren die ersten Besucher auch schon daran interessiert. „Was kostet ein Stück?“, wollte eine ältere Dame wissen. „So viel, wie es ihnen wert ist“, kam als Antwort vom Bürgermeister zurück. Die Stolle wurde gegen eine Spende abgegeben. Der Erlös kommt Kindern in der Stadt Dahme zugute, wie Thomas Willweber sagt. Der Nachwuchs hatte sich am Samstag schon erkenntlich gezeigt und auf dem Weihnachtsmarkt die Besucher mit Liedern begrüßt.

Und natürlich hat sich auch der Weihnachtsmann blicken lassen. Der gute Alte kam nicht mit dem Schlitten, denn der Schnee fehlte, und auch nicht mit der Kutsche, sondern wurde mit einem Oldtimer vorgefahren. Den Sack mit den Geschenken hatte er dabei. Die verteilte er an die Kinder, die ihm ein Gedicht aufsagten oder ein Weihnachtslied sangen.

Während die Mädchen und Jungen dem Weihnachtsmann quasi am roten Mantel hingen, wurde an den Ständen rundherum getrunken, gegessen, gebastelt, geschaut und gekauft. Angebote passend zum Anlass gab es reichlich. Vereine und Gruppen aus der Stadt und dem Umland haben sich aktiv und mit vielen Ideen eingebracht. Am Stand der „Freunde des Kirchturms“ in Prensdorf brutzelten die Bratwürste, kroch einem der Geruch von Glühwein in die Nase.

Ines Kafert war eine der fleißigen Helferinnen. „Wir engagieren uns seit Jahren während des Weihnachtsmarkts in Dahme“, sagt sie. „Die Veranstaltung ist für uns zudem eine gute Gelegenheit, für unsere ´Hörspielkirche´ – die erste in der Region – und für einen Besuch in unserem Gotteshaus zu werben. Wir wünschen uns, dass unsere Kirche ein Ort der Begegnung und möglichst von vielen Menschen besucht wird.“ So wie sie für das Gotteshaus in ihrem Heimatort, warben der Förderverein der Otto-Unverdorben-Oberschule, die Kirchengemeinde vor Ort, der Verein Pro Dahme und zahlreiche weitere Akteure für sich. Dass sie alle mit ihrem Engagement den Weihnachtsmarkt in Dahme attraktiv gemacht haben, war am Samstag deutlich zu spüren.