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| 17:22 Uhr

Mächtig Arbeit für Waldbesitzer

Wie diesen Kiefernbestand in Buckow hat der Sturm weitere Waldstücke brutal vernichtet.
Wie diesen Kiefernbestand in Buckow hat der Sturm weitere Waldstücke brutal vernichtet. FOTO: Martin Scholz
Golßen/Dahme. Der heftige Gewittersturm in der Nacht zum vergangenen Freitag hat in den Wäldern zwischen Golßen, Dahme und Görsdorf Tausende Bäume entwurzelt und zum Teil ganze Bestände vernichtet. Für Aufräumarbeiten drängt die Zeit. Bei den Förstern klingeln die Telefone heiß. Betroffene Waldbesitzer suchen Rat und Hilfe. Carmen Berg

"Mächtige Bäume sind durch die Luft geflogen", sagt Golßens Revierförster Detlef Seidlitz. Seit 33 Jahren sei er jetzt in der Region, doch einen Sturm mit solcher Wucht habe er noch nicht erlebt. Das Golßener Revier verzeichnet die größten Schäden innerhalb der Luckauer Oberförsterei. Rund 2000 Hektar sind Detlef Seidlitz zufolge betroffen, insbesondere in den Gemarkungen Glienig, Damsdorf, Schenkendorf und Schäcksdorf. Auf etwa 4500 Festmeter Bruch- und Wurfholz schätzt er den Verlust. "Ein Festmeter sind zwei bis drei dicke Bäume", vergleicht der Förster. "Die Waldbesitzer sind jetzt beim Aufräumen", so Detlef Seidlitz. Während in seinem Revier mehrere große Flächeneigentümer den Einsatz von Technik meist in eigener Regie organisieren, haben es Dahmes Revierförster Werner Bandick und sein Görsdorfer Kollege Stephan Thrun mit Eigentümern vieler kleiner Flächen zu tun, die oftmals Rat und Hilfe brauchen.

Kahlschlag im Eichenwald

"In einem Wald am Gebersdorfer Mosebruch liegen anderthalb Hektar mit hundertjährigen Eichen flach", nennt Stephan Thrun ein Beispiel dafür, wie kräftig Petrus in die Backen blies. Wohl 5000 Festmeter Holz seien in seinem Revier zu Bruch gegangen. Das sei etwa ein Drittel des normalen Jahreseinschlages im Revier, allerdings konzentriert auf wenige Flächen. "Wo der Sturm richtig getroffen hat, können Waldbesitzer in den nächsten 30 Jahren aus ihrem Wald nichts mehr erwirtschaften", sagt Stephan Thrun. Von Rietdorf über Gebersdorf, Buckow bis Prensdorf reiche die Schneise der Verwüstung, fügt er an.

"Es müssen sich Wirbel gebildet haben. Anders sind die verheerenden Folgen in einigen Bereichen kaum zu erklären, während andere verschont blieben", vermutet Dahmes Revierförster Werner Bandick. Auf 2000 bis 3000 Festmeter Holz beziffert er die Schäden in seinem Revier, beinahe 1000 davon auf Rosenthaler Gemarkung. "Dort liegt ein alter Kiefernbestand komplett am Boden", sagt er.

Anders als beim Jahrhundertsturm Kyrill 2007, der die Region im Winter traf, dränge diesmal beim Beräumen die Zeit, denn es drohe der Befall durch Schadinsekten, erklärt Stephan Thrun. So breite sich der Bläuepilz innerhalb weniger Wochen aus und verfärbe das Holz. Es sei dann nur noch begrenzt verwertbar. Auch verschiedene Borkenkäfer gingen zuerst an geschädigtes Holz, um dort ihre Eier abzulegen. "Die neuen Käfer siedeln sich dann jedoch auch unter der Borke gesunder Bäume an und bringen sie zum Absterben", sagt Stephan Thrun.

Detlef Seidlitz verweist darauf, dass die Forstleute im Sommer Zugang brauchen, um den Befall mit den Faltern der Nonne zu kontrollieren, eines Schädlings, der für Kahlfraß sorgt. "Wenn wir das nicht machen, droht im nächsten Jahr womöglich eine Nonnenplage", fürchtet er.

Eigentümer muss handeln

Verantwortlich für die Beseitigung der Sturmschäden seien die Waldbesitzer. Hauptwege müssten dabei zuerst frei gemacht werden, erklärt Werner Bandick. Die Revierförster geben Rat, was unter den jeweiligen Bedingungen am besten zu tun sei und vermitteln, wenn nötig, den Einsatz von Harvester-Technik. Doch könne schwere Technik nicht wegen einzelner Bäume ausrücken, stellt Werner Bandick zugleich klar. Neben dem heißen Draht zum Förster empfiehlt er, sich mit Waldnachbarn zu verständigen. Sei es, um sich bei der Holzbergung zu helfen oder auch, wenn es um Klarheit zu Waldgrenzen geht. "Manche Jüngere kennen sie nicht mehr so genau", weiß der Förster aus Erfahrung.

Zum Thema:
Wer bei der Beseitigung von Sturmschäden im Wald Fragen hat oder Hilfe braucht, kann sich an die zuständigen Revierförster wenden. Revier Golßen: Detlef Seidlitz, Telefon 0173 1589451. Revier Dahme: Werner Bandick, Telefon 0172 3144019. Revier Görsdorf: Stephan Thrun, 0172 3144021.Die Kontaktdaten weiterer Revierförster in der Region finden Interessierte im Internet unter den Oberförstereien Luckau und Jüterbog.