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In Vorbereitung
Lufteinsatz gegen die Forleule

Auf mehreren Tausend Hektar wird in der Region um Luckau und Dahme die Bekämpfung der Forleule aus der Luft vorbereitet.
Auf mehreren Tausend Hektar wird in der Region um Luckau und Dahme die Bekämpfung der Forleule aus der Luft vorbereitet. FOTO: Marc Tirl / dpa
Luckau/Dahme. Gefräßiger Kiefernschädling bedroht Luckauer und Dahmer Wälder. Schöna hat beim Befall den Spitzenwert in Brandenburg.

Wohl nur noch aus der Luft lässt sich die Forleule stoppen. Die bisherige Überwachung in den Wäldern um Luckau und Dahme deutet auf einen bedrohlichen Befall durch den Kiefernschädling hin, der die Nadeln kahl frisst.  Bei der Winterbodensuche waren sowohl in der Oberförsterei Luckau als auch in der Oberförsterei Jüterbog, zu der der Bereich Dahme gehört, extrem hohe Puppenvorkommen gefunden worden. Eine bis zwei pro Quadratmeter seien im Toleranzbereich. In der Gemarkung Schöna lag der Wert bei 18 - laut Dahmes Revierförster Werner Bandick war das der Spitzenwert in Brandenburg. „Die Waldarbeiter brauchten nur absammeln, was normalerweise erst nach vorsichtigem Durchkämmen des Bodens zutage tritt“, sagt er.

Auf 9000 Hektar wird in der Oberförsterei Jüterbog der Hubschraubereinsatz vorbereitet, wie Funktionsförster Stephan Thrun erklärt. Betroffen sind im Amt Dahme nahezu alle Ortsteile der Stadt Dahme, alle Ortsteile der Gemeinde Ihlow bis auf Rietdorf sowie Prensdorf und Wentdorf in der Gemeinde Dahmetal und zehn Ortsteile im Süden der Gemeinde Niederer Fläming. Im Luckauer Bereich steht Oberförster Burkhard Nass zufolge der Flug insbesondere für die Gemarkungen Wehnsdorf und Schwarzenburg auf insgesamt 1000 Hektar in Aussicht.

Die Bekämpfung aus der Luft ist das letzte Mittel, darin sind sich die Forstleute einig. Um den Hubschrauber noch abzuwenden, müsste Petrus helfen. „Wir brauchten nach Ostern eine trockene Periode und mehr als 20 Grad. Dann könnten sich die Eier der Forleule nicht entwickeln“, sagt Stephan Thrun.  

In beiden Oberförstereien wird zurzeit mit Lockstoff-Fallen der Schlupf der Falter aus den Puppen überwacht. „Wir sehen an den Fallen, wann die Falter ihren Flughöhepunkt haben“, sagt Stephan Thrun. Zwei Wochen später werden an Probefällungen die Eier gezählt, die die Weibchen in den Kiefernkronen ablegen. Sie werden zur Nadelmasse ins Verhältnis gesetzt. So lasse sich das Ausmaß der zu erwartenden Schäden bestimmen. Zudem nutzen die Förster zur Analyse der Bestände Satellitenbilder, ergänzt der Fachmann.

Die Forleule ist ein Frühflieger. Das mache sie so gefährlich. Der Fraß setzt zu einem Zeitpunkt ein, an dem die Knospen noch nicht ausgetrieben sind. „Es gibt keinen Maiwuchs, damit haben befallene Kiefern kaum eine Überlebenschance“, so Revierförster Werner Bandick.

Liegen die gezählten Eier im kritischen Bereich, muss mit dem Hubschraubereinsatz Ende April/Anfang Mai begonnen werden. Ausgebracht wird das Mittel „Karate Forst“. Es wirke zwar neben der Forleule auch auf andere Insekten, doch das Ökosystem werde sich davon schnell wieder erholen, sagt Stephan Thrun. Am liebsten aber wäre den Förstern, wie Werner Bandick formuliert: „wenn wir uns die Mühen der Intensivüberwachung  unnötig gemacht hätten .“

Kommt der Hubschrauber, werden betroffene Flächeneigentümer rechtzeitig informiert. Zwar ist das Intensiv-Monitoring im Vorfeld kostenlos, an den Kosten für den Flug werden sie jedoch nach Forstangaben mit Summen zwischen 75 und 100 Euro beteiligt.

Funktionsförster Stephan Thrun und Revierförster Werner Bandick (v.l.) verfolgen die Situation für den Bereich Dahme an der Karte.
Funktionsförster Stephan Thrun und Revierförster Werner Bandick (v.l.) verfolgen die Situation für den Bereich Dahme an der Karte. FOTO: Carmen Berg / LR