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| 16:25 Uhr

Aus den Kirchen
Lübbener Kirchengemeinde empfängt Gäste aus Holland

Begrüßung in Orange: Ramona Dunger (rechts) und Ellen Härtel empfangen die holländischen Gäste.
Begrüßung in Orange: Ramona Dunger (rechts) und Ellen Härtel empfangen die holländischen Gäste. FOTO: Franziska Dorn
Lübben. Gemeinden hüben und drüben schrumpfen: Partnerschaft muss künftig neue Wege finden. Von Franziska Dorn

Gäste der Partnergemeinde aus Den Haag (Niederlande) haben dieser Tage die evangelische Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde in Lübben besucht. Bis in das Jahr 1989 reicht die Partnerschaft zwischen Lübben und dem 750 Kilometer entfernten Den Haag zurück. Über die Jahre sind enge Beziehungen zwischen den Gemeinden entstanden.

Begrüßungsszenen wie bei einem Familientreffen spielten sich in der Lübbener Paul-Gerhardt-Straße ab. Als die 20 holländischen Gäste nach einer langen Reise aus ihren Kleinbussen stiegen, wurden sie von ihren Freunden nicht nur mit herzlichen Umarmungen begrüßt. Einen Tag vor dem offiziellen holländischen Königstag ließen es sich die Gastgeber nicht nehmen, die Reisenden mit dem „Wilhelm“, der Niederländischen Nationalhymne, willkommen zu heißen.

Ein so großes Aufgebot wird es in Zukunft bei den Treffen nicht mehr geben. Die Freundschaft ist in die Jahre gekommen, und mit ihr sind es auch die Akteure. Die zunehmende Säkularisierung und der demografische Wandel in dem Den Haager Ortsteil South-West haben die Kirchengemeinde schrumpfen lassen. Auch in Lübben findet der „Hollandkreis“ nur noch wenig Nachwuchs.

„Reich deine Hand nach Osteuropa“ hieß eine kirchliche Initiative in den 1980er Jahren in den Niederlanden. Die damalige Exodus-Kirchengemeinde in Den Haag schaffte Fakten. Im Advent 1989 empfing Lübben erstmals eine vierköpfige Delegation aus Holland.

Annie van der Veen gehörte dazu. Auch heute ist sie bei der Visite wieder dabei. Die 79-Jährige erinnert sich noch heute sehr lebhaft an diesen ersten Besuch in der Spreewaldstadt. „Es war von Beginn an sehr herzlich. Wir fühlten uns als Christen sofort verbunden. Besonders beeindruckt hat uns der Besuch im Tagebau. Auch die politische Situation war für uns alle sehr aufregend“, sagt sie.

Der Gegenbesuch ließ nicht lange auf sich warten. Ellen Härtel aus Lübben war eine der vier Gemeindeglieder, die sich im Mai 1990 nach Holland aufmachten. „Wie waren sehr nervös, allein wegen der Sprache. Aber das Eis war schnell getaut. Dort habe ich Ineke Ras kennengelernt. Uns verbindet seitdem eine feste Freundschaft“, erklärt die 57-Jährige.

Wie zwischen den beiden Frauen sind viele persönliche Bindungen über die Ländergrenzen hinweg entstanden. Es gab zahlreiche Treffen in Holland und Deutschland. Jörg Dunger aus Lübben erinnert sich an tolle Ausflüge nach Rotterdam und Amsterdam, an Besuche im Anne-Frank und im Rembrandt-Haus.

Welche neuen Wege es für die in die Jahre gekommene Partnerschaft gibt, haben die Freunde neben Ausflügen zum Schloss Altdöbern sowie auch zu den IBA-Terrassen in Großräschen, neben Bibelarbeit und Kahnfahrt besprechen können. Künftig will man die Begegnungen in kleinerem Rahmen stattfinden lassen und mehr die sozialen Medien zum Austausch nutzen. Treffen auf halber Strecke sind vorstellbar. Verbindende Elemente wie gemeinsames Musizieren sollen erhalten und gefördert werden.