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Feuerwehren
Von Autobahn-Crash bis Öl im See

Luckau. Luckaus Wehren müssen immer öfter ausrücken. Technik-Park wird 2018 weiter aufgestockt.

 Von  1,7 Millionen Euro, die die Stadt in diesem Jahr für Investitionen zur Verfügung hat, fließt fast die Hälfte (42 Prozent) in den Brandschutz, unter anderem in neue Fahrzeuge für die Wehren Luckau und Kümmritz sowie in den Neubau des Gerätehauses in Gießmannsdorf. Nicht von Ungefähr, denn die Einsätze für die 23 Luckauer Ortswehren steigen und werden aufwendiger, wie Stadtbrandmeister Gerd Walter  erklärt.

193 Mal wurden die Luckauer Wehren im Vorjahr gerufen, das waren 64 Alarmierungen mehr als 2016. 150 Mal mussten die Kameraden der Kernstadt ausrücken. Den Großteil der Einsätze mit 143 machten Gerd Walter zufolge technische Hilfeleistungen aus. Darunter fallen Sturmschäden vom Juli und Oktober, aber laut Stadtbrandmeister auch viele Verkehrsunfälle, insbesondere auf der A 13, der B 87 sowie auf der  Landesstraße zwischen Luckau und Schlabendorf.

Noch gut in Erinnerung ist den Floriansjüngern der Unfall eines Gefahrguttransporters auf der Autobahn, bei dem auf 300 Metern Kohlenstaub verteilt war, „hochexplosiv, wenn er aufgewirbelt wird“, so Gerd Walter. Zu den schwierigsten Einsätzen gehörten auch ein brennender Laster auf der Autobahn sowie der Großbrand einer Scheune mit Nebengebäuden und Lagerplätzen in Alteno, blickt er zurück. Daneben unterstützten die Luckauer in den Nachbarämtern Dahme und Unterspreewald sowie in Heideblick und waren mit ihrem Rettungsboot in Goyatz, um eine Ölspur auf dem Schwielochsee zu beseitigen.

Bislang sei es gelungen, auch werktags  – bekanntlich die Achillesverse im Feuerwehrdienst – mit ausreichenden Besatzungen auszurücken, sagt der Stadtbrandmeister. Die Vorsorge der Stadt, Feuerwehrleute in kommunalen Bereichen einzustellen, zahle sich dabei ebenso aus wie die personelle Kooperation mit dem Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Luckau, verzeichnet er.

Mit den neuen Fahrzeugen, für die die Stadtväter Geld bewilligten, würden sich zudem die technischen Voraussetzungen weiter verbessern. Die Kernstadt soll aus dem Fördertopf für Stützpunktwehren einen Rüstwagen mit einer erweiterten Ausstattung für die technische Hilfeleistung bekommen. „Die Autos werden stabiler gebaut, dem muss sich die Rettungsausrüstung anpassen“, erklärt Gerd Walter. In Kümmritz wird mit dem bestellten Tragkraftspritzen-Fahrzeug der fast 30 Jahre alte B 1000 abgelöst.  Endlich soll Ende Januar außerdem in Duben ein neues Löschfahrzeug mit erweiterter Ausrüstung für die technische Hilfe eintreffen, das schon 2017 erwartet wurde. Es hatte Lieferprobleme gegeben. Die Dubener seien wegen ihrer Lage an der Autobahn nach Luckau die am zweithäufigsten alarmierte Wehr mit im Vorjahr 41 Einsätzen, begründet Gerd Walter diese Investition. Sind die bestellten Fahrzeuge schließlich alle vor Ort, „dann ist es uns 28 Jahre nach der Wende gelungen, den Fuhrpark aus DDR-Zeiten zu ersetzen“, beschreibt Gerd Walter den mühevollen Weg.

In der Haushaltsdebatte hatte Kämmerer Thomas Rohr ein heißes Eisen angesprochen. Es werde perspektivisch in den politischen Gremien darüber zu reden sein, wie lange es noch leistbar ist, alle bestehenden Wehren auf den geforderten Standards zu halten, so der Kämmerer. Bei den Nachbarn in Dahme wurden kleine Wehren schon in Traditionswehren umgewandelt. Gerd Walter will das für Luckau so lange wie möglich vermeiden, wie er sagt. Aus seiner Sicht spielen die Kleinen eine wichtige Rolle, wenn es um die Entlastung der Großen geht. Gerade bei den Sturmschäden sei das deutlich geworden. Laut Stadtbrandmeister ist 2017 fast jede Ortswehr aktiv geworden. „Verzichtet ist schnell, doch etwas neu wieder aufzubauen, würde schwierig“, wirbt er für den Fortbestand vorhandener Strukturen.