Bislang haben Luckau-Touristen im Winter an Wochenenden keine Anlaufstelle. Die Touristinformation ist dann geschlossen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Museum, das ganzjährig sonnabends und sonntags Gäste empfängt, soll sich das ändern, sagt Andrea Schulz, zuständige Amtsleiterin der Stadtverwaltung. Die Idee des Umzuges sei es, den Personaleinsatz zu optimieren, erklärt sie. Info- und Museumsteam sollen bei Auskünften und Serviceleistungen füreinander einspringen. Info-Mitarbeiter müssen demnach künftig nicht nur über die schönsten Radwege oder über freie Betten Bescheid wissen, sondern ebenso Auskünfte geben können zur Historie der Kulturkirche und zu den Ausstellungen des Museums. Umgekehrt werden Museumsmitarbeiter Konzertkarten verkaufen.

"Es spricht nichts dagegen, Kräfte zu bündeln, nur muss sich zeigen, wie das praktisch läuft", sagt Museumsleiterin Helga Tucek. Manuela Hanschick, Leiterin der Touristinformation, ist eine gute Ausschilderung des neuen Anlaufpunktes wichtig. In zentraler Lage am Markt verzeichne die Infostelle mitunter mehr als 50 Besucher am Tag. "Durch den Engpass der Nonnengasse müssen Fremde künftig den Weg zu uns erst finden."

Die Ausschilderung in der Innenstadt werde angepasst, kündigt Andrea Schulz an. Zudem werde der Kranich als Symbol des Tourismusverbandes seinen Platz am Eingang zur Kulturkirche bekommen, sagt sie. Erhalten bleibe die Telefonnummer.

Ihre speziellen Arbeiten werden die Info-Mitarbeiter in einem Büro in der ersten Etage der Kulturkirche erledigen, so Andrea Schulz. Die Öffnungszeiten beider Einrichtungen, die derzeit noch leicht variieren, werden angeglichen. Beide Teams sollen dazu ihre Erfahrungen einbringen, so die Amtsleiterin. Sie ist überzeugt, durch die neue Struktur würden Touristen noch stärker auf die Angebote des Museums aufmerksam und umgekehrt Ausstellungsbesucher auf Luckaus weitere Attraktionen.

In Dahme haben Museum und Touristinformation über Jahre Wand an Wand gearbeitet und einander geholfen. "Am Anfang war das ein Umdenken, doch es war für beide Seiten und für unsere Gäste von Vorteil ", zieht Dahmes Museumsleiter Tilo Wolf Bilanz. Die Kundigkeit im Metier des anderen habe sich im Alltag schnell entwickelt. "Wo es zu fachspezifisch wurde, haben wir Fragen aufgenommen und zur Bearbeitung gegenseitig weitergereicht", erzählt er. Dieses "Learning bei doing" soll auch der Weg in Luckau sein, kündigt Andrea Schulz an. Anfang November soll es losgehen. In den frei werdenden Tourist-Räumen im Rathaus werde stufenweise ein Servicepunkt für Verwaltungsbelange der Bürger aufgebaut, ergänzt Hauptamtsleiter Michael Klinkmüller.

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Zum ThemaDas Niederlausitz-Museum hat nach eigenen Angaben seit dem Umzug von der Langen Straße in die Kulturkirche seine Besucherzahlen verdreifacht. Die Touristinformation wurde unlängst als eines von zehn Unternehmen Brandenburgs zum wiederholten Mal mit dem Gütesiegel Service-Qualität Deutschland, Stufe I, ausgezeichnet.