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Aufgehübscht
Luckaus Roter Turm trägt Schal und Mütze

Geschafft: Das Wahrzeichen trägt sein Winterkleid. Das „Anziehen“ dauert rund drei Stunden.
Geschafft: Das Wahrzeichen trägt sein Winterkleid. Das „Anziehen“ dauert rund drei Stunden. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. 70 Frauen haben den Willkommensgruß gestrickt. Das „Anziehen“ dauert Stunden. Von Carmen Berg

Am Freitagnachmittag hüllen Luckauer Feuerwehrleute den Roten Turm in ein Winterkleid. Mittags rücken sie mit ihrer Drehleiter an. Für das „Anziehen“ des Wahrzeichens am Eingang zur Altstadt werden sie rund drei Stunden brauchen. Es ist ein akribischer Kraftakt, den sie jetzt im zweiten Jahr vor dem Beginn der Adventszeit stemmen Die Premiere im Vorjahr fand großes Echo. Die Idee zu der Aktion entstand im bürgeroffenen Gewerbeverein „Wir sind Luckau“. Ein besonderer Willkommensgruß sollte in der Weihnachtszeit Gästen Lust auf einen Einkaufsbummel in der Stadt und auf einen Besuch des Weihnachtsmarktes machen, sagten sich Jutta Dzielak und Kerstin Treptow vom Vereinsvorstand. 70 Handarbeitsfrauen aus der Stadt, aus dem Spreewald und dem Elbe-Elster-Land, die in der RUNDSCHAU von dem Vorhaben lasen, ließen über mehrere Monate ihre Stricknadeln klappern. So entstanden mehr als 100 Teile, die zu einem 14 Meter langen Schal samt zwei zehn Meter langen Fransenenden verhäkelt wurden.

An dem 14 Meter langen Schal samt zwei zehn Meter langen Enden mit Fransen haben 70 Helferinnen mehrere Monate gestrickt
An dem 14 Meter langen Schal samt zwei zehn Meter langen Enden mit Fransen haben 70 Helferinnen mehrere Monate gestrickt FOTO: Carmen Berg / LR

Die Schalteile liegen am Freitag ausgebreitet vor dem Roten Turm. Sie sind auf festem Stoff aufgebracht, in den ein Stahlseil eingezogen ist und haben damit ordentlich Gewicht. Damit das Gebilde später nicht durchhängt, hatte Kerstin Treptow die Idee, Ösen in den Stoff einzustanzen. Am Turm Turm wird das Winterkleid mit Bolzen verankert. Mehrmals müssen die Feuerwehrleute ihre Drehleiter umsetzen, den Korb vor und zurück, höher oder tiefer fahren, bis alles passt. Der Schal darf außerdem nicht zu eng sitzen, denn die beiden losen Enden müssen hindurchgezogen und verknotet werden. „Krawatte binden geht leichter“, scherzt Hans-Georg Schaper, Luckauer Feuerwehr-Urgestein, der die Männer von unten dirigiert. Auf seinem Smartphone hat er ein Bild vom Turm aus dem Vorjahr aufgerufen, vergleicht, wo es Unsicherheiten gibt.

Damit der Schal richtig sitzt, müssen die in den Stoff eingestanzten Ösen punktgenau in die Vorrichtungen am Turm eingepasst werden.
Damit der Schal richtig sitzt, müssen die in den Stoff eingestanzten Ösen punktgenau in die Vorrichtungen am Turm eingepasst werden. FOTO: Carmen Berg / LR

Als der Schal sitzt, bringt Jutta Dzielak den Männern als kleines Dankeschön an diesem kalten Nachmittag einen heißen Kaffee. Dann geht es in den Schluss-Spurt. Die Mütze aus vielen bunten Wollteilen wird installiert. Sie wird getragen von einem Unterbau aus Holz. Zuletzt bekommt das Wahrzeichen ein „Gesicht“ mit zwei freundlichen Augen und einem lächelnden Mund. Dann ist es geschafft. „Das ist schon was Tolles“, freut sich Hans-Georg Schaper über das gelungene Werk. Die Gäste können kommen. Am Sonnabend, 9. Dezember lädt die Gartenstadt ein zu einem romantischen Weihnachtsmarkt mit Flaniermeile, geöffneten Höfen und einem liebevoll gefertigten Weihnachts-Märchenhaus für die Kinder. Bereits am 8. Dezember öffnen Vereine auf dem Markt ihre Büdchen zur Glühweinmeile, um 17 Uhr öffnet sich das historische Adventstürchen Am Markt 2, um 17.30 Uhr startet ein Lampionumzug für die Kinder.