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Luckaus Narren feiern Jubiläum

Ein mitreißendes Trommelprogramm zelebrierten die "Frechen Früchtchen" und ließen dabei die Erinnerung an manchen Hit vergangener Sessionen wieder aufleben.
Ein mitreißendes Trommelprogramm zelebrierten die "Frechen Früchtchen" und ließen dabei die Erinnerung an manchen Hit vergangener Sessionen wieder aufleben. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. (bkh1) "44 Jahre gelb, rot blau, die Hitgiganten des LCV" – unter diesem Motto stand die erste Jubiläumsshow des Luckauer Carneval Vereins am Samstagabend im Schlossbergsaal. Großartige Stimmung herrschte von Anfang an, beim schwungvollen Rückblick auf viermal elf Jahre karnevalistisches Treiben in der Berstestadt. Birgit Keilbach

Schon die Spielleute hatten sich verschiedenste Narrenkappen vergangener Sessionen aufgesetzt und marschierten als bunt kostümiertes Völkchen in den Saal ein. Darunter Heinz-Georg Schaper in der allerersten Uniform der Spielleute. "Und sie passt ihm noch heute", kommentierte Sitzungspräsident Anko Menne anerkennend. Begeistert klatschte das Publikum den Musikern ebenso zu wie den Gardetänzerinnen und dem Prinzenpaar. Tobias I. und Lieblichkeit Sara I. gestalteten ihren Eröffnungstanz kurzerhand als eine kleine Tanzperformance.

Zum Jubiläum begrüßten die Moderatoren Anko Menne und Sven Off auch Gastvereine aus Calau, Diebsdorf und Cottbus mit "Helau" und die Golßener mit "Nuff, Nuff".

Prinz Tobias I. begrüßte das Narrenvolk und schaute sich mit wohlwollendem und kritischem Auge in Stadt und Land um, wo einerseits "fleißige Hände schaffen die Wende", nämlich im Hospital "Zum heiligen Geist". Andererseits im Stadtcafé noch Stille herrscht und die Gebietsreform vielleicht dafür sorgt, "dass wir, so Gott will, bald zu Bayern gehören". Dem hielt Bürgermeister Gerald Lehmann in seiner Büttenrede in Englisch entgegen "Wir machen Luckau wieder groß." Um die Ideenfindung anzuregen, soll demnächst eine Bierleitung vom Rathauskeller in sein Büro gelegt werden und eine Zollstation künftig Geld ins leere Stadtsäckel spülen, verkündete er in der Bütt und nahm das Ganze dann wieder zurück. Denn sollte davon etwas in der Zeitung stehen, "alles fake news". Dennoch: "We will make Luckau great again."

Als "Otto Normalverbraucher" stieg LCV-Urgestein Manfred Danowski nach langer Pause in die Bütt und ließ im freien Vortrag die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren. Von der Initialzündung beim Eierkuchenessen der Commune Calauer Vorstadt, künftig einen Fasching zu veranstalten, über die Verdienste des langjährigen Präsidenten Siegfried Walter bis zur Wanderschaft durch die verschiedensten Veranstaltungsorte von Luckau bis Gehren reichte sein unterhaltsamer Rückblick.

Von 1975 bis 2000 stand er jedes Jahr in der Bütt, sprach zu DDR-Zeiten mit spitzer Zunge an, was die Leute bewegte. "Wenn Erich das wüsste", diese Anspielung habe jeder verstanden. "Es hat mir viel Spaß gemacht, denn der Saal hat immer schon darauf gewartet", erzählt Manfred Danowski.

Mit schwungvollen Choreografien und Tänzen erinnerten die verschiedenen Gruppen des Vereins an vergangene Mottos. Ob Gazellen, Freche Früchtchen, Wilde Stiere, Play-back-Boys oder Ladykracher, alle entführten mit Temperament und Tempo stimmungsvoll in den Dschungel, das Indianerland, nach Bollywood und in den Wilden Westen. Als Schlümpfe bezauberten die Knirpse der Kindergruppe. Dort fangen die meisten der Gardetänzerinnen an. Wie das Können fortschreitet, zeigten die Fünkchen, Tanzmariechen und die Garde. Mit "Dirty Dancing" trieb die Paartanzgruppe die Stimmung einem weiteren Höhepunkt zu. "Ich bin jedes Mal begeistert, was aus den Anfängen geworden ist und wie viele junge Leute sich auch heute noch für den Karneval begeistern", resümierte Ehrenpräsident Siegfried Walter glücklich.