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| 17:03 Uhr

In Luckau
Behindertenbeirat auf Eis

Rollstuhlgerechte Ausfahrten wie hier beim DRK findet Mario  Büttner (im Gespräch mit Marita Kabitschke) in der Luckauer Altstadt kaum.
Rollstuhlgerechte Ausfahrten wie hier beim DRK findet Mario Büttner (im Gespräch mit Marita Kabitschke) in der Luckauer Altstadt kaum. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Personalnot: Luckaus Sprachrohr für Menschen mit Handicap sucht dringend Verstärkung.

Dem Behindertenbeirat der Stadt droht das Aus. Vorsitzende Andrea Friedrich hatte Ende vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen ihr Ehrenamt niedergelegt. Ein weiteres Beiratsmitglied schied aus Altersgründen aus. „Zu Dritt können wir die Aufgabe nicht stemmen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Marita Kabitschke.

Die Leiterin des DRK-Mehrgenerationenhaues sowie Beiratskollegin Astrid Werner, Leiterin der Wohnstätte für Behinderte „Haus Mamre“ sind beruflich stark eingebunden. Mario Büttner ist gesundheitlich eingeschränkt. Doch aufgeben wollen die verbliebenen Gremiumsmitglieder nicht.

Die Stadt Luckau unterstützt die Suche nach Bewerbern für die vakanten Sitze. „Bisher ohne Erfolg“, bedauert Hauptamtsleiterin Birgit Lehmann. Sie hofft, dass sich doch noch Verstärkung findet.

„Ncht nur junge, dynamische Menschen sollten in der Stadt ihre Interessen vertreten können.“ Mit diesem Argument hatte Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) 2012 die Gründung des Beirates angeschoben. Er ist in der Hauptsatzung der Stadt verankert, seine Mitglieder werden von den Stadtverordneten bestätigt, was dem  Sprachrohr für Menschen mit Handicap besonderes Gewicht verleiht. Für das Umland waren die Luckauer Vorreiter.

„Wer auf gesunden Füßen unterwegs ist, kann sich oft nicht vorstellen, wo überall es Hindernisse gibt“, sagt Rollstuhlfahrer Mario Büttner. „Im Rathaus finden solche Sorgen Gehör. Wenn möglich, wird Abhilfe geschaffen“, berichtet er. So war der Beirat in die Planungen für den Ausbau der Hauptstraße einbezogen und hatte sich neben dem Seniorenbeirat für den Erhalt der Ampel am Lindeneck eingesetzt. „Auch die behindertengerechte Toilette am Laga-Park geht mit auf uns zurück“, sagt Mario Büttner.

Einiges ist geschafft, Weiteres bleibt zu tun, „denn Altstädte  sind nicht gebaut für die Belange Behinderter“, ergänzt Marita Kabitschke. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass den meisten Luckauer Gaststätten barrierefreie Toiletten fehlen. Wenn Mario Büttner sich zum Kaffeetrinken verabrede, dann im Café am Lindeneck. Von dort sei es nicht weit zum Krankenhaus mit behindertengerechtem WC im Foyer. Nur über Stufen erreichbar sind die meisten Altstadt-Läden. Hat er in der Postfiliale zu tun, ist der Rollstuhlfahrer auf Passanten angewiesen, um auf sich aufmerksam zu machen. „An den baulichen Gegebenheiten lässt sich nichts ändern, aber kleine Dinge wie Klingeln könnten schon helfen“, sagt er.

Das Umfeld  zu sensibilisieren, sei eine der  Aufgaben des Beirates. Er berät aber auch zu Behördendingen, erklärt Marita Kabitschke. Sie habe durch ihr Ehrenamt einen neuen Blick auf die Hürden im Alltag bekommen. „Ich schaue genauer hin“, erzählt sie.

Wer das Team verstärken möchte, ist willkommen. Die Hauptsatzung sieht bis zu fünf Mitglieder vor. Mitmachen kann, wer in Luckau samt Ortsteilen wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist. Vorschläge oder eigene Bewerbungen können an das Hauptamt im Rathaus, Am Markt 34, in 15926 Luckau geschickt werden. Aufschrift „Bewerbung für die Mitarbeit im Behindertenbeirat“ auf dem Umschlag nicht vergessen . Infos gibt es bei Hauptamtsleiterin Birgit Lehmann, Telefon Luckau 594 110 oder bei Marita Kabitschke im DRK-Mehrgenerationenhaus an der Jahnstraße 8, Telefon 0151 54408876. Gern können sich auch Menschen melden, die selbst Betroffene sind, so Mario Büttner.