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| 15:36 Uhr

Dahme
Neue Niere, doch Ängste bleiben

Jonas kann schon wieder lächeln. Er ist wieder zu Hause bei Mutter Carmen Arndt und Schwester Chantal.
Jonas kann schon wieder lächeln. Er ist wieder zu Hause bei Mutter Carmen Arndt und Schwester Chantal. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau/Dahme. Jonas steht noch ein harter Weg bevor bevor. Luckauerin will mit Spendenaktion Mut machen.

Jonas ist wieder zu Hause in Dahme bei der Mutter und den vier Geschwistern. Vor gut vier Wochen hat der Zehnjährige eine neue Niere bekommen. Zart und blass ist er, doch er lächelt tapfer, sagt: „Mir geht es gut.“, Aber die Sorgen sind noch nicht vorbei, weitere Operationen werden womöglich nötig. Der Luckauerin Irene Blobel geht sein Schicksal nahe. Sie ist selbst Mutter und startet eine Spendenaktion. „Die Arndts sollen wissen, sie sind nicht allein“, sagt sie.

Rückblick: Im November 2015 stellt ein akutes Nierenversagen bei Jonas das Leben der Familie auf den Kopf. Vier Mal in der Woche muss der Junge fortan zur Dialyse in die Charitè nach Berlin gefahren werden. Er kann nicht mehr zur Schule gehen, Mutter Carmen Arndt gibt ihren Job auf. Die Familie zieht von Luckau nach Dahme in eine günstigere Wohnung.

Als feststeht, dass der Vater als Spender infrage kommt, keimt Hoffnung auf. Dann gibt es Komplikationen, die Transplantation muss verschoben werden. Endlich, Mitte Oktober, ist es soweit. In einer achtstündigen Operation bekommt Jonas die neue Niere. Die Tage danach verbringt er auf der Intensivstation. Die Schläuche, das Piepen der Überwachungsmonitore machen ihm Angst. Er hat Schmerzen. „Das war ganz schön schlimm“, erzählt er.

Das neue Organ bekommt er in den Bauch eingesetzt. Die eigenen kaputten Nieren bleibenzunächt im Körper. Sie werden aber sicherlich noch entfernt werden müssen, so die Mutter. Eine weitere Operation stehe womöglich an, weil das neue Organ sehr groß sei und einen Knick in der Vene verursacht habe. Die Folge seien starke Blutdruckschwankungen. Wie es weitergeht, soll sich bei einer Untersuchung entscheiden, für die Jonas im Dezember erneut ins Kranknehaus muss. Bis dahin muss er weiter jede Woche einmal zur ambulanten Kontrolle seiner Werte in die Charité.

Zu Hause braucht Jonas täglich fünf Mal zu festen Zeiten viele Medikamente. „Mir ist oft schwindlig, und er Kopf tut weh“, erzählt er. Auf alles, was den Bauch anstrengt, muss er verzichten. Radfahren beispielsweise oder Rutschen sind tabu.

Ein ganz normaler Alltag, bei dem die Krankheit nicht mehr alles beherrscht, ist der größte Wunsch der Arndts für das neue Jahr. „Eine kleine Reise, irgendwo hin, wo ich noch nicht war“, sagt Jonas. Carmen Arndt fehlt dafür das Geld. Das schmale Budget lässt Extras nicht zu. So ist die Luckauerin Irene Blobel auf die Idee gekommen, ein privates Spendenkonto einzurichten. Sie kennt Carmen Arndt aus der Zeit, als ihre älteren Töchter in Luckau gemeinsam zur Schule gingen. Nach dem Umzug blieben die Mütter lose in Kontakt, dabei erfuhr Irene Blobel von dem Drama um Jonas. „Ich war kürzlich lange im Krankenhaus, und ich bin Mutter. Als mein Sohn noch sehr klein war, bestand bei ihm Verdacht auf Blutkrebs. Ich kann nachempfinden, was Carmen Arndt und ihre Kinder durchmachen“, sagt sie. Bei ihrem Spendenkonto gehe es nicht um große Beträge. „Wenn viele Leute einen Euro geben, kommt am Ende auch eine schöne Summe heraus“, sagt Irene Blobel. Wichtig sei es ihr, durch Anteilnahme den Arndts Mut zu machen. Das Konto will Irene Blobel voraussichtlich bis Ende Januar offen halten und dann berichten, wofür das Geld konkret eingesetzt wird. „Ich bin so dankbar, weiß gar nicht was ich sagen soll“, reagiert Carmen Arndt, als sie von der Aktion erfährt. Wer für Jonas spenden möchte, kann dies tun auf das Konto von Irene Blobel bei der Commerzbank-Filiale in Luckau, IBAN: DE39 1808 0000 0656 5657 01, BiC: COBADEFF, Verwendungszweck: Spendenkonto Jonas Arndt.

Irene Blobel hofft, dass viele Menschen ihre Spendenaktion für den kleinen Jonas und seine Familie unterstützen.
Irene Blobel hofft, dass viele Menschen ihre Spendenaktion für den kleinen Jonas und seine Familie unterstützen. FOTO: Carmen Berg / LR