ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:30 Uhr

Altstadt-Zauber
Luckauer Wassermusik mal anders

 Die Musikkähne blieben diesmal wegen des niedrigen Wasserstandes im Stadtgraben vor Anker an den Stationen. Am Bebelplatz wusste  Robert Gläser das Publikum am Ufer mitzureißen.
Die Musikkähne blieben diesmal wegen des niedrigen Wasserstandes im Stadtgraben vor Anker an den Stationen. Am Bebelplatz wusste  Robert Gläser das Publikum am Ufer mitzureißen. FOTO: Birgit Keilbach
Musikerkähne blieben wegen Niedrigwasser stehen, dafür zur Kahnnacht Nass von oben. Von Birgit Keilbach

„Die Idee mit der Kahnnacht ist super, aber wir hätten vielleicht nicht Händels Wassermusik als erstes spielen sollen“, nahmen es die Musiker vom Quartett „Streichbar“ mit Humor. Denn die vierte Auflage der Luckauer Kahnnacht war gerade eine Stunde alt, da drängte ein kräftiger Regenschauer Akteure und Zuhörer in eine unfreiwillige Zwangspause. Während die Musiker in Windeseile ihre Instrumente unter Planen schützten, quetschten sich an den Stationen die Gäste unter aufgestellte Pavillons, Schirme oder das Blätterdach der Bäume.

Ohnehin war Kahnnacht in diesem Jahr etwas anders als sonst. Weil im Stadtgraben Niedrigwasser herrscht, blieben die Musikerkähne an den Stationen. Für die Besucher offensichtlich kein Problem. In großer Zahl pilgerten sie schon vor dem offiziellen Start des Musikspektakels zu den verschiedenen Haltepunkten. Robert Gläser brachte am Bebelplatz seine neuesten Songs zu Gehör und freute sich über den Zuspruch. „Ich finde es ist sehr lauschig und sehr gemütlich“, erzählte der Musiker. „Hallo Luckau“, rief sein Sohn den Zuhörern auf den Wiesen zu beiden Seiten des Stadtgrabens zu, die noch weitere Sprüche des Juniors mit Jubel und Beifall feierten. Lockere Atmosphäre und gute Musik eben.

Auch am Manteuffelplatz zu Füßen des Schlossbergs herrschte fröhliche Stimmung zu den Rhythmen von „Latino total“. Die Salsaband heizte dem Publikum gleich am Anfang ordentlich ein und machte so richtig Lust auf einen entspannten Sommerabend. Am Mönchhof kamen die Rock- und Pop-Freunde auf ihre Kosten, hier lag die Band „Eßfeld“ mit ihrem Kahn vor Anker. An der Brücke Südpromenade fügten „Abba-Acoustix“ mit den legendären Hits des schwedischen Quartetts dem Abend eine weitere musikalische Facette an.

Zudem bereicherte am frühen Abend ein Orgelkonzert in der Nikolaikirche das musikalische Spektrum. „Das Konzert war Spitze“, schwärmten Inge Barth und Brigitte Karla. Besonders fasziniert waren die Luckauerinnen davon, dass sie die koreanische Organistin Hyo-Jong Kim per Videoübertragung beim Musizieren am Spieltisch beobachten konnten. „Man konnte sehen, wie wild sie mit ihren Füßen über die Pedale geschwebt ist und wie sie die drei Manuale bedient hat, einfach fantastisch“, schilderte Inge Barth. Die Kahnnacht sei eine großartige Sache, so die  Frauen, die nach dem Regen vom Mönchhof zu den nächsten Stationen liefen.

So eine Regenpause hält mitunter Überraschendes bereit. Nicht wenige Besucher fanden in der Hauptstraße 12 zwischenzeitlich ein trockenes Plätzchen. Dort hatten die Künstlerin Katrin Meißner aus Calau und ihr Luckauer Kollege Reza Reza die Türen zu ihrem „Kunstraum auf Zeit“ geöffnet. Malerei, Grafik, Schriftkunst, Getöpfertes sowie Objektkunst konnten die Besucher betrachten und mit den zwei Künstlern ins Gespräch kommen. „Unsere Idee ist es, mit der Kunst die Stadt zu beleben und das Interesse heute war groß“, sagte Reza Reza erfreut.

Im Napoleonhäuschen war die Regenpause gleichfalls gut zu überbrücken, auch wenn es gelegentlich eng wurde. Andreas Jahnke vom Heimatverein beantwortete die Fragen der bis spät in die Nacht hereinströmenden Besucher. Hannelore Busam war beeindruckt von der Ausstellung, die sie zur Kahnnacht erstmals entdeckte. „Das Laufen hat uns nichts ausgemacht, die Stimmung war super“, resümierte sie.

Auch die Musik auf dem Kirchhof habe ihr gut gefallen. „Das war ganz neu für uns, und es war toll gemacht“, schwärmte sie. Dort musizierte Kantor Focko Hinken nach dem Orgelkonzert mit dem Gießmannsdorfer Posaunenchor. Alles sei gut organisiert „und am Roten Turm, da war zwischendurch auch schöne Musik zum Tanzen“, ergänzte die Luckauerin. Angetan vom Ambiente und Musikangebot waren auch Andrea und Bernd Kammann aus Prieros. „Uns gefällt die handgemachte Musik. Robert Gläser hat schöne Texte und auch die Leute zum Mitmachen animiert. Und die kleine Runde um die Stadt ist gerade richtig zum Laufen“, sagte das Ehepaar, während es den Klassik-Klängen vom Streicher-Quartett lauschte. Dieses war mit dem Regen vom Kahn unter einen großen Schirm umgezogen und unterhielt die Gäste auch noch um Mitternacht.

 Die Musikkähne blieben diesmal wegen des niedrigen Wasserstandes im Stadtgraben vor Anker an den Stationen. Am Bebelplatz wusste  Robert Gläser das Publikum am Ufer mitzureißen.
Die Musikkähne blieben diesmal wegen des niedrigen Wasserstandes im Stadtgraben vor Anker an den Stationen. Am Bebelplatz wusste  Robert Gläser das Publikum am Ufer mitzureißen. FOTO: Birgit Keilbach