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Luckauer Tulpenfest erlebt Chor-Marathon

Nicht nur gesungen, sondern auch getanzt worden ist beim Chortreffen in der Gartenstadt Luckau. Tänzerisch begeisterte der Chor aus Sacrow/Waldow ebenso wie mit seinem Gesang.
Nicht nur gesungen, sondern auch getanzt worden ist beim Chortreffen in der Gartenstadt Luckau. Tänzerisch begeisterte der Chor aus Sacrow/Waldow ebenso wie mit seinem Gesang. FOTO: Foto-Zahn
Ein kleines Fest der Superlative haben gut 2000 Luckauer mit ihren Gästen am Sonntag im Stadtpark beim Tulpenfest erlebt. Bei herrlichem Frühlingswetter pilgerten sie in die Naturoase, in der vor sechs Jahren die erste brandenburgische Landesgartenschau eröffnet worden war. Die Parkanlage hat nichts von ihrem einstigen Charme verloren, und bekam mit einem großen Chorfest noch einen zusätzlichen Farbtupfer. Foto-Zahn


Auf der Bühne im Stadtpark, just an der Stelle der Laga-Hauptbühne angelegt, hat es am Sonntag ein rekordträchtiges Konzert gegeben. Neun Chöre mit immerhin 209 Sängerinnen und Sängern aus Südbrandenburg haben in der gut gefüllten Arena 74 Lieder unterschiedlichster Art zu Gehör gebracht. Derartiges gab es bei Chortreffen in Luckau noch nie.
Auch das ist bemerkenswert: Viele der Hörer waren über lange Zeitstrecken des Konzertes dabei, und nicht wenige hielten sogar die vier Stunden bei herrlichem Sonnenschein aus. "Ich habe die unterschiedlichen Arten der Interpretationen genossen", sagte Isabell Hohenstein aus Berlin. Ihr persönlicher "Liebling" unter den neun Chören sei der Kammerchor "Cantemus" aus Luckau. Ihr pflichteten viele bei - nicht aus lokalem Patriotismus, sondern als Anerkennung des prägnanten, aussagekräftigen Gesangs besonders deutscher Volkslieder, aber auch internationaler Chorliteratur.
Mit dabei waren der Gemischte Chor "Liederkranz" aus Groß Gaglow bei Cottbus, der Männerchor Golßen, der Gesangverein Sacrow-Waldow sowie die Ruhländer Vokalisten. Zum Fest kamen ebenfalls der eigens für diesen Auftritt geformte Chor des Luckauer Gymnasiums und der Lübbener Thomas-Müntzer-Oberschule, ferner der Gesangverein Langengrassau, der Chor der Bergarbeiter Brieske (Grube Marga) und auch der Männergesangverein Ruhland.

Heimat- und Frühlingslieder
Der "musikalische Oberspielleiter" Michael Zumpe hatte neben der Gesamtleitung des Mammut-Konzertes auch die Chorleitung für "seine" Chöre aus Sacrow-Waldow und aus Ruhland. Den "vereinigten Schulchor" hatte er als Musiklehrer an beiden Einrichtungen ohnehin zusammengeführt. Und Zumpe als ausgebildeter Bariton-Sänger bot mit dem Nachwuchs-Pianisten Robert Lillinger Solo-Stücke wie den "Musensohn" von Franz Schubert oder die Vertonung des "Heidenröslein" dieses romantischen Meisters.
Bunt wie die Frühlingswiesen waren die Klangfarben des Konzertes. Die Sacrow-Waldower boten vor allem Spreewälder Heimatlieder und erfreuten mit Irmgard Kluske am Spinnrad zur hübschen Weise "Wenn in Großmutters Stübchen ganz leise surrt das Spinnrad am alten Kamin". Die Lan gengrassauer zauberten musikalisch mit "Komm, lieber Mai, und mache die Bäume wieder grün" und anderen heiteren Liedern die schönste Jahreszeit gesanglich sauber ins Publikum. Mit Bergmannsliedern und besinnlichen Weisen von Robert Stolz wie "Im Prater blüh'n wieder die Bäume" erfreuten die Briesker Sänger im Luckauer Stadtpark. Und der wurde immer wieder vom gemeinsamen Gesang des Publikums mit Chören erfüllt - so beim "Das Lieben bringt groß' Freud'" oder "Jetzt kommen die lustigen Tage".
Vier Konzertstunden mit guten Chören können kurzweilig sein - der Beweis wurde am Sonntag beim Luckauer Tulpenfest erbracht. Weil alle so schön beieinander waren, wurde das für 20 Uhr angesetzte kurze "Abendlieder-Singen" gegen 19.30 Uhr dem großen Konzert einfach angefügt.

Publikum auch gut bei Stimme
"Die Chöre haben toll gesungen", freute sich Konzertorganisator Michael Zumpe im RUNDSCHAU-Gespräch. "Und das Publikum war auch erstaunlich gut bei Stimme!" Vielleicht habe so mancher Geschmack auf den eigenen Chorgesang bekommen? "Das Konzert hat gezeigt, dass neue Mitglieder in den Chören willkommen sind", konstatierte Zumpe. (-ds)