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| 13:55 Uhr

Für erweitertes Angebot
Luckauer Touristinfo braucht Hilfe

 In der Kulturkirche haben das Niederlausitz-Museum,  die Touristinformation und die Bibliothek ihren Sitz.
In der Kulturkirche haben das Niederlausitz-Museum, die Touristinformation und die Bibliothek ihren Sitz. FOTO: Daniel Schauff
Luckau. Ehrenamtliche gesucht, die eine Öffnung auch vormittags am Wochenende möglich machen. Von Carmen Berg

Immer mehr Touristen entdecken die Gartenstadt. Im Vorjahr haben 14 300 Gäste in Luckau übernachtet, so Bürgeramts-Leiter Thomas Schäfer unlängst vor dem Ausschuss für Gewerbe, Tourismus und Stadtmarketing. Für viele Luckau-Besucher ist die Tourist-Information im Foyer der Kulturkirche der erste Anlaufpunkt. Bislang ist die Besetzung des Tresens an die Öffnung des Niederlausitz-Museums gekoppelt. Besonders am Wochenende sieht der Ausschuss darin ein Problem. Die Info-Stelle ist dann erst ab 13 Uhr erreichbar. „Aber viele sind schon vormittags in der Stadt unterwegs“, sagt die sachkundige Einwohnerin Marianne Balzer.

Der Ausschuss möchte eine Öffnung am Wochenende ab 10 Uhr. Thomas Schäfer zufolge ist das mit der dünnen Personaldecke in Museum und Tourismusbereich jedoch nicht zu stemmen. Im Gegenteil sei mit dem Wegfall einer geförderten Stelle die Lage noch prekärer geworden. „Eigentlich müssten wir sogar einen Tag mehr schließen“, erklärt der Amtsleiter.

Sein Vorschlag: „Wenn wir Gästen mehr anbieten wollen, müssen Ehrenamtliche mit ins Boot.“ Sprich: es werden Luckauer gesucht, die für ein paar Stunden in der Woche freiwillig in der Kulturkirche aushelfen. Er bringt Mitglieder des Heimatvereins ins Gespräch, „die viel über Luckau wissen.“ Harry Müller (UWG/FDP) gibt den hohen Altersdurchschnitt der Mitglieder zu bedenken und sagt: „Wer in Luckau was macht, ist gut beschäftigt.“

Thomas Schäfer zufolge könnte von Ehrenamtlern auch der Museumsbetrieb profitieren. Lothar Treder-Schmidt (Luckau-Land/Grüne) plädiert dafür, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu gehen. „Vor allem geht es um das Foyer.“

Museumsleiterin Marina Gadomski findet: „Wer helfen möchte, sollte das mit dem tun, was er gut kann und gerne macht.“ Die Freiwilligen müssten nicht den Kassenbetrieb oder den RUNDSCHAU-Ticketservice am Tresen übernehmen, wofür es eine spezielle Ausbildung braucht. Sie könnten aber die Mitarbeiter bei Veranstaltungen entlasten oder bei Aufgaben, für die handwerkliches Geschick nötig ist. „Dadurch würden Personalstunden frei, die für die Infostelle genutzt werden könnten“, zeigt sie eine Möglichkeit auf. „Wir stehen erst am Anfang der Überlegungen“, so die Museumsleiterin.

Wer Lust hat, sich ehrenamtlich in der Kulturkirche zu engagieren, sollte sich im Bürgeramt im Rathaus bei Amtsleiter Thomas Schäfer oder im Niederlausitz-Museum melden. Die Stundenzahl sei flexibel, je nach Möglichkeit.

Die sachkundige Einwohnerin Jutta Dzielak schlug außerdem vor, den Bäcker-Kiosk auf dem Laga-Parkplatz, wo die Busreisegruppen ankommen, mit Erstinformationen auszustatten. Die Leute würden bislang dort keine Auskünfte bekommen. „Flyer mit wichtigen Tipps sowie einen Hinweis, wo sich die Touristinformation befindet, sollte es an der Verkaufsstelle geben“, fordert Jutta Dzielak.

Eine Lösung zeichnet sich für die Bibliothek der Ninnemann-Stiftung ab, die ebenfalls in der Kulturkirche ihren Sitz hat. Laut Thomas Schäfer ist das Angebot gut nachgefragt. Knapp 3000 Leseratten suchten im Vorjahr die Einrichtung auf. Die Ninnemann-Stiftung könne die Personalkosten jedoch nicht mehr aufbringen. Überlegt werde, mit dem neuen Haushaltsjahr bei der Stadt eine Stelle für die Bibliothek zu schaffen, sagt der Amtsleiter.