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| 18:44 Uhr

Jugend in der Politik
Vor fünf Jahren noch Erstwähler, diesmal selbst Kandidat

 Thomas Zeibig bei der Stimmabgabe. 2014 war der Luckauer Erstwähler mit 16, seither engagiert er sich für die CDU und will Gleichaltrigen Lust  aufs Mitreden in der Politik machen.
Thomas Zeibig bei der Stimmabgabe. 2014 war der Luckauer Erstwähler mit 16, seither engagiert er sich für die CDU und will Gleichaltrigen Lust aufs Mitreden in der Politik machen. FOTO: LR / Berg Carmen
Luckau. Der 21-Jährige Thomas Zeibig will jungen Leuten Mut machen, für ihre Sache einzutreten. Von Carmen Berg

Um 11 Uhr hat im Wahllokal an der Grundschule schon jeder fünfte Wahlberechtigte seine Stimme abgegeben, auch Thomas Zeibig. Für den 21-Jährigen ist dieser Wahltag doppelt spannend. Er tritt mit CDU-Mandat für die Stadtverordnetenversammlung Luckau und den Kreistag Dahme-Spreewald an. Es ist seine Premiere als Kandidat. Vor fünf Jahren war er auch dabei, als 16-Jährige erstmals abstimmen durften. „Mir ist es wichtig, dass junge Leute sich mit Themen, die uns angehen, auseinandersetzen“, sagt er.

Bei Thomas Zeibig begann das Interesse für Politik als Kind.  „Daran war meine Oma schuld, wenn ich abends mit ihr Nachrichten schaute, brauchte ich später ins Bett“, schmunzelt er. Zur Finanzkrise 2008 war er in der fünften Klasse. „Ich fand es gut, wie die CDU das gelöst hat. Wenn ich zum Vergleich an die 25 Prozent Arbeitslosen in Griechenland denke...“  Wirtschaftspolitik sieht er als Schlüssel fürs Soziale. „Eine Grundrente beispielsweise muss jemand bezahlen.“

Mit 16 wurde er CDU-Mitglied, hatte zuvor als Bohnstedt-Gymnasiast mit Freunden von Luckau aus die Schüler-Union für Brandenburg aufgebaut. Thomas Zeibig ist heute Kreisvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union. Er begann nach dem Abitur ein duales Studium bei einer Bank und steht kurz vor seinem Bacholor-Abschluss.

Manche Freunde hätten sein politisches Engagement skeptisch gesehen, gibt er zu. „Aber dass ich das durchziehe, respektieren sie.“ Ihn ärgere, wenn vieles einseitig diskutiert werde. „Viele tippen anonym in die Tasten, was sie im realen Leben nie sagen würden.“ Seinen Wahlkampf hat er meist über die sozialen Medien geführt. „Es kamen da teils krasse Kommentare, aber auf den Aufruf, Ideen einzubringen, kam wenig.“ Das persönliche Gespräch findet Thomas Zeibig am besten geeignet, Argumente auszutauschen. Zu Diskussionen der Schüler-Union seien bis zu 80 Leute gekommen, erinnert er sich. Dennoch werde man, um die Jugend zu erreichen, auch neue Formen finden müssen.

Und man brauche Abgeordnete, die die Sprache der Jugendlichen sprechen und dorthin gehen, wo sie anzutreffen sind. „Das ist eher nicht die Ausstellungseröffnung im Museum“, sagt Thomas Zeibig.

Aus seiner Sicht muss die Jugend eine lautere Stimme gegenüber Land und Bund haben. Luckau sei eine Region in optimaler Lage, nicht weit von Berlin, Leipzig, Dresden oder Cottbus. „Aber viele, die hier leben wollen, müssen pendeln. Auf der A 13 ist kein Vorwärtskommen, die Züge fahren zu selten und sind übervoll.“ Junge Leute reizt es auch nicht, dort zu leben, „wo sie sich abends nicht mal eine Serie herunterladen können.“ Zudem müssten Wohnungen günstig bleiben. „Neue Wohnungen kosten in Luckau schon 700 Euro und mehr“, zählt er auf.

Wichtig für die Bindung an die Heimat seien Vereine, sagt Thomas Zeibig, der bei Rot-Weiß Luckau kickt. „Das ist fast wie Familie.“ Einmal monatlich spielt er auch Volleyball beim Christlichen Verein Junger Menschen, der eine engagierte Kinder- und Jugend-Sozialarbeit leistet. Dazu passt es für Thomas Zeibig nicht, wenn für den CVJM 600 Euro im Jahr für die Nutzung der Gymnasiums-Turnhalle fällig werden.

Unabhängig vom eigenen Wahlergebnis, das bei Redaktionsschluss dieser Seite noch ausstand, ist für Thomas Zeibig entscheidend, „dass ich Leute meines Alters erreiche, selbst aktiv zu werden.“

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Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin
 Thomas Zeibig bei der Stimmabgabe. 2014 war der Luckauer Erstwähler mit 16, seither engagiert er sich für die CDU und will Gleichaltrigen Lust  aufs Mitreden in der Politik machen.
Thomas Zeibig bei der Stimmabgabe. 2014 war der Luckauer Erstwähler mit 16, seither engagiert er sich für die CDU und will Gleichaltrigen Lust aufs Mitreden in der Politik machen. FOTO: LR / Berg Carmen