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Luckauer Tafel in neuen Räumen

Die Ehrenamtlichen Bärbel Vogler (l.) und Renate Rolletschek sind am Eröffnungstag aus Lübben zur Unterstützung gekommen.
Die Ehrenamtlichen Bärbel Vogler (l.) und Renate Rolletschek sind am Eröffnungstag aus Lübben zur Unterstützung gekommen. FOTO: be
Luckau. Nach dreimonatiger Bauzeit ist gestern das neue Domizil der Luckauer Tafel an der Bahnhofstraße 12 a eröffnet worden. Schon der erste Blick zeigt: Für Nutzer und Mitarbeiter haben sich die Bedingungen wesentlich verbessert. Carmen Berg

Freundlich und modern sind die Räume. Kein Vergleich mit der engen alten Bleibe an der Langen Straße, wo nach aufwendiger Sanierung künftig Wohnungen entstehen werden.

"Wir sind überglücklich über den Umzug", sagt Ilona Liebach, seit neun Jahren ehrenamtlich für die Tafel tätig. Herzstücke sind ein großzügiger Ausgaberaum sowie ein ebenso geräumiger Wartebereich, der an ein gemütliches Café erinnert. Ein weiterer Vorzug: "Unsere Kunden stehen bis zur Öffnung nicht mehr auf der Straße, sie können die Ausgabestelle über einen Seiteneingang erreichen", sagt Kai Noack. Er ist Projektkoordinator der Tafeln, die das Albert-Schweitzer-Familienwerk in der Region betreut und weiß, Armut sei etwas, über das keiner gern spricht, das es aber auch in Luckau gibt.

Die Tafel nutzen zudem Bedürftige aus Heideblick, Dahme und Golßen, wo die Ausgabestelle geschlossen worden ist. Die Kundenstruktur verändere sich, stellt Kai Noack fest. "Es kommen nicht nur Hartz IV-Empfänger, wie mancher denkt. Es sind auch Alleinerziehende mit Kindern, deren Lohn trotz Vollzeitarbeit nicht reicht und immer mehr ältere Menschen mit schmaler Rente", sagt er.

Zumeist Ehrenamtliche sorgen dafür, dass kein Bedürftiger mit leerer Tüte nach Hause gehen muss. Einer der "guten Geister" ist Rudolf Lettl. Selbst Hartz IV-Empfänger, hilft er zweimal in der Woche unentgeltlich. "Meistens hole ich Ware von den Märkten. Wenn Not am Mann ist, stehe ich auch an der Ausgabe", sagt er. Sein Lohn: "Der Blick in die Gesichter der Menschen, die Dankbarkeit", erzählt er.

Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) sagt, Armut könne jeden treffen. Familiäre Veränderungen, Trennungen beispielsweise könnten schnell zu Existenznöten trotz Berufstätigkeit führen. Kai Noack bedankt sich beim Bürgermeister, der problemlos und auf kurzem Wege bei der Vermittlung des neuen Domizils in ehemaligen Gewerberäumen unterstützt hatte. "Das läuft nicht überall so", sagt der Projektkoordinator. Auch der privaten Vermieterin Rosi Töpfer sagt er Danke für das gute Miteinander. Obwohl die Miete "sehr kulant" sei, will er aber im nächsten Luckauer Schul- und Sozialausschuss um einen kleinen Zuschuss von der Stadt werben. Denn am alten Objekt musste die Tafel nur für die Betriebskosten aufkommen.

Mit 2500 Euro aus dem PS-Sparen griff die Mittelbrandenburgische Sparkasse der Einrichtung unter die Arme. Davon wurden moderne Kühltechnik und stabile Regale zum Lagern der Spenden gekauft. Landrat Stephan Loge (SPD) sichert zu, sich für weitere Unterstützung einzusetzen, wo sie nötig sei. Er schätze das Luckauer Tafel-Team als besonders rührig und engagiert, sagt er und hat den Ehrenamtlichen eine kleine Spende mitgebracht: "Für eine gemeinsame Runde bei Kaffee und Kuchen."

Die Luckauer Tafel ist montags und donnerstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet.