ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:52 Uhr

Urteil
Luckauer Solarparkdiebe wandern ins Gefängnis

Ein Schild am Solarpark in Senftenberg weist auf den Diebstahlschutz der Solarmodule durch eine künstliche Hightech-DNA hin.
Ein Schild am Solarpark in Senftenberg weist auf den Diebstahlschutz der Solarmodule durch eine künstliche Hightech-DNA hin. FOTO: Patrick Pleul
Frankfurt (Oder)/Luckau. Zu langen Haftstrafen sind am Mittwoch zwei Mitglieder einer Bande von Solarparkdieben verurteilt worden. Sie hatten unter anderem in Luckau großen Schaden angerichtet. Von Bodo Baumert

Wie das Landgericht Frankfurt (Oder) am Donnerstag bestätigte, wurden die beiden Männer aus Polen – 33 und 34 Jahre alt – zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie als Mitglieder einer Bande in acht beziehungsweise elf Fällen Solarpaneele aus Solarparks gestohlen haben. Strafmildernd wirkte sich offenbar aus, dass es eine Verständigung zwischen Anklage und Verteidigung gab, die Täter also vermutlich ein Geständnis abgelegt haben.

Einer der Einbrüche, die zwischen 2013 und 2016 stattfanden, ereignete sich in Luckau. Dort hatte die Bande 2015 einen Schaden von etwa 30 000 Euro verursacht. Insgesamt gibt das Gericht den Wert der gestohlenen Solarpaneelen mit 380 000 Euro an. Die Einbrüche fanden von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern statt.

Die jüngsten Urteile reihen sich ein in eine Reihe von Ermittlungserfolgen, die auf das Konto der deutsch-polnischen Ermittlungsgruppe „Helios“ gehen. Den Polizisten des Landeskriminalamtes Brandenburg war es mithilfe der polnischen Kollegen gelungen, eine ganze Bande aus dem Raum Sulechow in Polen zu verhaften. Ganze 52 Angriffe auf Solarparks mit einem Gesamtschaden von über 3,6 Millionen Euro konnten aufgeklärt werden. 29 Beschuldigte wurden festgenommen. Neun wurden bereits verurteilt, ebenfalls zu langen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Weitere Prozesse sollen in den kommenden Monaten folgen.

Die Tatbegehung war in den meisten Fällen gleich: In Gruppen brachen die Täter auf, steuerten Solarparks in Deutschland an, brachen ein, luden die Solarpaneelen ein und machten sich möglichst schnell auf den Rückweg über die Grenze. Dabei hat die Soko „Helios“ sie zum Teil abfangen können, zum Teil auch auf dem Weg zu den Tatorten verfolgen können. So gelang schließlich der große Schlag.

Den beiden nun Verurteilten konnte ihre konkrete Tatbeteiligung durch DNA-Spuren nachgewiesen werden. In Hessen waren sie 2016 schon einmal wegen Einbruchs in einen Solarpark verurteilt wurden. Die Strafen wurden nun in die Haftbemessung einbezogen.

Durch den Erfolg der Soko „Helios“ ist die Zahl der Solarparkeinbrüche in Brandenburg deutlich zurückgegangen. Die Ermittlungsgruppe wurde deshalb im September aufgelöst.