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| 15:13 Uhr

Jubiläum in Luckau
Liebknecht-Schau zum Finale

Museumsleiterin Marina Gadomski in der Zelle Karl Liebknechts, die Teil der Gefängnisausstellung des Museums ist.
Museumsleiterin Marina Gadomski in der Zelle Karl Liebknechts, die Teil der Gefängnisausstellung des Museums ist. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Das Luckauer Niederlausitz-Museum begeht Jubiläumsjahr mit spannenden Angeboten. Von Carmen-Sylva Berg

Das Niederlausitz-Museum begeht 2018 ein Jubiläum. Vor zehn Jahren ist die Einrichtung nach Umbau des früheren Luckauer Gefängnisses in die Kulturkirche eingezogen. Die weiträumige, moderne Ausstellung, für die die Macher im Jahr 2010 den Brandenburger Design-Preis erhielten, überrasche viele Besucher, die zum ersten Mal kommen. „Wir hatten uns das nicht so schön vorgestellt“, heiße es dann oft, sagt Museumsleiterin Marina Gadomski. Rund 10 000 Besucher im Jahr verzeichnet die Kulturkirche mit Museum, Bibliothek, Touristinformation und Konzertveranstaltungen im Klostersaal. „Gemeinsam wollen wir Spreewaldtouristen für Luckau interessieren, doch genau so freuen wir uns über jeden Luckauer, der zu uns kommt“, so die Museumsleiterin.

Dafür bereitet das Team im Jubiläumsjahr vielfältige Angebote vor.

Noch bis zum 4. Februar ist die Sonderaustellung „NVA-Soldaten hinter Gittern. Der Armeeknast in Schwedt“ im Niederlausitz-Museum zu sehen, ehe die Schau nach Leverkusen weiterreist. Anschließend erhalten in dem besonderen Ambiente zwei Künstler eine Bühne für ihre Arbeiten, die in der Region gut bekannt sind. Unter dem Titel „Reisegefährten“ stellen Sebastian Franzka und Karen Ascher vom 18. Feburar bis zum 10. Juni Grafiken und Objekte aus. Beide haben insbesondere spannende Kunstprojekte für Kinder in der Gartenstadt initiiert. Karen Aschers Kurse „Töpfern wie die alten Lusici“ im Museum gehören zu den Rennern bei Luckauer Kindern, sagt Marina Gadomski.

Der Kunst auf dem Fuße folgt die Erinnerung an die Anfänge des Museums in den neuen Räumen.  Für den 23. Juni ist ein Sommerfest unter dem Motto „Kloster, Knast, Kultur“ mit einem Programm für alle Altersklassen geplant. Dabei wird die Sonderausstellung „10 Jahre Kulturkirche in Luckau“ eröffnet, die bis zum 14. Oktober zu sehen ist. Am Inhalt werde noch gefeilt, sagt die Museumsleiterin. „Wir wollen zurückblicken auf die Bauzeit, auf besondere Veranstaltungshöhepunkte, und auch die ganz persönlichen Erinnerungen der Menschen an diesen Ort und an die vergangenen zehn Jahre sollen ihren Platz bekommen“, kündigt sie an.

Ihr ganz persönliches Highlight des Jahres sei dann die große Sonderschau „Verurteilt. Verherrlicht. Vergessen? - Karl Liebknecht in Luckau“ vom 4. Novmeber bis zum 7. April des Folgejahres, verrät die Chefin.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution und des 100. Todestages von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg wird daran erinnert, dass Karl Liebknecht als politischer Häftling von 1916 bis 1918 in Luckau eingekerkert war. In der Kaiserzeit verurteilt als Kämpfer gegen den Krieg und in der DDR verherrlicht mit imposantem Denkmal auf dem Markt und Liebknecht-Gedenkstätte im alten Museum an der Langen Straße, scheint er nach der Wende ins Abseits geschoben. Die Gedenkstätte wurde 1992 geschlossen, das Denkmal wurde an die Stadtmauer verlegt. „Was hat Liebknecht heute noch zu sagen?“, darum soll es in der Sonderschau gehen. „Ich bin schon sehr gespannt, wie das Thema fast 30 Jahre nach dem Ende der DDR angenommen wird“, sagt Marina Gadomski.

Neben den Ausstellungen wird sich das Museum wieder an traditionellen Events in der Gartenstadt beteiligen, erklärt sie weiter. Zur Altstadtnacht am 8. September wird es sich im Abendlicht präsentieren. Um „Neue Wege und neue Besucher“ soll es bereits am 13. Mai anlässlich des Internationalen Museuemstages gehen. „Das ist ein Thema, das uns auf den Nägeln brennt“, so die Leiterin. Projekte sollen entwickelt werden, die auch jene neugierig machen, die bislang nicht die typischen Museumsbesucher sind. „Museum ist nichts Verstaubtes, das kann jeder bei uns sehen“, sagt sie.