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| 12:33 Uhr

Luckau
Unterricht mal anders im Museum

Museumsleiterin Marina Gadomski und ihr Team wollen dem Nachwuchs Lust auf Historie machen.
Museumsleiterin Marina Gadomski und ihr Team wollen dem Nachwuchs Lust auf Historie machen. FOTO: Carmen Berg
Luckau. Luckauer Einrichtung bietet Schulen und Kitas maßgeschneiderte Programme an. Von Carmen Berg

Angebote für Kinder und Jugendliche sind im Luckauer Niederlausitz-Museum nicht neu. Doch bei der Nutzung ist noch reichlich Luft nach oben, so Museumsleiterin Marina Gadomski am Dienstagabend vor dem Schul- und Sozialausschuss. Mit maßgeschneiderten Konzepten, die an den Bedarf der jeweiligen Einrichtungen angepasst sind, soll sich das jetzt ändern, kündigt sie an.

Einführungsveranstaltungen „Ein Museum - was ist das?“ für Grundschüler, die Kreativmeile für Kinder am Internationalen Museumstag oder auch „Töpfern wie die alten Lusici“ mit der Künstlerin Karen Ascher stehen bislang bereits auf dem Programm. Sogar Kindergeburtstag kann im Museum gefeiert werden. Doch gut angenommen werde nur das Töpfern, der Rest laufe eher mäßig, verzeichnet die Museumsleiterin. Rundmails an die Schulen zu Beginn jedes Schulhalbjahrs sowie auch Werbung im Internet hätten nicht den erhofften Effekt gebracht. Zwar würden sich Gymnasiasten für Seminararbeiten Informationen holen oder Klassen mal einen Rundgang durch die Ausstellung machen, doch mehr werde meist nicht daraus. „Das ist schade“, bedauert die Museumsleiterin. Zufrieden geben will sich das Museumsteam damit nicht, geht deshalb in die Offensive, bietet Schulen und Kitas Gespräche an.

Den Auftakt machte eine Zusammenkunft mit Pädagogen der Luckauer Grundschule im November. Das Ergebnis: Ab 2018 wird das Niederlausitz-Museum ein auf den Lehrplan abgestimmtes Programm anbieten, das die Schule fest in den Unterricht integrieren will. Im Januar, Februar geht es für Viertklässler um Sagen der Region, im März, April können Sechstklässler die Merkmale einer mittelalterlichen Stadt am Beispiel Luckaus erkunden sowie etwas über Juden in der mittelalterlichen Stadt erfahren, zählt Marina Gadomski unter anderem auf. „Die Lehrbücher schlagen für diese Themen Beispiele aus Berlin vor. Für die Kinder ist es aber sicherlich spannender, wie es damals in ihrer Heimat zuging“, sagt sie.

Neben diesen fest im Lehrplan verankerten Veranstaltungen sind weitere mögliche Aktionen vorgesehen. Kinder könnten im Kunstunterricht Objekte aus der Ausstellung abzeichnen oder mithilfe eines selbst trocknenden Tons nachgestalten. Auch wollen die Museumsleute mit dem Museumskoffer in Schulen und Kitas gehen. „Wir bringen einige spannende Objekte mit, um Neugier zu wecken“, so die Leiterin.

Sie gibt zu: Das passgerechte Konzept für die Schulen macht zunächst eine Menge Arbeit. „Doch wenn es einmal steht, kann es immer wieder nachgenutzt werden“, nennt sie den Vorteil. Für die Umsetzung will sie weitere Partner suchen, etwa die Stadtbibliothek beim Thema Sagen oder den Biologischen Arbeitskreis, wenn es in der Naturkundeausstellung um „Tiere des Waldes“ für die Drittklässler geht.

„Mit der Grundschule in Luckau wollen wir beginnen und Erfahrungen sammeln“, sagt Marina Gadomski. Sie hofft, die Zusammenarbeit in der Zukunft auch auf Oberschule und Gymnasium, auf die Grundschule in Walddrehna sowie auf die Kitas auszudehnen. „Wir stehen noch am Anfang, aber es ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, ist sie überzeugt.

„Geschichte muss nicht grau sein, das wollen wir Kindern und Jugendlichen zeigen und das Heimatgefühl stärken“, sagt sie. Der Nebeneffekt dabei: Würden Kinder neugierig gemacht, kommen sie womöglich gern noch einmal wieder mit ihren Eltern.

Von den Ausschussmitgliedern gibt es dafür durchweg Anerkennung. Ursula Rothe (Die Linke) schlägt vor: „In einem Jahr sollten wir uns wieder treffen und sehen, was aus dem Vorhaben geworden ist.“ Darauf verständigt sich der Ausschuss.